Author Topic: Jonas Lüscher: Kraft  (Read 1486 times)

Offline sandhofer

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Jonas Lüscher: Kraft
« on: 30. Januar 2017, 21.54 Uhr »
Hallo!

Sagt dieser Roman oder der Autor jemand etwas? Laut Tagesanzeiger "eine virtuose Gelehrtensatire", die u.a. auch auf Leibniz' Theodizee Bezug nehmen soll.

Allerdings nennt der Tagesanzeiger-Kritiker Leibniz' Theodizee einen "Essay", und Lüscher will seinen Helden Kraft sich mit einer Million von seinen Geldsorgen (4 Kinder in der Ausbildung, 2 Scheidungen, 1 teures Haus) loskommen lassen. Ersteres zeigt, dass der Kritiker (Martin Ebel) seinen Leibniz nicht kennt (aber wer von den heutigen Kritikern kennt ihn schon?); zweiteres, dass Lüscher keine Ahnung von Finanzen hat: Mit einer Million (egal ob Euro oder Schweizer Franken) zahlst du heute knapp dein Häuschen ab. Alimente oder Ausbildung der Kinder finanzierst du damit nicht auch noch gleichzeitig.

Ich bin also sehr, sehr, misstrauisch.

Grüsse

sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline orzifar

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Re: Jonas Lüscher: Kraft
« Reply #1 on: 31. Januar 2017, 02.16 Uhr »
Hallo,

nie gehört. Das kann eine "virtuose Gelehrtensatire" sein, die Wahrscheinlichkeit des Gegenteils scheint mir aber sehr viel größer. Weil man bei solchen Darstellungen leicht in Trivialitäten abgleitet, die Gefahr besteht, Ratgeberliteratur für "Anspruchsvolle" zu verfassen. Das müsste mir schon jemand empfehlen, auf dessen Urteil ich einiges gebe.

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

Offline sandhofer

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Re: Jonas Lüscher: Kraft
« Reply #2 on: 31. Januar 2017, 07.42 Uhr »
Hallo

Was mich am meisten irritiert: Martin Ebel lobt in diesem Artikel auch Kehlmanns Buch über Gauss und Humoldt - keine Ahnung mehr, wie das heisst, aber es war aufgelegter Quatsch.

Grüsse

sandhofer
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