Author Topic: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus  (Read 6658 times)

Offline orzifar

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Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« on: 06. September 2013, 19.57 Uhr »
Hallo!

Wer sich über den Skeptizismus und seine Verbindungen mit der Erkenntnistheorie informieren will, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Das Außergewöhnliche bei Musgrave ist seine Klarheit und Verständlichkeit, die gerade bei solchen Themen häufig außen vor bleibt. So nebenbei liest sich das auch als eine Geschichte des Skeptizismus, kenntnisreich dargestellt, mit zahlreichen Beispielen - und trotz aller Verständlichkeit ist dies auch eine Darstellung auf hohem Niveau. Philosophie, wie sie sein soll - und wie sie leider ihresgleichen sucht.

Die Aufbereitung der Problematik erfolgt sehr klug: Der Leser wird mit plausiblen Haltungen konfrontiert, diese werden hinterfragt und auf ihre Tauglichkeit als Letztbegründung überprüft. Scheinbare Selbstverständlichkeiten werden als Scheinwissen entlarvt, der metaphysische Hintergrund aller Realitätsauffassung betont, um - im Sinne der kritischen Rationalismus - schließlich bei einem konsequenten Fallibilismus zu landen.

Eine Empfehlung ohne wenn und aber ...

lg

orzifar
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Offline orzifar

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #1 on: 15. November 2013, 06.37 Uhr »
Hallo!

Das Buch erscheint noch immer in meiner Leseliste: Nicht, weil ich mich durchquälen müsste, sondern weil ich es genieße, kreuz und quer in ihm zu lesen, es immer wieder aufzuschlagen. Und ich möchte noch einmal eine Lanze für den Musgrave brechen: Wer an Philosophie im allgemeinen, Erkenntnistheorie im besonderen Interesse hat, ist mit diesem Werk bestens bedient (im Gegensatz zu den vielen populären Darstellungen, die da suggerieren, dass das Denken von Philosophen nichts anderes ist als eine sprachlich mediokre Darstellung von Alltagsproblemen (wobei: Manchmal mag dies seine Richtigkeit haben): Und dann Monographien für Gestresste, Urlauber oder Angeber verfassen, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt werden). Musgrave gelingt der Spagat zwischen hoher philosophischer Kompetenz und ansprechender, verständlicher Darstellung.

Wie viel Literatur gibt es etwa zu Locke oder Berkeley: Aber nirgendwo habe ich ihre Ideen prägnanter und klarer dargestellt gefunden als auf den etwa 40 Seiten, in denen sich Musgrave mit ihren erkenntnistheoretischen Ansichten auseinandersetzt. Natürlich kann das Buch weder in Bezug auf Philosophen noch auf epistemologische Probleme "umfassend" sein (von welchem Werk aber könnte man derlei mit Fug und Recht behaupten): Aber der Autor hat den Blick für das Wesentliche, Entscheidende im Denken der Philosophen - und er hat die Fähigkeit, dieses Wesentliche verständlich zu machen (wahrscheinlich gebührt ein Lob auch den Übersetzern, dem Ehepaar Albert). So quält man sich anderenorts über viele Seiten mit Lockes primären und sekundären Qualitäten oder der Funktion Gottes in Berkeleys Idealismus, während man diese Problematik hier appetitlich, anregend und humorvoll (letzteres ist eine besondere Seltenheit) serviert bekommt. Ich wiederhole meine Empfehlung von oben mit bestem Gewissen.

lg

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BigBen

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #2 on: 30. November 2013, 06.42 Uhr »
Ich folge Deiner Empfehlung und habe gestern begonnen, das Buch zu lesen.  :hi:

Offline orzifar

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #3 on: 30. November 2013, 23.58 Uhr »
Ich folge Deiner Empfehlung und habe gestern begonnen, das Buch zu lesen.  :hi:

Dann hoffe ich mal, dass du nicht enttäuscht werden wirst.

lg

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BigBen

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #4 on: 01. Dezember 2013, 05.57 Uhr »
Ich folge Deiner Empfehlung und habe gestern begonnen, das Buch zu lesen.  :hi:

Dann hoffe ich mal, dass du nicht enttäuscht werden wirst.

