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Lektüren, Rezensionen => Bistro => Thema gestartet von: sandhofer am 12. Juli 2019, 20.17 Uhr

Titel: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 12. Juli 2019, 20.17 Uhr
Hallo!

Ich bin gerade ein wenig auf dem Biografien-Trip. 3 Kant-Biografien warten bereits; etwas über Hölderlin möchte ich auch noch gerne ... Und dann die kleineren Fische zwischendurch.  lvw

Grüsse

sandhofer
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 15. Juli 2019, 02.53 Uhr
Hallo,

Ich bin gerade ein wenig auf dem Biografien-Trip. 3 Kant-Biografien warten bereits; etwas über Hölderlin möchte ich auch noch gerne ... Und dann die kleineren Fische zwischendurch.  lvw

Ich lese Biographien häufig als historische Werke, die dann die Zeit aus einer bestimmten Sicht beleuchten. - Hatten wir nicht sogar mal eine Unterhaltung, in der du dich als wenig begeistert in Bezug auf Biographien geäußert hast? Kann mich aber auch täuschen ...

lg

orzifar

Welche Biographien von Kant bzw. Hölderlin?
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 17. Juli 2019, 21.43 Uhr
Hallo!

Hatten wir nicht sogar mal eine Unterhaltung, in der du dich als wenig begeistert in Bezug auf Biographien geäußert hast? Kann mich aber auch täuschen ...

Das kann durchaus sein; ich habe ja den Thread hier auch eröffnet, weil ich selber von mir überrascht bin.

Welche Biographien von Kant bzw. Hölderlin?

Kant muss ich noch nachschauen, das weiss ich jetzt nicht auswendig: Hölderlin ist es der Bericht von Wilhelm Waiblinger.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 18. Juli 2019, 05.41 Uhr
Hallo!

Hatten wir nicht sogar mal eine Unterhaltung, in der du dich als wenig begeistert in Bezug auf Biographien geäußert hast? Kann mich aber auch täuschen ...

Das kann durchaus sein; ich habe ja den Thread hier auch eröffnet, weil ich selber von mir überrascht bin.


Schön, wenn man sich noch selbst überraschen kann. Mir gelingt das immer seltener - und das ist kein gutes Zeichen.

lg

orzifar
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 24. Juli 2019, 19.57 Uhr
Welche Biographien von Kant bzw. Hölderlin?

So, nun habe ich endlich Zeit gefunden, das Buch schnell hervorzusuchen:

Es sind Borowski, Jachmann und Wasianski.  Alle drei in einem Band bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erschienen.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 25. Juli 2019, 04.55 Uhr
Welche Biographien von Kant bzw. Hölderlin?

So, nun habe ich endlich Zeit gefunden, das Buch schnell hervorzusuchen:

Es sind Borowski, Jachmann und Wasianski.  Alle drei in einem Band bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erschienen.

Nichts dabei, was ich hier stehen hätte. Weil ich auch grad mal Lust auf ein bisschen Kant (in welcher Form auch immer) hätte. Ich werde mich vielleicht an die sehr umfangreichen von Vorländer machen (dich ich teilweise kenne).

lg

orzifar
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 26. Juli 2019, 19.51 Uhr
Nichts dabei, was ich hier stehen hätte. Weil ich auch grad mal Lust auf ein bisschen Kant (in welcher Form auch immer) hätte. Ich werde mich vielleicht an die sehr umfangreichen von Vorländer machen (dich ich teilweise kenne).

