Autor Thema: Habe im Blog...  (Gelesen 131162 mal)

Offline orzifar

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1095 am: 21. April 2019, 23.47 Uhr »
... mich aus gegebenem Anlass dazu hinreissen lassen, eine Nummer der Zeitschrift "Karl May in Leipzig" zu präsentieren.

Ich könnte derzeit nur mit einer Geschichte vom Ostereiersuchen aufwarten. Werde vom Nachwuchs in meinem Bildungshunger gehindert.

lg

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Offline sandhofer

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1096 am: 22. April 2019, 05.25 Uhr »
Ich könnte derzeit nur mit einer Geschichte vom Ostereiersuchen aufwarten. Werde vom Nachwuchs in meinem Bildungshunger gehindert.

Wäre sicher auch interessant; ich frage mich seit Jahren, woher der Osterhase kommt...

Daneben habe ich die Ostertage - so weit es den Blog betrifft - mit einem Beitrag über ein paar Kurzgeschichten von William S. Burroughs beendet. Das Buch lag schon längere Zeit hier gelesen herum; aber ich wusste wirklich nicht, was schreiben. Einer von uns beiden ist zu doof - ich oder "Die alten Filme".
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Offline orzifar

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1097 am: 25. April 2019, 04.25 Uhr »
Ich könnte derzeit nur mit einer Geschichte vom Ostereiersuchen aufwarten. Werde vom Nachwuchs in meinem Bildungshunger gehindert.

Wäre sicher auch interessant; ich frage mich seit Jahren, woher der Osterhase kommt...


Aus dem Wald, wäre mir am Mittwoch vor Ostern beinahe vor das Auto gelaufen und wurde interessanterweise von meiner biologisch offenbar unbedarften Tochter als Reh mit langen Ohren identifiziert. Da er glücklicherweise überlebt hat, gab's am Ostersonntag auch das obligate Gesuche.

Und im Blog habe ich einem Buch über die Neandertaler ein paar Zeilen gewidmet - trotz des Alters und mancher fragwürdiger "Erzählformen" ganz lesbar.

lg

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Offline sandhofer

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1098 am: 27. April 2019, 05.35 Uhr »
... Maria Sybilla Merian vorgestellt. Im Grunde genommen entzieht sich das Buch jeder Besprechung. Schon rein physisch: Um daraus zitieren zu können, muss ich es auf dem Esstisch aufschlagen und zwischen PC und Esszimmer hin und her rennen...
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Offline sandhofer

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1099 am: 28. April 2019, 05.54 Uhr »
... recht kluge und witzige Fantasy präsentiert: "Anansi Boys" von Neil Gaiman. Hat mir, ehrlich gesagt, besser gefallen, als sein hochgerühmtes "American Gods".
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Offline orzifar

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1100 am: 02. Mai 2019, 05.19 Uhr »
... das "Lob der Torheit" nicht wirklich gelobt. Ohne historische Bezugnahme bleibt der Text doch ein wenig platt.

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Offline sandhofer

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1101 am: 03. Mai 2019, 14.16 Uhr »
Ich hatte das irgenwie positiver gelesen. Aber wahrscheinlich, weil ich diese Bezugnahmen vornahm.
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Offline orzifar

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1102 am: 04. Mai 2019, 04.38 Uhr »
Ich hatte das irgenwie positiver gelesen. Aber wahrscheinlich, weil ich diese Bezugnahmen vornahm.

Ich hatte fast eine Art schlechtes Gewissen beim Schreiben und habe manche Formulierungen weichgespült. (An meine Erstlektüre hatte ich ebenfalls positive Erinnerungen.) Aber es gab immer wieder so hohle Phrasen, die mich dann unduldsam werden ließen: "Niemand neigt ihnen [den Toren] ihnen gegenüber zu Gehässigkeiten, sogar wilde Tiere lassen diese Menschen ungeschoren, als ob sie ein natürliches Gespür für ihre Harmlosigkeit hätten." Ob die Dorfeinfaltspinsel im 16. Jahrhundert tatsächlich immer ungeschoren davon kamen? Ja sie können noch nicht einmal Beleidigungen empfinden: "Höchstens ein Stein, der ihnen aufs Haupt fiele, würde von ihnen als Übel empfunden." Dann kommt ein Loblied auf das goldene Zeitalter, wo "man zu ehrfürchtig war, um die Geheimnisse der Natur aufzudecken", erst später wurde "anmaßendes Wissen" angesammelt und damit alles Unglück herabbeschworen - als der Mensch versuchte, "die Schranken seines Schicksals zu überschreiten". Das ist dümmliche Zivilisationskritik - nichts weiter. Und darf so karikierend auch mal ausgesprochen werden - aber nur, wenn dann ein wenig tiefer gegraben wird. Und im Gegensatz zum Toren der Weise, Gelehrte, der "den besten Teil des Lebens mit unaufhörlichen Nachtwachen, Sorgen und Schweiß verdirbt und auch sonst sich im Leben kein bißchen Vergnügen erlaubt, der immer knauserig, arm, gedrückt, finster ungerecht und hart gegen sich war, von Bleichsucht, Magersucht, Kränklichkeit und Triefäugigkeit gezeichnet, von Greisentum und Weißhaarigkeit vor der Zeit entstellt und vor der Zeit aus dem Leben fliehend". Usf. Das ist billig und nichts weiter als ein Klischee, einzig wo Erasmus ganz konkret das Christentum kritisiert, wird es interessanter.