Tja, nachdem ich mich auf den ersten 20 Seiten mehrmals geärgert habe, ist das Buch erstmal wieder ins Regal gewandert.

Offline sandhofer

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #5 on: 01. Dezember 2013, 07.54 Uhr »
Tja, nachdem ich mich auf den ersten 20 Seiten mehrmals geärgert habe, ist das Buch erstmal wieder ins Regal gewandert.

Und wenn dein Buch dich ärgert, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist dir besser, ohne Buch in das Leben einzugehen, als mit zwei Büchern in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.  :teufel:
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

BigBen

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #6 on: 01. Dezember 2013, 08.32 Uhr »
Tja, nachdem ich mich auf den ersten 20 Seiten mehrmals geärgert habe, ist das Buch erstmal wieder ins Regal gewandert.

Und wenn dein Buch dich ärgert, so reiß es aus und wirf es von dir. Es ist dir besser, ohne Buch in das Leben einzugehen, als mit zwei Büchern in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.  :teufel:

Und deswegen lese ich ja jetzt auch "Herr der Fliegen".  ;)

Offline Anna

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #7 on: 01. Dezember 2013, 16.20 Uhr »
Ich folge Deiner Empfehlung und habe gestern begonnen, das Buch zu lesen.  :hi:

Dann hoffe ich mal, dass du nicht enttäuscht werden wirst.

Tja, nachdem ich mich auf den ersten 20 Seiten mehrmals geärgert habe, ist das Buch erstmal wieder ins Regal gewandert.

Du weißt, man soll den Ärger nicht in sich hineinfressen. Also erzähl uns Näheres (zumal ich mir das Buch zu Weihnachten schenke ;))

Gruß
Anna.
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BigBen

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #8 on: 01. Dezember 2013, 16.34 Uhr »
Ich folge Deiner Empfehlung und habe gestern begonnen, das Buch zu lesen.  :hi:

Dann hoffe ich mal, dass du nicht enttäuscht werden wirst.

Tja, nachdem ich mich auf den ersten 20 Seiten mehrmals geärgert habe, ist das Buch erstmal wieder ins Regal gewandert.

Du weißt, man soll den Ärger nicht in sich hineinfressen. Also erzähl uns Näheres (zumal ich mir das Buch zu Weihnachten schenke ;))


- Musgrave verwendet permanent den Begriff Glauben, wo Vermutung oder Annahme viel besser passen würde.
- Bei einer Konstruktion wie "religiöses Wissen" fällt mir einfach nichts mehr ein.  :o

Offline orzifar

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #9 on: 02. Dezember 2013, 01.25 Uhr »
Ich folge Deiner Empfehlung und habe gestern begonnen, das Buch zu lesen.  :hi:

Dann hoffe ich mal, dass du nicht enttäuscht werden wirst.

Tja, nachdem ich mich auf den ersten 20 Seiten mehrmals geärgert habe, ist das Buch erstmal wieder ins Regal gewandert.

Du weißt, man soll den Ärger nicht in sich hineinfressen. Also erzähl uns Näheres (zumal ich mir das Buch zu Weihnachten schenke ;))


- Musgrave verwendet permanent den Begriff Glauben, wo Vermutung oder Annahme viel besser passen würde.
- Bei einer Konstruktion wie "religiöses Wissen" fällt mir einfach nichts mehr ein.  :o

"Glaube" (und nicht Vermutung, auch nicht Annahme, diese Ausdrücke wären in diesem Zusammenhang schlicht falsch, ev. könnte man noch "Überzeugung" verwenden) ist hier der epistemologisch gebräuchliche, insofern auch korrekte Ausdruck (er würde ansonsten den Begriff im philosophischen Sinne falsch verwenden). Glaube hat hier auch nichts mit "Religion" zu tun. Dass er sich der üblichen Terminologie bedient, kann man ihm nicht vorwerfen (das GWG-Konstrukt (= gerechtfertigter wahrer Glaube) ist auch in anderen erkenntnistheoretischen Werken üblich).

