Author Topic: C. M. Wieland  (Read 23839 times)

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Re: C. M. Wieland
« Reply #30 on: 06. September 2013, 20.36 Uhr »
Der nächste Band ist wieder Wieland wie wir ihn kennen. (Und wie ich ihn liebe.) Idris und Zenide - kennt oder liest heute wohl kein Mensch mehr - ein bisschen Rokoko, ein bisschen Ironie und ganz viel Wieland'sches Capriccio. Will sagen: Wieland lässt sich von seiner Laune hinreissen, fügt dies oder jenes hinzu und mäandert so vom Hundersten ins Tausendste. Das geht zwar auf Kosten des Plots, der sowieso nie Wielands Stärke war. Aber die vielen kleinen Einfälle und Wielands Spott über Autor und Figuren machen das wieder wett.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

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Re: C. M. Wieland
« Reply #31 on: 07. September 2013, 07.29 Uhr »
Ich interpretiere wahrscheinlich mal wieder zu viel hinein, aber Wielans Diogenes von Sinope hat mich doch sehr an die Nachtwachen des Bonaventura erinnert: http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=4297
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Re: C. M. Wieland
« Reply #32 on: 08. September 2013, 07.52 Uhr »
Da Badn VI der Greno-Ausgabe auch die Geschichte der Abderiten enthält, die ich vor kuzem erst gelesen habe, bin ich damit auch schon durch. Idris und Zenide ist ein unterhaltsames Werklein, und auch die folgenden Märchen sind es. Kein grosser Tiefgang, grösstenteils Nacherzählungen in Versform von französischen Fabliaux oder Geschichten aus 1001 Nacht. (Natürlich den jugendfreieren darunter!)
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Re: C. M. Wieland
« Reply #33 on: 14. September 2013, 07.17 Uhr »
Band V: Wielands Gemischtwarenladen jetzt auch im Blog.
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Re: C. M. Wieland
« Reply #34 on: 22. September 2013, 21.03 Uhr »
Wielands Liebesromanzen und -märchen. Mit solchen Sachen hat sich Wieland Ruhm erworben. Heute kennt man das kaum noch. Lohnt es sich, so etwas wie "Liebe um Liebe" zu lesen? Ja. Weil Wieland diese Literaturgattung immer mit leichtem Spott behandelt, weder sich noch seine Figuren noch den Leser ganz ernst nimmt, bzw. die alle immer mal wieder auf die Schippe nimmt. Ohne das wären diese Texte tatsächlich äusserst langweilig.
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Re: C. M. Wieland
« Reply #35 on: 12. Oktober 2013, 07.43 Uhr »
Lohnt es sich, so etwas wie "Liebe um Liebe" zu lesen?

In der Zwischenzeit habe ich meine Ansicht leicht modifiziert: http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=4949  :angel:
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Re: C. M. Wieland
« Reply #36 on: 15. Oktober 2013, 20.58 Uhr »
Band IX bringt mit Peregrinus Proteus mal wieder einen sehr interessanten Text. Ein Entwicklungsroman - aus der Retrospektive erzählt, von Peregrinus selber, im Elysium (also nach seinem Tod).
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Offline orzifar

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Re: C. M. Wieland
« Reply #37 on: 15. Oktober 2013, 23.50 Uhr »
Hallo!

Der Peregrinus ist eines meiner Lieblingsstücke von Wieland. Ist m. E. viel zu wenig bekannt. Wieland vom Feinsten ...

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

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Re: C. M. Wieland
« Reply #38 on: 16. Oktober 2013, 08.16 Uhr »
Der Peregrinus ist eines meiner Lieblingsstücke von Wieland. Ist m. E. viel zu wenig bekannt. Wieland vom Feinsten ...

Dem ist so. Auch autobiografisch interessant, erlebt doch Peregrinus vieles, was auch Wieland erlebt hat...

Band VIII des Grenoreprints ist im Blog "untergebracht...
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Re: C. M. Wieland
« Reply #39 on: 26. Oktober 2013, 09.57 Uhr »
Der Peregrinus ist echt eine kleine Perle. Aber auch Wielands Aufsätze zur Französischen Revolution sollte man kennen:

http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5013

Aktuell lese ich Wieland über die Manie des Montgolfierens. Bzw. über die Streitereien zwischen den Pionieren der Ballonfahrt: Montgolfiers, Blanchards ...
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Re: C. M. Wieland
« Reply #40 on: 09. November 2013, 08.54 Uhr »
Aktuell lese ich Wieland über die Manie des Montgolfierens. Bzw. über die Streitereien zwischen den Pionieren der Ballonfahrt: Montgolfiers, Blanchards ...

Das, und warum er 1808 von Napoléon zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde, nun im Blog;)
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Re: C. M. Wieland
« Reply #41 on: 10. November 2013, 11.14 Uhr »
Jetzt "Aristipp und seine Zeitgenossen". Aristipp, der Kyrenäiker, hat Wieland schon im Agathon beschäftigt, wo er allerdings nicht so ganz positiv geschildert wurde. In diesem Altersroman Wielands ist Aristipp nun das Zentrum eines regen Briefwechsels.

Aristipp hat mittlerweile bereits bei Sokrates studiert (wie wir heute sagen würden) und bei Lais seine beziehungstechnische Grundausbildung erhalten. Nun geht es dann mit dem Reisen los...
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Re: C. M. Wieland
« Reply #42 on: 11. November 2013, 20.36 Uhr »
Wieland bringt nochmals das ganze Personal der sokratischen Zeit aufs Tapet, das er schon in diversen andern Romanen "verwurstet" hat: Hippias, Demokrit, Diogenes ... Selbst abderanische Schildbürger laufen uns wieder über den Weg. Dabei ist das Ganze wohl der Versuch Wielands, sein Denken in eine kurzweilige Form von Résumée zu bringen.
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Re: C. M. Wieland
« Reply #43 on: 12. November 2013, 20.15 Uhr »
Im Grunde genommen ist der Aristipp Wielands Auseinandersetzung mit Platons Philosophie.

Und die Geschichte der Hetäre Lais.
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Re: C. M. Wieland
« Reply #44 on: 23. November 2013, 07.48 Uhr »
Im Grunde genommen ist der Aristipp Wielands Auseinandersetzung mit Platons Philosophie.

Kann ich, nach beendeter Lektüre, nur bestätigen.
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