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1103 am: 04. Mai 2019, 05.20 Uhr »
Ich habe die Torheit in diesen Passagen nicht ernst bzw. beim Wort genommen. Erasmus spielt hier m.M.n. ein doppeltes Spiel: da gibt es die Torheit, die wirklich törichte Ansichten äussert, dann gibt es die Torheit, die unter dem Mantel ihrer Torheit, Erasmus' Kirchenkritik vorträgt.

Meinerseits habe ich übrigens den neuesten Rex-Stout-Krimi in der Reihe der Neuübersetzungen bei Klett-Cotta ... nun ja ... auch "nicht wirklich gelobt";D
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Offline sandhofer

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1104 am: 05. Mai 2019, 05.18 Uhr »
... einen österreichischen Roman von Erwin Uhrmann (der offenbar vor allem Lyrik schreibt) vorgestellt. "Toko" (so heissen Roman, Onkel und Hund) lässt mich einigermassen ratlos zurück. Nicht gut, nicht schlecht (aber doch eher gut). Mehr Saurier als Menschen, aber die Saurier sind alle vom Untergang bedroht.
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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1105 am: 05. Mai 2019, 21.38 Uhr »
Ich habe die Torheit in diesen Passagen nicht ernst bzw. beim Wort genommen. Erasmus spielt hier m.M.n. ein doppeltes Spiel: da gibt es die Torheit, die wirklich törichte Ansichten äussert, dann gibt es die Torheit, die unter dem Mantel ihrer Torheit, Erasmus' Kirchenkritik vorträgt.

Natürlich spielt sie ein doppeltes Spiel: Der eine Teil zeigt uns die "weise" Torheit, die das Leben bejaht, es schön findet ohne alle sophistische Begründungen. Die die vermeintliche Intelligenz für ihre Unfruchtbarkeit kritisiert, ihre Lebensfeindlichkeit. Das ist der Grundtenor - und der ist natürlich bis zu einem gewissen Grad berechtigt, auch in unserer Zeit. - Wenn aber die Torheit im gleichen Atemzug tatsächlich Törichtes äußert (oder darüber im Unklaren lässt, was denn da nun gemeint sei und ob es nun eine törichte Weisheit oder eine törichte Dummheit sei), dann verkommt dieses Spiel zu etwas Beliebigem - und es wird völlig unkritisierbar. Mag sein, dass dies durchaus gewollt war (im Sinne einer Unangreifbarkeit des Autors), für den Leser (den _heutigen_ Leser) ist es aber unerquicklich. Wobei ersteres, die triviale Bejahung eines lust- und gefühlsbetonten Lebens bzw. die Dichotomie von Gefühl - Verstand nebst der entsprechenden Zuteilung zur Intelligentsia oder Einfalt mich mehr gestört hat.

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orzifar
« Letzte Änderung: 07. Mai 2019, 06.34 Uhr von orzifar »
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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1106 am: 06. Mai 2019, 08.05 Uhr »
... zwei Essays von John Burroughs vorgestellt, die sich mit dem sog. 'nature writing' beschäftigen. Transzendentalistisch bis ins Detail.
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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1107 am: 07. Mai 2019, 06.18 Uhr »
Wenn aber die Torheit im gleichen Atemzug tatsächlich Törichtes äußert (oder darüber im Unklaren lässt, was denn da nun gemeint sei und ob es nun eine törichte Weisheit oder eine törichte Dummheit sei), dann verkommt dieses Spiel zu etwas Beliebigem - und es wird völlig unkritisierbar.

Ich verstehe, was Du meinst. Ich habe den Text nicht so in Erinnerung, müsste ihn aber nochmals lesen. Vielleicht nächstes Jahr... lvw
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Offline orzifar

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1108 am: 08. Mai 2019, 03.06 Uhr »
... zwei Essays von John Burroughs vorgestellt, die sich mit dem sog. 'nature writing' beschäftigen. Transzendentalistisch bis ins Detail.

Den ersten Essay John Burroughs' glaube ich gelesen zu haben, wobei mir der implizite Essentialismus sauer aufgestoßen hat. Diese Art von "Wesensphilosophie" scheint mir grundlegend falsch zu sein (das "Wesen" ist immer metaphysischer Natur, kann - wie bei Burroughs - nur erfühlt werden und ist rationaler Analyse stets unzugängig, so wie das Wesen Gottes auch nur "geschaut" werden kann in ganz bestimmten Augenblicken einer exaltierter Verfassung). Du verfährst zumeist sehr gnädig mit solchen - natürlich historisch bedingten - Anschauungen wie etwa auch bei Ralph Waldo Emerson (Musil hat auf den viel gehalten - das warum hat sich mir nie erschlossen), mich öden sie - je älter ich werde - nur noch an, weil sie so hoffnungslos veraltet und obsolet sind.

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Re: Habe im Blog...
« Antwort #1109 am: 08. Mai 2019, 08.28 Uhr »
Du verfährst zumeist sehr gnädig mit solchen - natürlich historisch bedingten - Anschauungen wie etwa auch bei Ralph Waldo Emerson (Musil hat auf den viel gehalten - das warum hat sich mir nie erschlossen), mich öden sie - je älter ich werde - nur noch an, weil sie so hoffnungslos veraltet und obsolet sind.

Mich interessiert so etwas per se - die verschiedenen Arten, wie der Mensch ein Problem angeht. (Oder, manchmal, auch nur erst erschafft.)

Im Übrigen habe ich einen literaturwissenschaftlichen Abriss Gottfried Kellers vorgestellt, von dem mir ansonsten unbekannten Professor Ulrich Kittstein aus Mannheim.
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