Autor Thema: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...  (Gelesen 361 mal)

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Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« am: 15. März 2019, 05.37 Uhr »
... aus den unterschiedlichsten Gründen. Weil es nicht viel zu sagen gibt, ich zu faul bin, zu müde, zeitlich zu beansprucht. Was auch immer.

So auch Glattauers "Alle sieben Wellen", Fortsetzung des millionfach verkauften "Gut gegen Nordwind". Auch hier wieder angenehme Unterhaltung, eine durchaus witzige Geschichte von zweien, die einander nicht finden können (und sich schließlich doch kriegen). Das Phänomen, dass man sich (auch) in die Sprache des anderen verlieben kann, dass ein solcher Emailwechsel spannend, beklemmend sein und das virtuelle Leben die Realität ein- und überholen kann, ist sehr gut eingefangen.

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Marcel Proust: Sodom und Gomorra
Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums. Die Frühzeit.
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Richard Dawkins: Der erweiterte Phänotyp
Gerhard Vollmer: Was können wir wissen? Bd 2
Steven Pinker: Aufklärung jetzt. Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt.
Dieter Wunderlich: Sprachen der Welt
Adam Rutherford: Eine kurze Geschichte von jedem, der jemals gelebt hat. Was unsere Gene über uns verraten.
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Re: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« Antwort #1 am: 16. März 2019, 05.18 Uhr »
Hallo,

Rainer R. Schoch: Die Frühzeit der Saurier in Deutschland, ein Fachbuch, dass mich als bestenfalls interessierten Laien zum Teil mit lateinischen Fachausdrücken erschlagen hat. Es geht um die Frühzeit der Saurier, also um Perm und vor allem Trias (mit der Trias-Jura-Wende bricht das Buch ab). Für mich gab's selbstredend viel Neues, ein Buch weniger zum Durchlesen, als zum Nachschlagen. Wobei nicht nur deutsche Fundstätten (wie im Titel suggeriert) behandelt werden (wobei - Deutschland? - die Welt hat dann doch sehr anders ausgesehen, das besagte Deutschland stand mal von Norden, mal von Süden her unter Wasser, Europa war mit Nordamerika noch fest verbunden).

Faszinierend im übrigen, wie bestimmte Baupläne sich immer wiederholen (auch wenn die betreffenden Tiere kaum verwandt sind), das Aussehen der Ichtyosaurier den heutigen Delphinen etwa zum Verwechseln ähnlich ist (Stenopterygius), auch die Baupläne der Krokodile schon sehr viel früher auftauchen etc. Es scheint zumindest in der phänotypischen Optimierung nicht so viele Möglichkeiten zu geben (interessant wäre natürlich, wie sich Leben auf anderen Planeten entwickelt, schade, dass wir das wohl noch lange nicht erfahren werden).

lg

orzifar
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Re: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« Antwort #2 am: 22. März 2019, 06.43 Uhr »
Hallo!

Walter Kappacher: Silberpfeile. Ein Jornalist plant ein Buch über Tazzio Nuvolari, einen italienischen Rennfahrer - und über die Rennfahrerei der 30er im allgemeinen. Und trifft dabei auf Paul Windisch, der in einem Altersheim lebt, auf den Rollstuhl angewiesen ist, aber in der vorgenannten Zeit als einer der Cheftechniker bei der Auto-Union tätig war. Was zuerst wie eine wunderbare Quelle für sein Buch erscheint, wächst sich zu einer eigenen Geschichte aus: Windisch erzählt von der letzten Fahrt Bernd Rosemeyers (der bei einem Hochgeschwindigkeitsversuch mit 400 km/h verunglückte und für den von Hitler Staatstrauer angeordnet wurde), im zweiten Teil von seinem Leben in Zipf während des Krieges, einer Außenstelle des KZ Dora Mittelbau, in dem Raketenmotoren entwickelt wurden. Dazwischen eingestreut die Beschreibung der seltsamen Fernbeziehung des Journalisten zu seiner japanisch-us-amerikanischen Freundin, sein Wunsch nach Nähe, sein Unfähigkeit, diese zu ertragen.

In der typischen, ruhigen Kappacher-Diktion erzählt der Autor auch hier äußerst eindrucksvoll, ein Künstler der kleinen Szenen, wenngleich ein Automobilsportanhänger noch mehr Freude an den Schilderungen haben dürfte. Aber überaus lesenswert.

lg

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Re: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« Antwort #3 am: 25. März 2019, 05.51 Uhr »
Hallo,

John Brunner: Echo der Stern. Brunner ist Verfasser des recht bekannten "Schockwellenreiters" und erinnert mit diesem Roman ein wenig an Lems "Stimme des Herrn" (eines meiner Lieblingsbücher von Lem; ich weiß nun allerdings nicht, welches Buch vorher erschienen ist). - Ein seltsames, technisches Gerät (der "Sterntropfer", im Original heißt das Buch "The Stardroppers") erzeugt Töne, die vielen Menschen eine Erkenntnis, "Heil" zu vermitteln scheinen. Immer mehr werden von dieser Manie erfasst und von Zeit zu Zeit verschwinden Menschen beim Hören der Sternenbotschaft. Ein Geheimagent wird auf die Sache (die in England besonders um sich greift) angesetzt, der sich in einem Netzwerk von Anhängern verliert. (Immer geht es auch darum, dass dieser Sterntropfer von den herrschenden Mächten der Welt als Waffe eingesetzt werden könnte.) Cross (der Agent) findet schließlich heraus, dass das Gerät (die physikalische Erklärung ist einigermaßen dubios - aber das ist nicht weiter schlimm) diejenigen, die sich darauf einlassen können, Möglichkeiten zur Teleportation eröffnet, die Fähigkeit wird aber nur den "Guten" unter den Menschen zuteil (warum wird nicht wirklich verständlich). Diese vereinigen sich und machen - mit Cross als Unterstützer - den Massenvernichtungswaffen aller Länder den Garaus.

