Autor Thema: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher  (Gelesen 10178 mal)

Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #15 am: 11. Dezember 2013, 20.44 Uhr »
Habe ich schon erwähnt, dass Beneke nervt? Da stellt er der Verlobten seines besten Freundes nach, und wundert sich darüber, dass die Freundschaft erkaltet. Der Kerl ist mittlerweile 27 und benimmt sich wie 17 ...
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #16 am: 14. Dezember 2013, 10.04 Uhr »
Er tut mir ja leid, aber er nervt ...
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #17 am: 29. Dezember 2013, 15.12 Uhr »
Band 4 mit den Bei- und Anlagen.

Was von Beneckes Manie, erhaltene Briefe und andere Dokument seinem Tagebuch noch beizulegen, ist hier versammelt. Darunter je 1 Brief (bzw. wohl jeweils die Abschrift davon) an Washington und an Jefferson aus der Zeit, wo der 20-Jährige in die USA auswandern will. Geschickt nach Bremen, an einen Freund, der sie noch übersetzen sollte (Beneke kann nämlich kaum Englisch!), der sie aber wohl klüglich weggeschmissen hat. 2 Briefe an Wieland, mit der Bitte um Aufnahme in den Kreis der Merkur-Beiträger. Offenbar angekommen, aber nie beantwortet.

Was Beneke an Gedanklichem so absondert ist nicht besser und nicht schlechter, als das, was halt der durchschnittliche junge Mann so absondert. Interessant als "Sittenbild", wenn er mit einem Freund über den Selbstmord disputiert. Habe ich schon erwähnt, dass Beneke offenbar depressiv war? Nun - er hat sich nicht umgebracht, aber aus Gründen, die mit dem Briefwechsel nichts zu tun haben...
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #18 am: 30. Dezember 2013, 19.53 Uhr »
Die Lektüre der Beilagen lohnt sich nur schon deswegen, weil hier - was im Tagebuch praktisch gänzlich verschwiegen wird - Benekes u.a. Bemühungen um eine Hanseatische Zeitschrift ganz eindeutig wird. Eine Zeitschrift, die offenbar auch der politischen Einigung von Hamburg, Bremen und Lübeck dienen sollte.

Nebenbei: Beneke war auch Mitarbeiter des Berlinischen Archivs der Zeit und ihres Geschmacks. Allerdings ohne Goethe oder Schiller sauer aufzustossen ...  8)
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #19 am: 02. Januar 2014, 08.54 Uhr »
Zu Beneke I/4 - den Bei- und Anlagen -  habe ich nun auch etwas im Blog verfasst.
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #20 am: 12. Januar 2014, 08.05 Uhr »
Mit dem Begleitband I zu den Beneke-Tagebüchern habe ich die erste Lieferung abgschlossen.
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #21 am: 15. Mai 2016, 06.59 Uhr »
Nach mehr als zwei Jahren ist nun Teil III der Tagebücher erschienen. Den Begleitband habe ich im Blog bereits vorgestellt.
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #22 am: 25. Mai 2016, 21.06 Uhr »
Rückblickend betrachtet, sind die Jahre zwischen 1811 und 1816 wohl die besten Benekes. Oder auf jeden Fall, die um deren Willen er in der Hamburger Lokalgeschichte immer noch einen Namen hat - durch seinen Widerstand gegen Napoleon und die Bildung einer Art Exilregierung in der Zeit zwischen der ersten und der zweiten (definitiven) Befreiung Hamburgs von den Franzosen.
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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #23 am: 26. Mai 2016, 19.21 Uhr »
Wobei ein zunehmendes Abgleiten in eine Art pietistischen Katholizismus ein wenig beunruhigt. Beneke träumt zu viel und legt diesen Träumen zu viel divinatorisches Gewicht bei.

Im Grossen und Ganzen ist er aber, was die politische Entwicklung betrifft, ein Pessimist.

Und - passend dazu - im privaten ein riesiger Hypochonder...
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Offline orzifar

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #24 am: 27. Mai 2016, 00.02 Uhr »
Im Grossen und Ganzen ist er aber, was die politische Entwicklung betrifft, ein Pessimist.

Und - passend dazu - im privaten ein riesiger Hypochonder...

Fein beobachtet - diese Koinzidenz ist mir bei nicht wenigen Menschen auch schon aufgefallen ;).

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Marcel Proust: Sodom und Gomorra
Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums. Die Frühzeit.
------------------------------------------------------
Max Tegmark: Leben 3.0.
Karl Löwith: Wissen, Glaube und Skepsis.
Ece Temelkuran: Wenn dein Land nicht mehr dein Land ist. Sieben Schritte in die Diktatur.

Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #25 am: 28. Mai 2016, 06.36 Uhr »
Beneke III/1 ist unterdessen auch im Blog skizziert. Mehr als eine Skizze kann man von fast 700 prall gefüllten Seiten nicht liefern...
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #26 am: 12. Juni 2016, 06.30 Uhr »
Mit Band III/2 (1814-1816) sind die eigentlichen Tagebücher der Zeit von 1811 bis 1816 bereits beendet - was nun noch kommt, sind die Briefe und Materialien, die Beneke selber in seine Tagebücher eingefügt hat, und die nochmals vier dicke Bände füllten.  lvw
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #27 am: 09. Juli 2016, 07.03 Uhr »
Den ersten Band der Beilagen von Abteilung III habe ich heute nun im Blog vorgestellt. Mich fasziniert dieser Einblick ins bürgerliche Wesen zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach wie vor.
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #28 am: 18. Juli 2016, 19.32 Uhr »
III/4: Nein, Beneke wurde während der französischen Besatzung Hamburgs nie verhaftet - aber die Sorgen des Exilierten, die in den Beilagen mehr zum Ausdruck kommen als im eigentlichen Tagebuch, sind doch beeindruckend.
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Offline sandhofer

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Re: Ferdinand Beneke: Die Tagebücher
« Antwort #29 am: 22. Juli 2016, 20.48 Uhr »
Die Begleitbände sind tatsächlich mindestens so interessant wie die eigentlichen Tagebuch-Bände. 1813 z.B. der Hick-Hack um die Bildung einer hanseatischen Exilregierung zwischen Bremen (schon sehr rasch draussen), Lübeck und Hamburg (bzw. deren Vertretern), sowie die juristischen Kniffe und Finessen, um sich überhaupt einen Schein der Legalität geben zu können. Und das alles unkommentiert, einfach ins Tagebuch hineingelegt...
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