Autor Thema: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien  (Gelesen 6669 mal)

Offline sandhofer

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Wie besprochen, mache ich mal einen eigenen Thread zu diesem Roman von Schillers Schwägerin Caroline von Wolzogen auf. Wie Friedrich Schlegel auf die Idee kommen konnte, dieser Roman könnte von Goethe sein, kann ich nicht nachvollziehen. Der Stil ist ein ganz anderer: einfacher (und deshalb lesbarer als der kameralistische Stil des Verwaltungsbeamten Goethe). Dafür lässt Richardson schon recht deutlich grüssen. Die Hauptperson und Ich-Erzählerin scheint zur Kategorie der naiven Sentimentalen (oder sentimentalen Naiven) zu gehören. Wächst in einer Ideal-Umgebung unter der singulären Obhut eines Pflegevaters auf und muss noch im ersten Teil, der in den Horen 7/1796 erschien, diese ihre Behausung verlassen - nicht ohne sich zuvor gehörig in einen merkwürdigen, geheimnisvollen Fremden verliebt zu haben, der aber bereits wieder von der Bildfläche verschwunden ist. Fortsetzung folgt.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline Gontscharow

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #1 am: 27. Oktober 2014, 17.09 Uhr »
 
Zitat von:  sandhofer« am: 25. Oktober 2014, 19.55 Uhr »
Wie Friedrich Schlegel auf die Idee kommen konnte, dieser Roman könnte von Goethe sein, kann ich nicht nachvollziehen. Der Stil ist ein ganz anderer: einfacher… und deshalb lesbarer…

Ja, und auch inhaltlich ist der Roman eher "ungoethisch"! Als Beispiel dieser Satz:

Zitat von: Wolzogen, Agnes von Lilien
Das geheimnißvolle Leben der Natur ergriff mich früh, und die sanften Schauer der Bewunderung dehnten meinen Busen in erhabenen Gefühlen aus.

Der erste Teil könnte von Goethe sein, die Auswalzung des Geheimnisses im zweiten Teil weniger, genauso wenig wie seine fromm- pädagogische Nutzanwendung im folgenden:

Zitat von:  Wolzogen, Agnes von Lilien
Mein Vater ergriff diese reinsten aller Lebensmomente, um mein tiefstes Daseyn mit dem Gefühl Gottes und der Unsterblichkeit zu beleben, das gleich einem himmlischen Hauch in unserm Innern wohnet, und das ganze Leben gleich einem reinern Element durchdringt.


Der Roman ist zeitgeist- und horen-affin. Es wimmelt nur so von schönen Seelen. Edle Einfalt, stille Größe, Anmut &Würde werden groß geschrieben. Und Caroline hat ihren Schiller gelesen:

Zitat von:  Wolzogen, Agnes von Lilien
Mir scheint es ein Irrthum, wenn man wähnt, man müsse mit aller Cultur sogleich beim Geistigen anfangen – ich meyne, man kommt immer zu früh daran, ehe das Leibliche in Ordnung ist, und sogenannte aufgeklärte Gesinnungen seyen nur taube Blüthen, wenn sie nicht aus dem gesunden Stamm eines ordentlichen reinlichen Lebens Nahrungssaft einsaugen. Wenn das Volk durch Arbeitsamkeit sichern Unterhalt findet, so kommt Ordnung und Sitte von selbst. Wirkliche Noth hebt alle moralische Bande auf, der Mensch, den sie drückt, ist im Zustande des Kriegs gegen die Gesellschaft. Wenn die physischen Bedürfnisse mäßig befriedigt sind, sproßt die menschliche Seele aus eigener Kraft in Gedanken auf, und die Gefühle des Rechten und Guten, des Glaubens und der Hofnung entkeimen ihren mütterlichen Boden, als starke, gesunde Gewächse.

Ganz so äußert sich Geschichtsprofessor Schiller im Abfall der Niederlande, dem Prosa-Ereignis jener Jahre :angel:, wir erinnern uns.

Und ich meine erste zaghafte frauen-bewegte Töne zu vernehmen:
 
Zitat von: Wolzogen
[...] dieß war der erste Mann, gegen den ich meine volle Weiblichkeit empfand…. Bey seiner Berührung bebten meine Nerven,… In diesem namenlosen süßen Gemisch der ersten Regungen des Herzens, stand ich sprachlos, und versuchte nicht der süßen Gewalt, die mich umwand, zu entfliehen…

Die dreiunddreißigjährige geschiedene und wiederverheiratete Caroline, die  mit Wilhelm und Caroline von Humbodt ( gelebte Gleichberechtigung um 18oo- man erinnere sich an Wilhelms Horen- Essay über den Geschlechtsunterschied) befreundet war, spricht hier von so etwas wie einer eigenständigen weiblichen Sinnlichkeit, was (jedenfalls in Deutschland) zumal aus dem  Munde einer Frau  ziemlich unerhört war, oder?
 