Ich hab hier noch "Immanuel Kant. Der Mann und das Werk" von Vorländer. Habe ich vor langer, langer Zeit einmal gelesen und wollte es eigentlich relativ rasch nach den andern Biografien lesen; jetzt hat es mir 8 Bände Tagebücher von Ferdinand Beneke 'reingeschneit ... lvw Da wird das wohl so rasch nichts.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 27. Juli 2019, 05.48 Uhr
Im weitesten Sinne ist es auch eine Biografie: Die - wie es im Klappentext heisst - überfällige Streitschrift (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10550) - von Reinhard Horowski: Hölderlin war nicht verrückt. Wie immer bei solchen Fragen: Sie lassen sich mehr als 175 Jahre nach dem Tod des 'Patienten' nicht mehr klären.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 27. Juli 2019, 06.23 Uhr
Ich hab hier noch "Immanuel Kant. Der Mann und das Werk" von Vorländer. Habe ich vor langer, langer Zeit einmal gelesen und wollte es eigentlich relativ rasch nach den andern Biografien lesen; jetzt hat es mir 8 Bände Tagebücher von Ferdinand Beneke 'reingeschneit ... lvw Da wird das wohl so rasch nichts.

Das Buch von Vorländer meinte ich. Ich habe kaum eine Erinnerung daran, kommt vielleicht wieder beim Lesen.

lg

orzifar
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 04. August 2019, 06.08 Uhr
Waiblingers Text, in einer durchaus empfehlenswerten Ausgabe, habe ich nun auch im Blog vorgestellt (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10582).
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: Karamzin am 04. August 2019, 07.19 Uhr
Die Kant-Biographie von Manfred Kühn empfand ich als gut lesbar, die inzwischen sogar ins Türkische übersetzt wurde.


Was Hölderlin betrifft, so stand ja zeitweise die These von Pierre Bertaux im Raum, dass dieser nur Geisteskrankheit simuliert hätte, um seine Ruhe zu haben. Das geht natürlich nicht.

Zum einen wurde gezeigt, dass die späte Lyrik Hölderlins der Tübinger Zeit ebenfalls mit vollem Recht als Literatur angesehen werden muss, nachdem über lange Zeit nur die Produkte von "Gesunden" dazu gezählt wurden.
Sodann haben sich Literaturwissenschaftler und Neurologen/Psychiater einmal zu einer gemeinsamen Konferenz über Hölderlin zusammengefunden, wobei sich zeigen sollte, dass auch der "Fall Hölderlin" den Ärzten manchen Aufschluss bringen kann.

Zwölf Jahre nach der ersten Ausgabe kam jetzt 2019 zum zweiten Mal in meine Buchhandlung (und der Preis verdoppelte sich auch):

Johannes Heinrichs: Revolution aus Geist und Liebe. Hölderlins "Hyperion" durchgehend kommentiert. Steno-Verlag, München u. a. 2007.

Dieses Buch werde ich im September mit nach Meran nehmen, um den "Hyperion" in der handlichen Ausgabe im Deutschen Klassiker Verlag - Friedrich Hölderlin: Hyperion. Empedokles. Aufsätze. Übersetzungen. Hrsg. von Jochen Schmidt. Frankfurt am Main 2008 - zu lesen.
(und diese Ausgabe wiederum wurde auf 10 Euro in meiner Buchhandlung herabgesetzt)


Ziel: ich möchte meinen russischen Kollegen den "Hyperion" im Hölderlin-Jahr 2020 in einem Aufsatz vorstellen, zumal die Handlung zur Zeit des russisch-türkischen Krieges 1769/71 spielt; in Russland ist Hölderlin kaum bekannt, der sicher auch nur schwer zu übersetzen sein dürfte.

Wenn ich nun den "Hyperion" und das Buch von Johannes Heinrichs mit seinen Kommentaren zu jedem Absatz des Textes nebeneinander lege, womit ich bereits begonnen habe, ergeben sich mannigfache Reibungsflächen (und bei mir hier ein schiefes Bild).

Heinrichs (geb. 1942) ist Ex-Jesuit und Philosoph, von den Ereignissen 1968 durchaus geprägt und von der sozialen Frage berührt. Von seiner Gelehrsamkeit kann ich auf der einen Seite nur profitieren.

