Autor Thema: Die Zukunft der Religion  (Gelesen 430 mal)

Offline sandhofer

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Die Zukunft der Religion
« am: 23. April 2019, 21.01 Uhr »
Hallo zusammen!

Heute bin ich über eine Artikel im Spiegel gestolpert. Der Autor mischt m.M.n. ein wenig viel in die paar Zeilen (Kirchenkritik, Aliens, KI) - aber der Themenkreis ist interessant und sollte vertieft werden. Insbesondere beim Glauben an Aliens bin ich durchaus seiner Meinung, dass wir Menschen den Gedanken wohl nicht ertragen, die einzigen mehr oder minder intelligenten Lebewesen in diesem Universum zu sein.

Grüsse

sandhofer

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/zukunft-der-religion-du-sollst-keine-anderen-goetter-bauen-neben-mir-a-1263671.html#ref=rss

(Topic 1110; Message 11111!)
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Offline orzifar

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Re: Die Zukunft der Religion
« Antwort #1 am: 24. April 2019, 06.02 Uhr »
Hallo,

der Artikel ist schon ein wenig schludrig (dass Moses die Verkündung des Himmelreiches unterstellt wird scheint mehr als fragwürdig, Religionswissenschaftler ist der gute Mann keiner). Was die Aliens anlangt bin ich mit dir einer Meinung: Mir deucht das ein ptolemäischer Reflex zu sein, wir sehen uns immer noch gern im Mittelpunkt, auch wenn wir diese Position sukzessive haben aufgeben müssen. Bei geschätzen 62,5 Trilliarden Sternen (oder "viel") will es mir äußerst unwahrscheinlich dünken, dass wir da die einzigen sein sollen. Das ist einfach widersinnig und gegen jede Vernunft.

Kennst du was von Banks? Ich nicht - und von Max Tegmark habe ich auch nichts gelesen (der ist wohl nicht ganz zu Unrecht als effekthascherisch verschrien). Den Bostrom hatte ich im Blog, lesenswert, wenn auch nicht immer völlig überzeugend. Ich werde nun mal Michio Kaku lesen, vor vielen Jahren habe ich "Im Paralleluniversum" gelesen, hat mir recht gut gefallen (in letzter Zeit beschäftigt sich Kaku fast nur mit technischen Zukunftsszenarien).

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Marcel Proust: Sodom und Gomorra
Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums. Die Frühzeit.
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Michael Tomasello: Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens
Max Tegmark: Leben 3.0.
Tom Liehr: Sommerhit

Offline sandhofer

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Re: Die Zukunft der Religion
« Antwort #2 am: 26. April 2019, 13.35 Uhr »
Hallo!

Bei geschätzen 62,5 Trilliarden Sternen (oder "viel") will es mir äußerst unwahrscheinlich dünken, dass wir da die einzigen sein sollen. Das ist einfach widersinnig und gegen jede Vernunft.

Ich weiss nicht. Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit, dass Leben entstehen kann?

Kennst du was von Banks?

Ich habe nur ein Buch aus seiner berühmten Serie, auf die auch der Artikel anspielt, gelesen: "Krieg der Seelen". Und das habe ich abgebrochen. (Wobei mir die KIs dort nicht gar so friedlich erscheinen wollten, wie es der Artikelschreiber will.)

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re: Die Zukunft der Religion
« Antwort #3 am: 27. April 2019, 03.30 Uhr »
Hallo!


Bei geschätzen 62,5 Trilliarden Sternen (oder "viel") will es mir äußerst unwahrscheinlich dünken, dass wir da die einzigen sein sollen. Das ist einfach widersinnig und gegen jede Vernunft.

Ich weiss nicht. Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit, dass Leben entstehen kann?


Es gibt solche Berechnungen, aber von denen halte ich rein gar nichts, weil alle Parameter mit großer Unsicherheit behaftet sind. Das sind reine Zahlenspielereien.

Meine Überlegungen zielen auf das Prinzipielle: Das Universum ist unseres Wissens weitgehend isomorph, überall gelten die selben Naturgesetze. Anzunehmen, dass einzig bei uns die spezifischen Bedingungen herrschen, die Leben ermöglichen, dass also bei uns unter all den Trilliarden Möglichkeiten ganz einzigartige Verhältnisse herrschen, die nirgendwo ähnlich (wobei sich die Frage stellt, ob es denn einer sehr starken Ähnlichkeit überhaupt bedarf) realisiert wurden, scheint mir ein Relikt der Anthropozentrizität. Das ist selbstredend kein "Beweis", die Annahme der Einzigartigkeit erinnert aber ein wenig an den Schöpfungsglauben, der einen unendlichen Kosmos wegen einiger Säugetiere auf einem Planeten in der Milchstraße erschaffen hat. Meine Vermutung ist ein Glaube, dem die Überlegung zugrunde liegt, dass wir nichts wirklich Besonderes sind.

lg

orzifar
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