Man darf gespannt sein, wie sich das weiter entwickelt…

Offline Karamzin

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #2 am: 28. Oktober 2014, 08.05 Uhr »
Ich bin leider immer noch bis über die Ohren in Angelegenheiten des Berufslebens verstrickt. Doch habe ich die "Agnes von Lilien" schon in einer Neuausgabe von 2013 gelesen. Dazu habe ich mir die beiden Dissertationen - freilich nur überfliegend - zu Gemüte geführt:

Michaela Krug: Auf der Suche nach dem eigenen Raum. Topographien des Weiblichen im Roman von Autorinnen um 1800. Würzburg 2004.

Angelika Schneider: Widersprüche weiblicher Selbstentwürfe um 1800. Caroline von Wolzogens Roman "Agnes von Lilien". Sulzbach/Taunus 2009.

In den Büchern finden sich weitere Argumente dafür, dass eine Autorin am Werk war, die in manchem eigene Entwürfe setzt und sich von Schiller oder erst recht Goethe abhebt.


Offline Gontscharow

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #3 am: 28. Oktober 2014, 14.27 Uhr »
Zitat von: Gontscharow« am: Gestern um 17:09
Und ich meine erste zaghafte frauen-bewegte Töne zu vernehmen:

Weitere Indizien dafür in dieser ersten Sequenz:
Auf den Heiratsantrag des mysteriösen Fremden hin sagt der  Pflegevater:
Sie kann sich nur selbst geben..
Caroline von Lengefeld selbst war mit sechzehn verlobt worden.
Und an anderer Stelle heißt es - Agnes ist inzwischen„Gesellschafterin“bei der Gräfin in D., gehört einem Kreis von adligen jungen Leuten an, hat Aussichten auf eine „glänzende Partie“:
Ich sehnte mich nach einer unabhängigen Existenz.

Windeier?

@karamzin: Danke für den Hinweis auf die Dissertationen zu diesem Thema. Vielleicht kannst Du ja, wenn Du Zeit findest, näheres davon berichten?

Offline sandhofer

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #4 am: 28. Oktober 2014, 19.41 Uhr »
Ich glaube schon, dass wir bei der Agnes von Lilien auch erste Töne einer Frauenbewegung / -befreiung hören können. Das macht den Unterschied zu ihrem Vorbild Richardson. Nun ja - hier schreibt tatsächlich eine Frau und nicht ein Mann im Namen einer Frau ...
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Offline sandhofer

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #5 am: 02. November 2014, 06.21 Uhr »
Zusammen mit dem Rest der Horen nun ein paar Worte zu Agnes von Lilien auch im Blog: http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5887
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Offline sandhofer

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #6 am: 27. Dezember 2014, 14.17 Uhr »
Ich fürche, wir haben der Agnes der Ehre zu viel angetan, ihr einen eigenen Thread zu spendieren. Die Fortsetzung in N° 12 von 1796 ist, wie ich finde, recht banal - schlimmer noch als der Benvenuto Cellini...
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Offline Gontscharow

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #7 am: 30. Dezember 2014, 10.59 Uhr »
Schiller schrieb am 8. Dezember an Goethe:
"Mit der Agnes von Lilien werden wir, scheint es, viel Glück machen; denn alle Stimmen, die ich hier darüber hören konnte, haben sich dafür erklärt. Sollten Sie es aber denken, daß unsre großen hiesigen Kritiker, die Schlegels, nicht einen Augenblick daran gezweifelt, daß das Product von Ihnen sei? Ja die Madame Schlegel meinte, daß Sie noch keinen so reinen und vollkommenen weiblichen Charakter erschaffen hätten, und sie gesteht, daß ihr Begriff von Ihnen sich durch dieses Product noch mehr erweitert habe."
Dass die Annahme einer Autorschaft Goethes abwegig ist, haben wir bereits bei der Betrachtung der ersten Sequenz des Romans festgestellt. In der zweiten Sequenz sind jedoch gewisse Anklänge an Goethes  Wilhelm Meister  nicht zu übersehen. Die Gestalt der Bettina etwa erinnert stark an Mignon und es wird deutlich, dass wie in W.M. die Entsagung zentrales Motiv des Roman werden wird…
Ansonsten teile ich Deine Enttäuschung, sandhofer. Es häufen sich  Geheimnisse, Missverständnissse, seltsame Zufälle. Durch sie wird  so etwas wie Spannung erzeugt, nicht durch die Charaktere oder die Geschehnisse. Und die Protagonistin ist allzu naiv, edel und fast auschließlich mit dem Beweis oder der Verteidigung  ihrer Unschuld beschäftigt. Besonders lächerlich finde ich die ständigen verfänglichen Situationen, in die sie unschuldigerweise gerät und in denen seltsamerweise auch ihr verehrter von Nordheim immer zur Stelle ist, wodurch dann wieder Aufklärungsbedarf entsteht… Es geht  mehr und mehr trivial zu. Der emanzipatorische Touch, den ich in der ersten Sequenz auszumachen meinte, scheint sich verflüchtigt zu haben….