Auf der anderen Seite ist mir dieser Autor fremd in seiner Denkweise. Den Historiker entnervt das ständige Hin- und Herspringen dieses Philosophen zwischen Hölderlin und  den ganzen Kämpen des 20. Jahrhunderts - Heidegger, Husserl, Thomas Mann, da geht es um Gedanken des philosophisch beschlagenen Hegel- und Schellingfreundes Hölderlin, die 150-200 Jahre später in völlig anderen Epochenzusammenhängen weitergesponnen werden. Das will ich eventuell gar nicht alles wissen, weil die Probleme dieser Epochen mich jetzt nicht so bewegen. Und vieles scheint mir hier auch übertrieben, manches mag zufällig übereinstimmen, was aber im 20. Jh. nicht direkt bei Hölderlin gelesen wurde. Nun ja, wer sich vorwiegend in diesen Sphären bewegt, kann ja auf seine Kosten kommen.

Gleichzeitig lese ich Jozef Piorczynski (hier ohne diakritische Zeichen; ich müsste den Text hier erst woanders schreiben), dem polnischen Botschafter in Deutschland, Der Pantheismusstreit. Spinozas Weg zur deutschen Philosophie und Kultur, Würzburg 2019.
Wieder ein Philosoph (seufz), aber erst einmal vorwiegend in der konkret festzumachenden Zeit um 1785.

Heinrichs führt mich also mit seinen Lesarten durch den "Hyperion", und ich will meinen russischen Freunden eine "Historisierung" an die Hand geben.
Ich möchte dabei nicht die mich ebenfalls ziemlich nervenden und zum Teil moralingesättigten "Orientalismus"-Debatten (Schuld der Kolonialherren) im Gefolge Edward Saids und dann J. Osterhammels lesen müssen - da, von heutigen Standpunkten aus, viel zu sehr verallgemeinernd ("der Orient") und modernisierend, das neue Griechenland des 18. Jahrhunderts muss man erst einmal nicht mit dem Kolonialdiskurs zusammenwürfeln -

sondern jetzt will ich die Jahre 1792-1797 in den Blick nehmen, was heisst denn jetzt für welches Jahr konkret Auswirkungen "der Französischen Revolution" (in  welcher ihrer Etappen denn), da in Süddeutschland Jourdan einbricht und Goethe seine Reise nach Italien abbricht und wieder zu Christiane zurückkehrt.
Was bedeutet denn die Terreur, die in der DDR und der Sowjetunion als so heilsam gepriesen wurde, "Abwehr äußerer Gefahren" in höchster Not rechtfertigt Massenabschlachtungen, aber 1794 war der Feind schon zurückgeschlagen, und 1937 stand der entscheidende Zusammenstoß noch bevor ... unerträglich diese Terror-Apologie auch bei dem ansonsten geschätzten Walter Markov, Anführer des Aufstandes 1945 im Zuchthaus Siegburg ... Und dann kommt der arme Hölderlin wieder zurück aus Südfrankreich, wo man sich jetzt in der Zeit des Friedens von Amiens nach den napoleonischen Siegen erst einmal zur Ruhe setzen will, völlig fertig und von Apoll geschlagen ...


Gleichzeitig sitzt in jenen Jahren Johann Heinrich Jung-Stilling an seinem herrlich kaputten und religiös entrückten Mammut-Roman "Das Heimweh", den ich sogar vor dem Jubiläum 1994 in Gänze gelesen hatte ("nur" 2400 Seiten und damit kürzer als "Sophiens Reise von Memel nach Sachsen" mit ihren 3700 Seiten),
und bei einem Vortrag in Jung-Stillings Heimat, dem Siegerland, ist der Saal zum Bersten voll, Stühle müssen in den Saal hineingetragen werden, so etwas gäbe es bei Wieland oder Herder im heimatlichen Weimar nicht, "der Herbstwind raßt" draußen genauso, wie es in den Schlussworten des "Heimwehs" klingt, und der nichtreligiöse Mensch aus dem Osten ist ganz erstaunt und gerührt über die Hingabe der religiösen Menschen in Westfalen an das Werk des Siegerländers, der sein Solyma irgendwo in der usbekischen Wüste bei Samarkand und Buchara aufsuchen will, das Reich des ewigen Heils und Friedens...

