Band 5: Keine Erinnerungen aus dem literarischen Leben, sondern welche an Krieg und Sterben - nun auch im Blog.
Bei der Schilderung der Kriegsereignisse70/71 fielen mir Maupassants
Recits de guerre und da besonders
Boule de suif und
La Mère Sauvage ein. Maupassant war selbst Kriegsteilnehmer. Da du gerade
Stark wie der Tod nicht übel fandest, vielleicht eine weitere Bestätigung, dass M. als Erzähler besser ist als sein Ruf… Mir jedenfalls haben die Erzählungen gut gefallen.
...Pferde- und Eselsfleisch (zum grossen Ekel der verwöhnten Literaten!)...
Und ich dachte immer, der Verzehr von Pferdefleisch sei in Frankreich traditionell, weit verbreitet und beliebt... Noch heute sieht man ja "boucheries chevalines", die Metzgereien mit dem Pferdekopf über der Tür. Als ich das allererste Mal in Frankreich war, gab der Hausherr mir, der ahnungslosen Deutschen, durch Wiehern und Reitbewegungen zu verstehen, dass das Fleisch auf meinem Teller vom Pferd und etwas sehr Gutes sei. Ich hab jetzt mal nachgeschaut. Außer der Hippophagie aus rituellen Gründen in grauer Vorzeit scheint sich das Konsumieren von Pferden in Frankreich erst während der Revolution „eingebürgert“ zu haben, aus Not, aber durchaus auch mit einem antiaristokratischen Beigeschmack

. Und die Kriegszeit 70/71 und die Commune brachten einen weiteren Schub. Der Höhepunkt des Pferdekonsums soll Ende des 19. Jahrhunderts gewesen sein, von da an ging’s bergab… Noch bis in die achtziger Jahre des 20.Jahrhunderts wurden die abgehalfterten Pferde der Nationalen Garde in den Läden als Delikatesse oder eher preisgünstige Fleischvariante feilgeboten.