Offline sandhofer

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #8 am: 30. Dezember 2014, 19.37 Uhr »
Wer ist Bettina? Ich glaube, ich habe die Figuren, die aufgetreten sind, bereits wieder vergessen. Ein schlechtes Zeichen...
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Offline Gontscharow

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #9 am: 31. Dezember 2014, 15.15 Uhr »
Wer ist Bettina? ...

Ja, wer ist Bettina? Ihr „Herkommen“ liegt in ähnlich geheimnisvollem, tragisch angehauchten Dunkel wie das Mignons.


Zitat von:  Wolzogen Agnes von Lilien
Aus dem zweiten Haus kam ein Mädchen und ein Knabe herausgesprungen, der Größe nach schienen sie beide zwischen vierzehn und sechzehn Jahren. Beide waren von schöner Bildung. Ihre lebhaften schwarzen Augen und dunklen Haare, das warme Colorit ihrer Gesichtsfarbe, und ihre sprechenden Geberden, gaben ihnen einen unter unserm Himmel fremden Anstrich. Warten Sie ein wenig! rief der Knabe Nordheimen auf italiänisch zu, meine Schwester bringt Ihnen Veilchen…
…..

 ….. fragte Nordheimen: ob er seine Flöte mitbringen dürfe und seiner Schwester Guittare, um den Damen eine Musik zu machen?
 …….den Kindern die Freude nicht zu verderben. Als sich der Kleine entfernt hatte, sagte uns Nordheim, er habe Battistas Gesuch aus Schonung für die Mutter abgewiesen, die durch sonderbare Schicksale verstimmt, das Anschaun jedes Fremden fliehe, …

...sich jetzt nach vielen vergeblichen Kämpfen mit dem Schicksal nach einem Zufluchtsort umsah. ….Die Kinder sind ihm lieb geworden, und er verwendet sich mit Treue und Fleiß auf ihre Bildung..

….seine Schwester waren eingeladen, uns mit ihrer versprochenen Musik zu ergötzen. …. und den Zauber ihrer einfachen herzlichen Melodien um sich her verbreiteten, theilten uns allen eine beinahe idealische Stimmung mit. Die Kinder spielten ein welsches Lied’chen, und das Mädchen legte den ganzen Sinn hinschmelzender Zärtlichkeit in die süsse Melodie. Unter dem Schatten der beiden Augenlieder und der langen Wimpern blizte zuweilen ein feuriger Blick hervor, immer traf er auf denselben Gegenstand, auf Nordheim.

Die Damen giengen nach ihrem Zimmer, um sich anzukleiden, ich nahm Bettina mit mir. Das holde Geschöpf, voll Jugend und Leben, zog mich an sich, und die innigen wahren Laute der Natur in ihrer Neigung zu Nordheim trugen vielleicht nicht wenig bei, den Reiz zu vermehren, welchen ihr ganzes Wesen für mich hatte.
Anfänglich war sie still und verlegen, aber als sie fühlte, daß ich es wohl und treu mit ihr meynte…