Himmel, ich schweife ab, wo war ich doch gleich nochmal stehengeblieben?

noch einmal zum "Orientalismus":
am Anfang standen, auch für Hölderlin,  1792 "Les Ruins" von Volney, diese großartige Geschichtsschau, die auch Karamzin begeisterte  - und diese Lektüre hat mich in den letzten Jahren dann doch viel mehr gefesselt als Karl Marx in all den Jahrzehnten!

Und jetzt doch noch einmal der "Hyperion" und die Deutschen-Schelte eines Autors, der sein Vaterland doch glühend liebt, auf zum vierten Mal nach den Anfängen 1972.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 05. August 2019, 19.33 Uhr
Die Kant-Biographie von Manfred Kühn empfand ich als gut lesbar, die inzwischen sogar ins Türkische übersetzt wurde.

Danke für den Tipp. Merke ich mir mal.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 13. Oktober 2019, 07.37 Uhr
Welche Biographien von Kant bzw. Hölderlin?

So, nun habe ich endlich Zeit gefunden, das Buch schnell hervorzusuchen:

Es sind Borowski, Jachmann und Wasianski.  Alle drei in einem Band bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erschienen.

Den Text von Borowski habe ich unterdessen gelesen (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10732). (Im Vorwort der heutigen Herausgeber wird übrigens Kühne auch gelobt. Muss ich mir nun wirklich mal besorgen.) Borowski ist etwas simpel gestrickt und hält keine Chronologie ein. Dazu etwas sehr adulatorisch, aber dennoch ein gutes Bild des jungen Kant liefernd.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 02. November 2019, 05.36 Uhr
Die zweite meiner drei Kant-Biografien, die von Jachmann, fand ich bedeutend weniger interessant (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10788), als die erste von Borowski. Jachmann bleibt meiner Meinung nach zu sehr an der Oberfläche kleben - wohl, weil er Kant eben nur oberflächlich kannte. (Oder, weil er ein oberflächlicher Mensch war?)
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 16. November 2019, 06.33 Uhr
Im Blog habe ich gerade eine mir unvermutet zugeflogene Quasi-Biografie von Thomas Knubben über Hölderlin vorgestellt: "Hölderlin. Eine Winterreise". Von der Bewerbung her ein bisschen reisserisch, aber ganz ok.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 21. November 2019, 19.48 Uhr
Und die nächste Quasi-Hölderlin-Biografie ist auch schon in Arbeit ...
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 24. November 2019, 06.03 Uhr
Mit dem Text von Ehregott Andreas Christoph Wasianski ist nun die letzte der drei "Ur-Biografien" Kants ebenfalls im Blog vorgestellt (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10837). Meines Erachtens die beste von den drei; menschlich berührend ohne sentimental zu werden - oder gar, was in Anbetracht der Tatsache, dass Wasianski Prediger war, durchaus hätte sein können - christliche Gemeinplätze zu versprühen. Eine liebevolle, aber dennoch sachliche und präzise Schilderung des Zerfalls eines alten Menschen. (Der hier - zufällig - einmal ein grosser Philosoph gewesen war.)
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 02. Dezember 2019, 19.50 Uhr
Es ist Land in Sicht, was die Biografien-Flut angeht. Höchstens noch drei oder vier...
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 03. Dezember 2019, 01.04 Uhr
Es ist Land in Sicht, was die Biografien-Flut angeht. Höchstens noch drei oder vier...

