Autor Thema: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...  (Gelesen 120 mal)

Offline orzifar

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Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« am: 15. März 2019, 05.37 Uhr »
... aus den unterschiedlichsten Gründen. Weil es nicht viel zu sagen gibt, ich zu faul bin, zu müde, zeitlich zu beansprucht. Was auch immer.

So auch Glattauers "Alle sieben Wellen", Fortsetzung des millionfach verkauften "Gut gegen Nordwind". Auch hier wieder angenehme Unterhaltung, eine durchaus witzige Geschichte von zweien, die einander nicht finden können (und sich schließlich doch kriegen). Das Phänomen, dass man sich (auch) in die Sprache des anderen verlieben kann, dass ein solcher Emailwechsel spannend, beklemmend sein und das virtuelle Leben die Realität ein- und überholen kann, ist sehr gut eingefangen.

lg

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Re: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« Antwort #1 am: 16. März 2019, 05.18 Uhr »
Hallo,

Rainer R. Schoch: Die Frühzeit der Saurier in Deutschland, ein Fachbuch, dass mich als bestenfalls interessierten Laien zum Teil mit lateinischen Fachausdrücken erschlagen hat. Es geht um die Frühzeit der Saurier, also um Perm und vor allem Trias (mit der Trias-Jura-Wende bricht das Buch ab). Für mich gab's selbstredend viel Neues, ein Buch weniger zum Durchlesen, als zum Nachschlagen. Wobei nicht nur deutsche Fundstätten (wie im Titel suggeriert) behandelt werden (wobei - Deutschland? - die Welt hat dann doch sehr anders ausgesehen, das besagte Deutschland stand mal von Norden, mal von Süden her unter Wasser, Europa war mit Nordamerika noch fest verbunden).

Faszinierend im übrigen, wie bestimmte Baupläne sich immer wiederholen (auch wenn die betreffenden Tiere kaum verwandt sind), das Aussehen der Ichtyosaurier den heutigen Delphinen etwa zum Verwechseln ähnlich ist (Stenopterygius), auch die Baupläne der Krokodile schon sehr viel früher auftauchen etc. Es scheint zumindest in der phänotypischen Optimierung nicht so viele Möglichkeiten zu geben (interessant wäre natürlich, wie sich Leben auf anderen Planeten entwickelt, schade, dass wir das wohl noch lange nicht erfahren werden).

lg

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Re: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« Antwort #2 am: 22. März 2019, 06.43 Uhr »
Hallo!

Walter Kappacher: Silberpfeile. Ein Jornalist plant ein Buch über Tazzio Nuvolari, einen italienischen Rennfahrer - und über die Rennfahrerei der 30er im allgemeinen. Und trifft dabei auf Paul Windisch, der in einem Altersheim lebt, auf den Rollstuhl angewiesen ist, aber in der vorgenannten Zeit als einer der Cheftechniker bei der Auto-Union tätig war. Was zuerst wie eine wunderbare Quelle für sein Buch erscheint, wächst sich zu einer eigenen Geschichte aus: Windisch erzählt von der letzten Fahrt Bernd Rosemeyers (der bei einem Hochgeschwindigkeitsversuch mit 400 km/h verunglückte und für den von Hitler Staatstrauer angeordnet wurde), im zweiten Teil von seinem Leben in Zipf während des Krieges, einer Außenstelle des KZ Dora Mittelbau, in dem Raketenmotoren entwickelt wurden. Dazwischen eingestreut die Beschreibung der seltsamen Fernbeziehung des Journalisten zu seiner japanisch-us-amerikanischen Freundin, sein Wunsch nach Nähe, sein Unfähigkeit, diese zu ertragen.

In der typischen, ruhigen Kappacher-Diktion erzählt der Autor auch hier äußerst eindrucksvoll, ein Künstler der kleinen Szenen, wenngleich ein Automobilsportanhänger noch mehr Freude an den Schilderungen haben dürfte. Aber überaus lesenswert.

lg

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Re: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« Antwort #3 am: Gestern um 05:51 »
Hallo,

John Brunner: Echo der Stern. Brunner ist Verfasser des recht bekannten <a href="https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=9064" target="_blank">"Schockwellenreiters"[/url] und erinnert mit diesem Roman ein wenig an Lems "Stimme des Herrn" (eines meiner Lieblingsbücher von Lem; ich weiß nun allerdings nicht, welches Buch vorher erschienen ist). - Ein seltsames, technisches Gerät (der "Sterntropfer", im Original heißt das Buch "The Stardroppers") erzeugt Töne, die vielen Menschen eine Erkenntnis, "Heil" zu vermitteln scheinen. Immer mehr werden von dieser Manie erfasst und von Zeit zu Zeit verschwinden Menschen beim Hören der Sternenbotschaft. Ein Geheimagent wird auf die Sache (die in England besonders um sich greift) angesetzt, der sich in einem Netzwerk von Anhängern verliert. (Immer geht es auch darum, dass dieser Sterntropfer von den herrschenden Mächten der Welt als Waffe eingesetzt werden könnte.) Cross (der Agent) findet schließlich heraus, dass das Gerät (die physikalische Erklärung ist einigermaßen dubios - aber das ist nicht weiter schlimm) diejenigen, die sich darauf einlassen können, Möglichkeiten zur Teleportation eröffnet, die Fähigkeit wird aber nur den "Guten" unter den Menschen zuteil (warum wird nicht wirklich verständlich). Diese vereinigen sich und machen - mit Cross als Unterstützer - den Massenvernichtungswaffen aller Länder den Garaus.

Ein bisschen Esoterik (wie so oft in der SF), ein bisschen Hauch der revolutionären 60er, ein bisschen Utopie. Aber insgesamt doch recht klug und spannend geschrieben, angenehme Unterhaltung (aber auch nicht viel mehr).

lg

orzifar
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