Wo genau steht das mit dem "religiösen Wissen"? Und in welchem Zusammenhang?

lg

orzifar

wobei das Problem mit dem "Glauben" - auch - ein Übersetzungsproblem ist, da das Englische zwischen "faith" und "belief" unterscheidet, wobei ersteres für den religiösen Glauben verwendet wird. Keinesfalls aber kann man mit einer Übersetzung wie Vermutung oder Annahme dieses Problem lösen.
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Offline orzifar

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #10 on: 02. Dezember 2013, 01.58 Uhr »
Hallo!

Nun habe ich die Stelle mit dem religiösen Wissen gefunden (S. 9 oben): An dieser Stelle ist rein gar nichts zu monieren. Außer man fasst Wissen als ein mit "Gewissheit gewusstes Wissen" (sicheres Wissen) auf.

Musgrave weist ausdrücklich darauf hin, dass er mit einer Definition eines rein propositionalen Wissens nicht wirklich glücklich ist, erwähnt auch das Russelsche "knowledge by acquaintance" (Kenntnis von Dingen aus Erfahrung, ich "weiß", wie eine Banane schmeckt) und Ryles "knowledge how" (ich "weiß", wie man Schach spielt oder ein Schwein schlachtet). Und er schreibt dann weiter (S.8 unten): "Statt die Reduzierbarkeit alles Wissens auf propositionales Wissen zu verteidigen, möchte ich lieber zugeben, dass die traditionelle Ansicht - die GWG-Auffassung - nur auf eine Art von Wissen zutrifft." Dann zählt er einige vom propositionalen Wissen unterschiedenen Wissensformen auf: U. a. praktisches Wissen, wissenschaftliches Wissen, ästhetisches Wissen und religiöses Wissen. Was daran falsch oder unverständlich sein soll, entzieht meiner Kenntnis, vor allem, weil Musgrave das ganze zweite Kapitel dafür verwendet, diese Unterscheidung herauszuarbeiten. Man muss sich auf S. 9 nur an die Seiten 6 - 8 erinnern*. (Musgrave erklärt diesen Unterschied des langen und breiten - womit der von dir monierte Begriff "religiöses Wissen" (wenn man ihn nicht vollkommen aus dem Kontext reißt und ihm eine umgangssprachliche Bedeutung verleiht, die Musgrave ja explizit durch seine Erklärungen ausschließt) vollkommen klar sein müsste.)

lg

orzifar

*) Was gerade in diesem Werk relativ wichtig ist: Weil es aufbauend geschrieben ist. Erst im letzten, im 15. Kapitel versucht sich Musgrave an der "eigenen Lösung" des Problems. Weshalb man sich die Grundeinwände gegen "Wissenstheorien" - aus empirischer, ideistischer, justifikationistischer oder idealistischer Hinsicht merken sollte. Sonst bleibt die Lösung - die im übrigen auf das konjekturale Wissen, also auf das Vermutungswissen hinausläuft, unverständlich.
« Last Edit: 02. Dezember 2013, 02.07 Uhr by orzifar »
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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #11 on: 02. Dezember 2013, 09.05 Uhr »
religiöses Wissen -> Religion zeichnet sich dadurch aus, das sie auf Glauben und nicht auf Wissen basiert ist. Religionswissenschaft (im Gegensatz zur Theologie) setzt sich mehr aus Geschichte, Psychologie, Soziologie, Philosophie etc. zusammen, was aus dem oben erwähnten Wissen dann eher historisches Wissen, psychologisches Wissen, soziologisches Wissen, philosophisches Wissen etc. macht.

