Autor Thema: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt und hg. v. Schiller  (Gelesen 168064 mal)

Offline sandhofer

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Neueste Zimmerverzierung in Rom

Beim Namen "Meyer" dachte ich zuerst, der "Kunschtmeyer" berichte aus Rom. War aber dann ein anderer. Was die Sache leider nicht besser macht, im Gegenteil. So was würde man heute "Home-Story" nennen. Nur, dass die Prinzessin sich vorsorglich in einen andern Teil ihres Palastes zurückgezogen hat - wohl, um nicht auch noch interviewt und abkonterfeit zu werden. "Die Horen" goes Boulevard-Presse?
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Offline sandhofer

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Nathan.

Darf den A. W. Schlegel jetzt nicht mehr aus dem Italienischen übersetzen? Ich habe gerade den Überblick verloren, wann sich Schiller mit Friedrich Schlegel verkracht hat ...
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Offline sandhofer

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Und zum Schluss darf Voss nochmals was von Theokrit übersetzen.

Alles in allem: Über den alten Griechen und den alten Römer lasse ich allenfalls mit mir reden. Was allerdings das merkwüridge Zimmer in Rom soll?  lvw
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Offline Gontscharow

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Über den alten Griechen und den alten Römer lasse ich allenfalls mit mir reden. Was allerdings das merkwüridge Zimmer in Rom soll?  lvw

Und was ist mit der von Sophie Mereau Brentano übersetzten Erzählung Nathan aus dem Bokkaz? Erst dachte ich ja, jetzt folgt die Ringparabel; die gibt’s ja wirklich im Decamerone. Aber es ist eine andere Geschichte aus dem Novellenkranz  des zehnten Tages, an dem bekanntlich „ von lauter großmüthigen und uneigennützigen Handlungen erzählt wird“. Sie passt also in Schillers ethisch moralisches  Konzept . Mir scheint hier aber Ironie am Werke zu sein, so wie Freigiebigkeit und Hochherzigkeit hier ad absurdum geführt und in ihr Gegenteil verkehrt werden ..., oder?

Offline sandhofer

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Und was ist mit der von Sophie Mereau Brentano übersetzten Erzählung Nathan aus dem Bokkaz?

Bokkaz hat Besseres. Über die Übersetzung kann ich nicht urteilen - man merkt wenig vom Übersetzer, was per se ja nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen ist.

Mir scheint hier aber Ironie am Werke zu sein, so wie Freigiebigkeit und Hochherzigkeit hier ad absurdum geführt und in ihr Gegenteil verkehrt werden ..., oder?

Ich glaube nicht. Jedenfalls habe ich es nicht so empfunden. Die Geschichte übertreibt, aber das ist nicht ironisch gemeint, denke ich.
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Offline Gontscharow

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.

Mir scheint hier aber Ironie am Werke zu sein, so wie Freigiebigkeit und Hochherzigkeit hier ad absurdum geführt und in ihr Gegenteil verkehrt werden ..., oder?

Ich glaube nicht. Jedenfalls habe ich es nicht so empfunden. Die Geschichte übertreibt, aber das ist nicht ironisch gemeint, denke ich.

Du hast ja recht. Ist auch das erste Mal, dass mir beim Lesen von Boccaccio Ironie in den Sinn kommt. Aber die sich übertrumpfenden Hochherzigkeitsapostel geben doch eine zu lächerliche Figur ab. Und ich komme gerade aus Italien, wo die Rennaissance- Maxime di far bella figura immer noch oberster Grundsatz zu sein scheint und dieser Exzess ruinöser und pervertierter Freigiebigkeit allenfalls Heiterkeit auslösen würde.  ;)

Wenn ich’s mir recht überlege: Ist das Muster an Hochherzigkeit, Federigo degli Alberighi , der seiner verehrten Dame sein Liebstes, seinen Falken, als Speise serviert, nicht eigentlich auch etwas dämlich? :teufel:

Offline sandhofer

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Wenn ich’s mir recht überlege: Ist das Muster an Hochherzigkeit, Federigo degli Alberighi , der seiner verehrten Dame sein Liebstes, seinen Falken, als Speise serviert, nicht eigentlich auch etwas dämlich? :teufel:

Für uns Zyniker des 21. Jahrhunderts auf jeden Fall ...  8)

N° 9/1796 ist übrigens im Blog...
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Offline Gontscharow

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Zitat von:  sandhofer
Was allerdings das merkwüridge Zimmer in Rom soll?
[....] 
So was würde man heute "Home-Story" nennen."Die Horen" goes Boulevard-Presse?