Für den seinerzeitigen Verächter des Genres eine ganz passable Leistung ;).

lg

orzifar
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 07. Dezember 2019, 06.16 Uhr
Danke!  ;D

Es sind, glaube ich, nur noch zwei. Und die erste, nochmals eine über da Vinci, ist nun heute im Blog verewigt (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10865) worden.  :D
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 14. Dezember 2019, 05.09 Uhr
Es sind, glaube ich, nur noch zwei. Und die erste, nochmals eine über da Vinci, ist nun heute im Blog [...]

Ich habe noch eine mehr gefunden. Jedenfalls ist Böhmers "Hegel & Hegel" (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10877) zumindest auch eine Biografie. Der Text ist kurz, witzig und süffig zu lesen. Insofern durchaus eine Empfehlung für zwischendurch.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 16. Dezember 2019, 20.37 Uhr
Aber mit dem Deutschen Idealismus bin ich für den Moment durch.  8)
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 18. Dezember 2019, 00.13 Uhr
Es sind, glaube ich, nur noch zwei. Und die erste, nochmals eine über da Vinci, ist nun heute im Blog [...]

Ich habe noch eine mehr gefunden. Jedenfalls ist Böhmers "Hegel & Hegel" (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10877) zumindest auch eine Biografie. Der Text ist kurz, witzig und süffig zu lesen. Insofern durchaus eine Empfehlung für zwischendurch.

Klingt gut. So kann ich mich einer Hegelei auch annähern.

lg

orzifar
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 19. Dezember 2019, 19.02 Uhr
Ja. Ist wirklich ganz interessant. Hegel und der Weingeist...
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 20. Dezember 2019, 19.32 Uhr
Ich habe mir aber noch eine Biografie zu Weihnacht gewünscht...  :angel:
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 21. Dezember 2019, 06.10 Uhr
Das - im Moment letzte - biografische Werk im weitesten Sinne ist eher eine Art Doppelbiografie (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10887): Nämlich des wahlzürcher Reformators Leo Jud und des wahlzürcher Dadaisten Hugo Ball. Die Grundidee hätte ein witziges und interessantes Büchlein ergeben können. Leider vergibt Greminger seine selbst geschaffene Chance.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 25. Januar 2020, 07.27 Uhr
Das - im Moment letzte - biografische Werk im weitesten Sinne [...]

Da kommt noch ein Nachzügler. (Kommt ja in den besten Familien vor.) Auch ein Zwitter zwischen Belletristik und "harter" Biografie. Dirk Stermann: Der Hammer. (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=10990) Mit Abstrichen geniessbar. (Ich war ja versucht, Stermann, der zwar Deutscher ist, aber seine Karriere offenbar vorzüglich in Österreich gemacht hat, unter "österreichischer Literatur" abzulegen...  :angel: )
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 03. Februar 2020, 06.25 Uhr
Zählt "Doktor Faustus" von Thomas Mann als Biografie?
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 04. Februar 2020, 02.15 Uhr
Zählt "Doktor Faustus" von Thomas Mann als Biografie?

Nöö!
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 07. Februar 2020, 06.37 Uhr
Zählt "Doktor Faustus" von Thomas Mann als Biografie?

Ist das deine Erstlektüre? Den Faustus habe ich ausnehmend geschätzt, ich wollte schon länger mal einiges von Th. Mann wiederlesen (nachdem ich mir die Tagebücher zugelegt habe). Der Faustus hat mich auch mit der Sonate op 111 bekannt gemacht, die noch immer zu meinen Lieblingen zählt.

lg

orzifar
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 07. Februar 2020, 06.59 Uhr
Ist das deine Erstlektüre? Den Faustus habe ich ausnehmend geschätzt, ich wollte schon länger mal einiges von Th. Mann wiederlesen (nachdem ich mir die Tagebücher zugelegt habe).