Ein bisschen Esoterik (wie so oft in der SF), ein bisschen Hauch der revolutionären 60er, ein bisschen Utopie. Aber insgesamt doch recht klug und spannend geschrieben, angenehme Unterhaltung (aber auch nicht viel mehr).

lg

orzifar
« Letzte Änderung: 15. April 2019, 04.38 Uhr von orzifar »
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Re: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« Antwort #4 am: 15. April 2019, 04.39 Uhr »
Hallo,

Stephen Pincock, Mark Frary: Der Ursprung des Universums - für dummies. Die "Für Dummies"-Serie bringt mittlerweile für jedes Fachgebiet Bücher heraus, ich kannte anfangs nur jene, die sich mit dem Programmieren bzw. der Informatik beschäftigten. Wobei die Qualität sehr unterschiedlich ist (so ist das neueste Javascript für Dummies eine einzige Katastrophe, das Buch über C habe ich gut in Erinnerung). Das hier vorliegende Buch erfüllt den Zweck einer Einführung recht gut, einzig der kleine Abstecher in die Biologie ist weniger gelungen ausgefallen. Ich lese solche Bücher aus didaktischen Gründen, da mein Nachwuchs sich für derlei zu interessieren beginnt und mir an neuen Erklärungsmethoden gelegen ist. Damit kann das Buch nicht wirklich dienen, aber ich habe mein Wissen in einigen Bereichen wieder aufgefrischt. Die österliche Nachthimmelbetrachtung hier am Land kann kommen.

lg

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Re: Bücher, die es nicht ins Blog schaffen ...
« Antwort #5 am: 27. April 2019, 03.54 Uhr »
Hallo,

Thomas Feibel: Jetzt pack doch mal das Handy weg! - eine pragmatische Lektüre ob der (mittlerweile erfüllten) Forderung des Juniors nach einem Smartphone. Liest sich recht leicht, allerdings wartet man auf große Erkenntnisse vergebens. Was denn wohl auch bei diesem Thema nicht wirklich überraschend kommt.

Insgesamt aber ein "vernünftiges" Buch, das weder geprägt ist von der Verteufelung der "neuen Medien" - noch von Lobhudelei. Smartphones gehören schlicht zur Welt unserer Jugend - ob uns das gefällt oder nicht. Wenn also - wie im Buch erwähnt - Schuldirektoren meinen, dass diese nicht wirklich etwas zur Bildung beitragen würden, so ist dem Autor zuzustimmen, dass sich diese Frage gar nicht stellt (auch durch andere Hilfsmittel - wie Taschenrechner - wurden wir nicht klüger: Sie waren möglich, vorhanden und wurden in den Unterricht integriert). Und so wird es auch mit Smartphones, dem Internet usf. sein (wenn dies nicht schon längst Realität ist) und man wird sich darauf konzentrieren müssen, negative Auswirkungen auf ein Minimum zu beschränken.

Von dem Teil, in dem der Autor den Erwachsenen einen verantwortlichen Umgang mit dem smarten Ding anrät, war ich schlicht nicht betroffen: Ich habe mich erfolgreich dem Besitz eines Smartphones (bislang) widersetzt. Weil ich für mich den Eindruck gewonnen habe, dass der Ertrag in keinem Verhältnis zum Aufwand steht. Ich will nicht ständig erreichbar sein, ich habe nicht das Gefühl, etwas zu versäumen, wenn ich Nachrichten erst nach 12 oder 24 Stunden erfahre - denn nichts scheint so wichtig zu sein, dass man es nicht auch ein wenig später zur Kenntnis nehmen könnte (wenn ich von einem tragischen Todesfall einige Stunden später erführe, hätte ich im Grunde nur einige Stunden gewonnen). Das ist auch ein Grund meiner Abstinenz bezüglich aller sozialen Medien: Über den neuesten politischen Nonsens bin ich mit Verzögerung auf dem Laufenden, diverse Bonmots (bzw. das, was sich dafür hält) kann mir jemand auch per Mail mitteilen. Wenn sie denn etwas so ungeheuer Geistreiches vermitteln.

Und was Kontakte anbelangt, bin ich eher ein analoger Typus: Fast alle Mail-, Blog-, Chat-, Internetbekanntschafen, die über rein pragmatische Unterhaltungen hinausgingen, habe ich irgendwann persönlich getroffen. Was manchmal ernüchternd, dann wieder amüsant, selten ärgerlich war. Jedenfalls ist meine Sehnsucht nach mehreren tausend Followern (Freunden?) mehr als begrenzt: Wie es mich überhaupt beunruhigen würde, wenn mir jemand "folgen" würde (außer beim Nachwuchs, der mir aber diesbezüglich die Gefolgschaft ohnehin aufkündigt).

lg

orzifar
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