Ja, und weil es noch keine Hochglanzphotographie gab, wird alles in Hochglanzprosa haarklein und in jedem Detail beschrieben.
Ich glaube, es geht hier gar nicht um die Prinzessin, sondern wirklich um das Heranführen der Leserschaft an die edle Austattung der Räume, an bildende Kunst, "Design" und Kunsthandwerk, mit dem Ziel, die Leser ästhetisch zu erziehen. Wie uns Schiller in seiner  entsprechenden richtunggebenden Schrift wissen lässt, veredelt Schönheit den Menschen, lässt ihn letztendlich  reif werden zu politischer Verantwortung und Freiheit.

Dieser Tage las ich in einem Magazin folgende Auszüge aus einem literarischen Text:

Diese allgegenwärtige Hässlichkeit war die einzige Gleichheit im Sozialismus. Sie war Absicht und gehörte zum Programm […] Man wurde lebensmüde von den im Sozialismus hergestellten Gegenständen […] Die hässliche Geichheit drückt aufs Gemüt, macht apathisch und anspruchslos[…] Sozialismus bedeutet die Austreibung der Schönheit. Kurz nach der Wende sah ich, dass die planmäßige Hässlichkeit für ganz Osteuropa zutrifft[… ]überall dieselben […] Vitrinen der Elendsläden - vergilbte Papierservietten mit Lochmusterrand, darauf im Dreieck arrangierte angestaubte Fruchtsaftflaschen, zu beiden Seiten der Vitrine gelbbraune Gardinen und über allem unzählige Fliegenschisse. Es ist die Heimatvitrine des Ostens[…]so eine Vitrine ist ein Lebensgefühl. Sie ist depressiv und überträgt ihre Depression tagtäglich auf alle, die an ihr vorbeigehen etc

Mir wurde klar, dass ich hier quasi im Umkehrschluss eine Bestätigung von Schillers Grundthese in der Ästhetischen Erziehung las: Es ist die Schönheit, durch welche man zu der Freyheit wandert . In der negativen Version des von mir zitierten Textes: Hässlichkeit macht apathisch, widerstandslos, unfrei.

Ich fand diese späte Bestätigung der Schillerschen Verbindung von Ästhetik und Politik interessant und wollte sie euch nicht vorenthalten. Der Text stammt von Herta Müller aus ihrem neuen Buch.

Offline Sir Thomas

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Diese allgegenwärtige Hässlichkeit war die einzige Gleichheit im Sozialismus. Sie war Absicht und gehörte zum Programm […] Man wurde lebensmüde von den im Sozialismus hergestellten Gegenständen […] Die hässliche Geichheit drückt aufs Gemüt, macht apathisch und anspruchslos[…] Sozialismus bedeutet die Austreibung der Schönheit. Kurz nach der Wende sah ich, dass die planmäßige Hässlichkeit für ganz Osteuropa zutrifft[… ]überall dieselben […] Vitrinen der Elendsläden - vergilbte Papierservietten mit Lochmusterrand, darauf im Dreieck arrangierte angestaubte Fruchtsaftflaschen, zu beiden Seiten der Vitrine gelbbraune Gardinen und über allem unzählige Fliegenschisse. Es ist die Heimatvitrine des Ostens[…]so eine Vitrine ist ein Lebensgefühl. Sie ist depressiv und überträgt ihre Depression tagtäglich auf alle, die an ihr vorbeigehen etc

Dazu eine kleine subjektive Ergänzung: Diese "anti-ästhetische Erziehung" wirkt lebenslänglich. Ich kenne mehrere Ehepaare, die in der DDR aufgewachsen und im Westen zu Wohlstand gekommen sind. Was allerdings nichts nützt: Die Wohnungseinrichtungen dieser "Immigranten" bestehen aus sinnlos angehäuften Designermöbeln, deren Arrangement jeglichen Geschmack vermissen lässt. Die Gärten sind überwiegend Nutzgärten mit Kräuter- und Gemüsebeeten, Beerensträuchern, Obstbäumen ... Das oben beschriebene depressiv-hässliche und ärmliche Lebensgefühl lässt offensichtlich keinen Raum für Schönheit und Nutzlosigkeiten (üppige Blumenbeete o.ä.).       