Ach welchen Trost Sie mir geben! rief sie lebhaft aus, ihr schönes schwarzes Auge kehrte sich gen Himmel, sie legte ihre Arme übers Kreuz und drückte sie fest an ihre Brust. Mein ganzes Leben soll im Gebet für das Glück des edelsten liebenswürdigsten Mannes hinfliessen, fuhr sie fort … hätte ich Stärke in meinen Armen, um ein Roß zu bändigen, könnte ich schiessen und mit Waffen umgehen, dann wiche ich nie von seiner Seite, ich folgte ihm auf Reisen als Knappe, in allen Gefahren blieb ich bei ihm, und kein Unfall sollte ihm nahen, würd’ er verwundet oder krank, dann wollte ich nicht von seinem Bett gehen, meine Mutter lehrte mich Wunden verbinden und Krankpflegen. Ach und wie vorsichtig wollte ich seyn! Niemand als ich sollte ihn anrühren und niemand sonst an seinem Bette wachen, damit der Schlaf durch keine unvorsichtige Bewegung von den lieben Augenliedern verscheucht würde…


Offline sandhofer

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #10 am: 01. Januar 2015, 07.40 Uhr »
Ich habe mir erlaubt, Deine Aussage, Gontscharow, (mit Korrektur eines Tippfehlers  ;) ) im Blog zu zitieren:

Es häufen sich  Geheimnisse, Missverständnissse, seltsame Zufälle. Durch sie wird  so etwas wie Spannung erzeugt, nicht durch die Charaktere oder die Geschehnisse. Und die Protagonistin ist allzu naiv, edel und fast auschließlich mit dem Beweis oder der Verteidigung  ihrer Unschuld beschäftigt. Besonders lächerlich finde ich die ständigen verfänglichen Situationen, in die sie unschuldigerweise gerät und in denen seltsamerweise auch ihr verehrter von Nordheim immer zur Stelle ist, wodurch dann wieder Aufklärungsbedarf entsteht… Es geht  mehr und mehr trivial zu.
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Offline Gontscharow

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #11 am: 05. Januar 2015, 15.39 Uhr »

Konnten die Zitate Dich davon überzeugen, dass  Wolzogen von Goethe abgekupfert hat?
Letzterer schrieb übrigens auf die Schillersche Bemerkung hin, man halte ihn, Goethe, für den Autor, postwendend zurück:
"Lassen Sie mir so lange als möglich die Ehre als Verfasser der Agnes zu gelten."
Charmeur! (Wenig) später fällt sein Urteil weniger positiv aus. Er bemängelt vor allem die summarische Manier, in der die Geschichte vorgetragen ist.
Schön gesagt, das störte mich schon in dieser Sequenz. Beispiel: Da heißt es über über die einfachen herzlichen Melodien , die die welschen Kinder vortragen: sie… theilten uns allen eine beinahe idealische Stimmung mit.
So etwas würde Goethe niemals schreiben, er würde die Gefühle, die Stimmung genau zu beschreiben und zu benennen versuchen, während C.v.Wolzogen hier zu einem zusammenfassenden, ungenau diffusen Modewort greift. Goethes Prosastil mag seine Mängel haben, effektheischend, trivial, klischeehaft ist er nie.

Offline sandhofer

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #12 am: 05. Januar 2015, 20.47 Uhr »
Vermutlich, ja. Zumindest muss der Plot des Wilhelm Meister tief in ihrem Hirn gesessen haben...
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Offline sandhofer

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #13 am: 22. Februar 2015, 05.55 Uhr »
Ich habe versucht, den nächsten Teil zu lesen. Ehrlich.

Ich kann nicht. Ehrlich...
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Offline Gontscharow

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Re: Caroline von Wolzogen (geborene von Lengefeld): Agnes von Lilien
« Antwort #14 am: 24. Februar 2015, 21.52 Uhr »
Keine Angst, Du verpasst nichts.
Zu den schon vorhandenen ungelösten Rrätseln kommen weitere hinzu. Agnes wird ein verschlossenes Kästchen anvertraut, dessen Geheimnis sie erst am Tag ihrer Hochzeit mit Nordheim oder dessen Verheiratung mit der Gräfin von Wildenfels lüften darf. Und sie bekommt vom Prinzen einen Ring an den Finger gesteckt, der irgendwelche Erinnerungen weckt, dessen Bewandtnis ihr und dem Leser im übrigen aber verborgen bleibt. Schlüssel, Kästchen, Ring… Wilhelm Meister ick hör dir trapsen. Außerdem soll Bettina, der Mignon-Verschnitt, in der Obhut einer „schönen, weiblichen Seele“, also der von Agnes, „ihre Bildung vollenden“.
Agnes gibt Weisheiten einer Achtzigjährigen von sich, verhält sich aber frau-kindlich naiv und fügsam und wirkt wie ferngesteuert. Wie schon in der vorangegangenen Sequenz fehlt jeder Anflug von Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit...