Hallo!
Eine historische Betrachtung der kosmologischen Vorstellungen von den Vorsokratikern bis in die Gegenwart. Was sich zu Anfang recht gut liest, wird im Laufe der Geschichte immer oberflächlicher, manches (etwa die Einflüsse des Islam) werden nur kurz gestreift, dann wieder vermisst man die philosophische Aufbereitung, die bei den Griechen noch durchaus ansprechend ist. Nach vielversprechendem Beginn wird das Ganze so zu einem Allerweltsbuch, das für einen mit der Thematik vertrauten Leser nicht viel Neues birgt.
Ein weiteres Manko ist der gänzliche Verzicht auf Zeichnungen, graphische Darstellungen. Dies scheint mir sowohl bezüglich der kosmologischen Vorstellungen (sehr gut gelöst etwa in dem Buch von Lindberg) als auch der für die Erforschung verwendeten Geräte unerlässlich. Wer etwa zum ersten Mal von der Äquanten- oder Exzentertheorie des Ptolemaios hört, wird mit einer rein sprachlichen Darstellung kaum sein Auslangen finden - und auch die mittelalterlichen bzw. neuzeitlichen Geräte zur Himmelserforschung erschließen sich dem Geist nicht wirklich anhand einer Beschreibung. So bietet dieses Buch zwar einen recht guten Überblick, teilweise auch interessante Ansätze (wie etwa das Abschlusskapitel über die "Harmonie"), kann aber - auch wegen seines geringen Umfanges von etwas mehr als 200 Seiten - nicht wirklich befriedigen.
lg
orzifar