(das GWG-Konstrukt (= gerechtfertigter wahrer Glaube) ist auch in anderen erkenntnistheoretischen Werken üblich). 

Nur weil etwas üblich ist, heißt das nicht, das es exakt ist und nicht verbessert werden kann.

Gerade in der Philosophie ist die Wortwahl von Bedeutung. Und gerade deswegen sind die meisten Autoren unlesbar. Ein komplexer Zusammenhang muss nicht automatisch in Kauderwelsch enden. Es gibt aber leider nur sehr wenige Gegenbeispiele.

Offline orzifar

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #12 on: 02. Dezember 2013, 19.23 Uhr »
Hallo!

religiöses Wissen -> Religion zeichnet sich dadurch aus, das sie auf Glauben und nicht auf Wissen basiert ist.

Du hast offenbar noch immer nicht im Ansatz verstanden, worum es ging (bzw. du hast es nicht gelesen - oder besser: Du hast das gelesen, was du lesen wolltest): Es gibt eben eine andere, nicht propositionale Form des Wissens, über Ästhetik, über Religion oder Sport. Mein sportliches Wissen kann darin bestehen, dass ich über die Punktevergabe im Fußball Bescheid weiß, dass ich den Fußballweltmeister kenne oder die Abseitsregel. Das religiöse darin, dass ich weiß, dass Katholiken Jesus für den Sohn Gottes halten, der Papst in Rom residiert oder die Buddhisten das Nirvana hoch halten. Mit der Wahrheit oder Gewissheit der einzelnen Aussage hat das nichts zu tun. Aber nachdem Musgrave die gleichen Beispiele für diese Art des Wissens bringt ist es wohl vergebliche Liebesmüh, dir diesen Unterschied zu erklären, da du - aus welchen Gründen auch immer - dem zu folgen einfach nicht in der Lage scheinst.

Wobei - so nebenbei - dein "Alltagssprachverständnis" ohnehin auch das als "Wissen" bezeichnet, was von Musgrave als religiöses Wissen bezeichnet wird: Denn du "weißt", dass Katholiken und Protestanten verschiedene Sakramente anerkennen oder Ganesha eine Gottheit des Hinduismus ist.

Nur weil etwas üblich ist, heißt das nicht, das es exakt ist und nicht verbessert werden kann.
Gerade in der Philosophie ist die Wortwahl von Bedeutung. Und gerade deswegen sind die meisten Autoren unlesbar. Ein komplexer Zusammenhang muss nicht automatisch in Kauderwelsch enden.

Eine Terminologie ist nicht dann unklar, wenn sie nicht mit der BigBenschen Umgangssprache übereinstimmt, sondern wenn sie klarer Definitionen entbehrt. Du kommst mir vor wie einer, der einen Physiktext deshalb als unsinnig abtut, weil darin der Ausdruck "Schwarzes Loch" vorkommt (den der Leser für die Maulwurfsgänge in seinem Vorgarten reserviert hat und deshalb für ein irgendwie physikalisches Gebilde für unpassend erachtet).

Unabhängig davon scheint im Zusammenhang mit dem "GWG" "Glaube" (im Sinne von belief) der einzig wirklich exakte Ausdruck zu sein; deine Vorschläge wären schlicht falsch (weil es beim GWG auch immer um die feste Überzeugung geht, derjenige, muss eben daran glauben, etwas, das man bei einer "Annahme" oder "Vermutung" nicht sagen könnte). Diese deine Vorschläge basieren darauf, dass du den - logisch stringenten - Aufbau einfach nicht verstanden hast. Denn das Problem liegt ja - u. a. - darin, dass die ein wenig biertischähnliche Abgrenzung von Glauben und Wissen, die du dir zueigen gemacht hast, so einfach nicht aufrecht zu erhalten ist: Eine definitive Abgrenzung ist kaum möglich. Ich glaube, dass du mit dem für dich etwas verschwommenen Begriff des Vermutungswissen a la Popper argumentierst (worauf in großen Teilen auch diese Untersuchung hinausläuft), ein Wissen, das allerdings mehr Probleme involviert und diffiziler abzuhandeln ist, als du dir das offenbar vorstellst.