Offline Karamzin

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Ich habe die ersten 35 Jahre meines Lebens in der DDR, in der Sowjetunion (darunter ein Jahr am Stück in Moskau und Leningrad) sowie in Polen und der Tschechoslowakei verbracht und könnte daher einiges aus der "Innensicht" mitteilen. Hingegen durfte ich bis 1989 nicht in den Westen reisen, habe überhaupt keine Verwandtschaft dort, musste persönliche Begegnungen mit Bundesbürgern melden und kannte auch niemanden "von drüben" näher. Aber darum soll es hier nicht gehen.


Vielmehr mache ich mir Gedanken darüber, wie ich jetzt möglicherweise eine Diskussion zustande bringe über:

Caroline von Wolzogen: Agnes von Lilien. 

Der Abdruck von Auszügen des Romans in den "Horen" begann im Oktober 1796; die fertige Ausgabe erschien erst 1798 in zwei Bänden. Von dieser Edition wurde 2013 durch Einscannen eine neue Ausgabe angefertigt (offenbar hat niemand Korrektur gelesen; an manchen Stellen wird das lange "s" falsch als "f" wiedergegeben). 

Nachdem ich den Film "Die geliebten Schwestern" angesehen hatte, griff ich nochmals zu dem gesamten Roman. Mich hat der Roman von Anfang bis Ende gefesselt, durch etliche mich interessierende Motive in der Handlung, sogar eigene Lebenserfahrungen (Wirkungen des von Intriganten erweckten Zorns oder der Zuneigung von Greisen z.B.). 

Da auch noch Beobachtungen zu anderen Beiträgen der "Horen" gebracht werden, könnte man daran denken, einen eigenen Diskussionsfaden zur "Agnes von Lilien" einzurichten, um hier die Debatten nicht zu sehr zu unterbrechen.
Am meisten beschäftigte mich - nach dem Filmerlebnis - natürlich die Frage der Autorschaft. Da fragt man sich schon, wie die Brüder Schlegel zu der Ansicht gelangten, der Roman sei von Schiller oder sogar von Goethe. Allzu verschieden ist der Stil der Caroline von Wolzogen von dem der Dioskuren.

Haben die Zeitgenossen, die so dachten, nur ein Gerücht in die Welt gesetzt, ohne den Text genauer gelesen zu haben? Ist der Anteil Schillers am Schreiben seiner Schwägerin vielleicht doch größer als man denkt? Hat man Goethe und Schiller zugetraut, in die Rolle einer schreibenden Frau zu schlüpfen und auch Ansichten wiederzugeben, die ihnen selbst fremd waren? Konnten sie etwa die "Vorsehungsgläubigkeit" der Heldin des Romans authentisch wiedergeben?
Heutzutage achtet man ja noch auf ganz andere Dinge. Mich interessierte schon, ob man dem Text anmerkt, dass er von einer Frau stammt, eventuell bei der Wiedergabe des Erlebnisses der Mutterschaft, oder ob Züge einer "weiblichen Psyche" durch eine Autorin der Schule der Sophie La Roche sichtbar gemacht werden.
Ich habe einst keine literaturwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen erlebt und nicht Philologie studiert. Unter Umständen stören mich die Sentimentalität, stereotype und gequält wirkende Wendungen nicht so sehr wie Leser, die sich mehr im 20. und 21. Jahrhundert zu Hause fühlen.

Was meint Ihr, soll ich noch einen Thread zur Agnes von Lilien aufmachen oder erfüllen die Fortsetzungen in den "Horen" eher "bedenkliche" Leseerwartungen an die Fortsetzung der "Horen" und regen bloß dazu an, ein allgemeines Gähnen loszuwerden ... ;D
« Letzte Änderung: 06. Oktober 2014, 11.07 Uhr von Karamzin »

Offline sandhofer

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Was meint Ihr, soll ich noch einen Thread zur Agnes von Lilien aufmachen oder erfüllen die Fortsetzungen in den "Horen" eher "bedenkliche" Leseerwartungen an die Fortsetzung der "Horen" und regen bloß dazu an, ein allgemeines Gähnen loszuwerden ... ;D

Das sehen wir ja dann; aber mach' ruhig mal einen eigenen Thread auf.  :hi:
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Offline sandhofer

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10/1796 enthält nur drei verschiedene Werke:

- Kosegartens Theon und Theano: Eine Liebesgeschichte in Versen, wenn ich das recht sehe. Ich kann gar nicht so schnell lesen, wie ich den Inhalt dieser Nullität wieder vergesse.
- Caroline von Wolzogen: Agnes von Lilien. Wie Anfang Oktober besprochen, gönnen wir dem Roman einen eigenen Thread.
- Benvenuto Cellini: rauft immer noch in Italien mit diversen Leuten herum.
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Offline sandhofer