Die zweite oder dritte. Vom Romancier Mann habe ich wahrscheinlich alles schon mindestens einmal gelesen; von seinen kürzeren Texten die wichtigsten, von seinen Essays fast gar nichts. In seine Tagebücher habe ich mal hineingeguckt, aber die Dinger sind mir zu ausführlich. Obwohl sicher einiges darin interessant wäre.
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 08. Februar 2020, 05.14 Uhr
Ist das deine Erstlektüre? Den Faustus habe ich ausnehmend geschätzt, ich wollte schon länger mal einiges von Th. Mann wiederlesen (nachdem ich mir die Tagebücher zugelegt habe).

Die zweite oder dritte. Vom Romancier Mann habe ich wahrscheinlich alles schon mindestens einmal gelesen; von seinen kürzeren Texten die wichtigsten, von seinen Essays fast gar nichts. In seine Tagebücher habe ich mal hineingeguckt, aber die Dinger sind mir zu ausführlich. Obwohl sicher einiges darin interessant wäre.

Ich wäre sehr überrascht gewesen, wenn du den Faustus noch nicht gelesen hättest, es klang irgendwie nach Erstlektüre (deshalb auch meine etwas erstaunte Antwort). - Außer den politischen Texten kenne ich fast alles, die unseligen Betrachtungen eines Unpolitischen - wenn sie so heißen - habe ich nicht durchgehalten, die biographischen Sachen waren nicht übel (etwa der Essay über Schopenhauer), das ist aber schon lange her. Ich würde all das gerne mal wiederlesen, sehen, wie das alles heute auf mich wirkt.

lg

orzifar
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 09. Februar 2020, 07.05 Uhr
Auch keine Biografie - jedenfalls nach Intention des Autors: Wolfgang Hildesheimers Essay "Mozart" (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=11124). (Wobei ich einen 400 Seiten langen "Essay" sehr, sehr lang finde.)
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 01. März 2020, 07.26 Uhr
Jetzt bin ich auch mal dran mit einer Biographie: Webers Perikles (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=11176). Sehr lesbar.

lg

orzifar
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 02. März 2020, 06.08 Uhr
Webers Perikles (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=11176).

Dein "Weber" ist, glaube ich, derselbe wie mein "Weeber" (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=9126), oder?
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: orzifar am 02. März 2020, 06.27 Uhr
Webers Perikles (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=11176).

Dein "Weber" ist, glaube ich, derselbe wie mein "Weeber" (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=9126), oder?

Ja genau. Der hat immer wieder mal seine Werke unter verschiedenen Namen erscheinen lassen. Zitat Wiki: "Karl-Wilhelm Weeber (* 13. Mai 1950 in Witten) ist ein deutscher klassischer Philologe und Althistoriker. Seine Bücher erschienen zum Teil auch unter den Schreibweisen Carl Wilhelm Weber und Carl W. Weber."

lg

orzifar
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 05. März 2020, 08.04 Uhr
Hallo!

Bei mir ist wieder eine Biografie eingetrudelt - als Rezensionsexemplar. Sagt jemand der Name Alma M. Karlin etwas? Ich hatte zuvor nie von ihr gehört. Sie soll zwischen den beiden Weltkriegen als Reiseschriftstellerin sehr bekannt gewesen sein.

Grüsse

sandhofer
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 09. März 2020, 06.10 Uhr
Alma M. Karlin

Ich habe tatsächlich (in einem andern Forum) jemand gefunden, die den Namen kannte. Viel mehr allerdings nicht. Scheint sich,  zumindest, was die heutige Situation angeht, um eine Autorin zu handeln, die "Big in Japan" ist. Bzw. "Big in Slovenia". Von dorther stammt sie nämlich, nach heutigen politischen Grenzen. (Bei ihrer Geburt war das noch als Herzogtum Steiermark Teil von Österreich-Ungarn.)
Titel: Re: Biografien
Beitrag von: sandhofer am 15. März 2020, 11.05 Uhr
Damit das auch in diesem Thread auffindbar ist: Die Biografie ist seit heute im Blog zu finden (https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=11234). Sie war sehr interessant, wenn auch nicht ohne "Konstruktionsfehler".