Hallo!
Schade, dass die Leserunde geplatzt ist. Flasch ist ein Philosophiehistoriker mit grossem Wissen, und seine diesbezüglichen Ausführungen hätten Anlass zu so manch anderer weiterer gemeinsamer Lektüre und Leserunde sein können. 
Im Nachhinein finde ich es auch schade. Vor Weihnachten habe ich in der Sendung "Druckfrisch" ein Interview mit Flasch gesehen, das mein Interesse an dem Buch wieder geweckt hat. Er erzählt dort, dass er als Kind tief gläubig war und die Kriegsjahre - als Vierzehnjähriger musste er miterleben, wie Mutter, Bruder und Cousine bei einem Bombenangriff ums Leben kamen - nur dank seines Glaubens überstanden hätte. Auch mit dem Klerus hat er damals nur positive Erfahrungen gemacht. Es ist schon interessant, dass die Beschäftigung mit der Philosophie und Theologie ihn dazu geführt hat, diesen Glauben, der ihm Halt und Geborgenheit bedeutete, aufzugeben. Aber wenn einem erstmal die Schlange Vernunft ihr Gift ins Ohr geträufelt hat, kann man wohl nicht anders.

Dass Flasch sich hin und wieder nach dem alten Zustand der Gläubigkeit zurücksehnt, wie es BigBen scheint, kann ich auch verstehen. Seit Adam und Eva wissen wir, dass die Erkenntnis vielleicht stolzer und freier, aber nicht unbedingt glücklicher macht.

Ich werde mir das Buch jedenfalls irgendwann noch anschaffen. Vielleicht liest es dann noch jemand - orzifar? - mit. Diskussionsstoff scheint es ja reichlich zu bieten.

Wer sich das Interview auf youtube ansehen möchte:
http://www.youtube.com/watch?v=bB4U-Lig2U8
Gruß
Anna