lg

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #13 on: 02. Dezember 2013, 20.25 Uhr »
(bzw. du hast es nicht gelesen - oder besser: Du hast das gelesen, was du lesen wolltest):

Die Unterstellung, es nicht gelesen zu haben, übersehe ich jetzt mal großzügig. Desweiteren möchte ich darauf hinweisen, das jeder durch die Brille seiner Wahrnehmung liest. Auch Du liest es so, wie Du es lesen willst. Aber das ist ein anderes Fachgebiet.

Eine Terminologie ist nicht dann unklar, wenn sie nicht mit der BigBenschen Umgangssprache übereinstimmt, sondern wenn sie klarer Definitionen entbehrt.

Sorry, aber das Buch wird als Einführung in die Erkenntnistheorie, basierend auf einer Vorlesung, eingeführt. Wenn es nach den ersten paar Seiten schon solche Missverständnisse gibt, muss es nicht nur am Leser liegen.

Offline orzifar

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Re: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus
« Reply #14 on: 05. Dezember 2013, 22.30 Uhr »
Hallo!

Die Unterstellung, es nicht gelesen zu haben, übersehe ich jetzt mal großzügig. Desweiteren möchte ich darauf hinweisen, das jeder durch die Brille seiner Wahrnehmung liest. Auch Du liest es so, wie Du es lesen willst. Aber das ist ein anderes Fachgebiet.

Dies war keine "Unterstellung", sondern ein Erklärungsversuch meinerseits, da mir absolut nicht verständlich ist, wie man hier zu einer - der deinigen auch nur entfernt angenäherten - Position kommen kann. Natürlich kann man - kreative Interpretationstechniken vorausgesetzt - auch zu anderen Ansichten kommen. Aber mit deiner "Sicht" (die einfach nirgends intendiert ist und von dir ins Buch hineingelesen wird) unterbietest du die Plausibilitätskriterien so mancher Bibelexegeten ;). Was hinwiederum eine beachtliche Leistung ist.

Sorry, aber das Buch wird als Einführung in die Erkenntnistheorie, basierend auf einer Vorlesung, eingeführt. Wenn es nach den ersten paar Seiten schon solche Missverständnisse gibt, muss es nicht nur am Leser liegen.

Ja, es ist eine Einführung. Deshalb spart Musgrave auch mit philosophischem Fachvokabular ganz außerordentlich. Wenn dir das vorhandene noch immer zu viel ist, solltest du von aller Philosophie die Finger lassen. (Wobei ich glaube, dass du das Buch gar nicht zu verstehen versucht hast, dich an - allgemeinsprachlich anders prononcierten - Ausdrücken gerieben hast und - nachdem du diese deine Auslegungen nicht eins zu eins wiedergefunden hast - dem Autor böse warst, weil er sich nicht nach dir gerichtet hat. Aber lassen wir's gut sein, letzteres ist ohnehin wieder nur ein Erklärungsversuch für das mir Unverständliche ...

lg

orzifar

der einen befreundeten, promovierten Physiker (allerdings Festkörperphysik) gebeten hat, die ersten 10 Seiten zu lesen und von diesem darin bestätigt wurde, dass es eigentlich unmöglich sei, den Satz über das "religiöse Wissen" misszuverstehen. (Wobei er genüsslich und bösartig gegrinst hat und meinte, dass es wohl eine Laune höherer Mächte sei, dass ausgerechnet ich als dedizierter Atheist und Religionsverächter nun das "religiöse Wissen" zu verteidigen gezwungen sei. Eine gewisse Genugtuung war ihm jedenfalls anzusehen :)).
« Last Edit: 06. Dezember 2013, 03.49 Uhr by orzifar »
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