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Eher allgemein Gehaltenes zu der Oktober-Nummer nun auch im Blog: http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5887
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Offline Gontscharow

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Juhu! Endlich einmal etwas Interessantes. Die Novembernummer enthält eine kleine literarische Sensation, das Gedicht: Ich denke dein. Es ist von einer Frau, von Friederike Brun. Aber nicht die Tatsache, dass es von einer Frau stammt, macht es zum Hightlight in den an Hightlights armen Horen, auch nicht , weil es besonders schön wäre. Beim Recherchieren, wer diese Friderike Brun denn nun sei, stieß ich im Goethezeitportal auf folgenden Satz:
 Ihr bekanntestes Gedicht „Ich denke dein“ wurde von Johann Wolfgang Goethe, den sie 1795 in Karlsbad kennen lernte, in sein Gedicht „Nähe des Geliebten“ umgeformt.
Ja, und das erschien in Schillers Musenalmanach für das Jahr 1796, kurz nach  der Publikation des Brunschen Gedichts in den Horen! Die Umformung  zeigt auf  eindrucksvolle Weise, wie sich Goethes Lyrik von der seiner Zeitgenossen, bzw.seiner literarischen Mitstreiter unterscheidet! Bei den Lyrik- Kostproben in den Horen war immer ganz klar, dass sie nicht von Goethe stammen konnten, seine Toleranz diesen Erzeugnissen gegenüber war mir, ehrlich gesagt, schleierhaft. Das Gedicht in der goethischen Prägung ist von allem antiken und antikisierenden Plunder und aller Jenseitsduselei befreit, ist einfacher, sinnlicher, intimer, lyrischer eben. Man vergleiche nur den Schluss: Oh, wärst du da…

Offline sandhofer

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Danke für den Tipp mit Goethes Gedicht. Ja, als Lyriker ist dem alten Herrn keiner und keine so schnell überlegen. Was Deinen Satz:

[...] seine [Goethes] Toleranz diesen Erzeugnissen gegenüber war mir, ehrlich gesagt, schleierhaft.

betrifft: Einerseits vermute ich, dass auch bei den beiden Giganten der damaligen Literatur eine gewisse Schonung der Vertreter des eigenen Lagers stattfindet. Weiter muss das Heft irgendwie gefüllt werden, und es wollen ja beide, Schiller wie Goethe, nicht ihre besten Sachen beitragen. Vielleicht ist auch generell die schiefe Optik gegenüber Zeitgenossen schuld. Wenn ich sehe, was der sonst nicht auf den Kopf gefallene Wieland zur gleichen Zeit in seiner Zeitschrift, dem Teutschen Merkur, so alles gut findet... Man bleibt halt letztlich doch ein Kind seiner Zeit, und Wieland flippt bei Kosegarten aus wie andere heute bei Cohen oder Dylan (dem Bob).

Allgemein haben sich die Horen, will mir scheinen, mit der November-Nummer wieder etwas berappelt. Gut, auf den Benvenuto Cellini kann ich immer noch verzichten. Aber Hirts Reisebericht (der sehr schnell zur gelehrten philologischen Abhandlung mutiert!) ist so weit gelungen. Die Korrektheit seiner philologischen Abhandlung kann und will ich allerdings nicht beurteilen. Ich stelle mir dennoch vor, das so etwas den Erwartungen des Publikums durchaus entsprechen konnte - wenn es nicht allzu gehäuft auftrat. Voßens und Knebels Übersetzungen sind wie immer: Voß brav, aber umständlich, tonnenweise unnötige Neologismen einführend, nur um das Versmass einhalten zu können; Knebel hat mit Properz das bessere Ende erwischt und bleibt recht locker- luftig. Die Friederike hast Du, Gontscharow schon gut skizziert. Um ehrlich zu sein, bei all ihren Fehlern im Vergleich zu Goethe: Ich ziehe ihr Gedicht noch immer dem Voß'schen Erguss oder dem umständlichen Kanzlei-Deutsch des Prosaisten Goethe vor. Herders Gedicht zum Schluss hielt ich zuerst für ein scherzo; aber die dritte Strophe, wo er vom philosophischen Rohr zur Leier übergeht, ist wohl durchaus ernsthaft gemeint.
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