Noch eine Bemerkung zum "Litterarischen Sanscülottismus": Man braucht nicht weit zu suchen, um einen artigen Roman, eine glückliche Erzählung, einen reinen Aufsatz über diesen oder jenen Gegenstand zu finden. Unsre critischen Blätter, Journale und Compendien, welchen Beweis geben sie nicht oft eines übereinstimmenden guten Styls! die Sachkenntniß erweitert sich beym Deutschen mehr und mehr und die Übersicht wird klärer. Man lese und staune!
Tatsache ist: Goethe & Co. haben in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einen Alphabetisierungs- und Literarisierungsschub bewirkt - und das in einem Ausmaß, das Goethe mehr als 30 Jahre später gegenüber Eckermann stöhnen ließ über das Unheil, dass die poetische Kultur sich in Deutschland so sehr verbreitet hat, dass niemand mehr einen schlechten Vers macht (29. Januar 1826). Mich erinnert das an all die heutigen Schreiberlinge, die es sehr sehr eilig haben, ihre "Produkte" im Selbstverlag an den Mann oder die Frau zu bringen ...