N°7/1797
(Wie mache ich daraus eine Blog-Eintrag???)
Ich hab die Lösung: Das Thema Frauennummer als Aufmacher! VII,97 bringt drei Beiträge von Frauen, von Männern nur zwei! Ein solches Übergewicht von Frauenbeiträgen gab’s noch nie in den Horen! Und sie scheinen nicht Lückenfüller-Funktion zu haben, nicht aus Gnade und Barmherzigkeit von Schiller aufgenommen worden zu sein. Friderike Brun, deren überladene überschwängliche Gedichte dieser Nummer mir nicht unbedingt zusagen, hatte ja mit einem bereits in den Horen erschienenen lyrischen Erzeugnis Goethe zu einem Gedicht inspiriert. Sie war eine arrivierte Schriftstellerin, auch
Mme de Stael des Nordens genannt. Und von Sophie Mereaus Briefroman scheint Schiller nachgerade begeistert gewesen zu sein. Er schreibt am 4.Juli 1797:
Sie haben mich mit den ersten Briefen Ihres Romans gestern und heute recht angenehm überrascht; ich finde darin einen so schnellen und großen Fortschritt, den Ihr Darstellungstalent zu einer höhern Vollkommenheit gethan hat, daß ich Ihnen recht von Herzen dazu Glück wünsche. Diese Briefe sind mit einer sehr angenehmen Leichtigkeit und schönen Simplicität geschrieben; es ist sichtbar, wie sehr Sie Ihres Stoffes mächtig geworden[…..]
Ich hoffe, der Vorrath ist noch groß, denn die Horen werden durch diesen schönen Beitrag ein neues Lustre gewinnen.
Ganz der Ihrige
Schiller.
Zum (Un-)Glück kündigt die Juli-Folge eine Fortsetzung an, so dass wir sehen werden, ob Schiller mit seinem „ neuen Lustre“ recht behält. Bislang bin ich nach flüchtigem Lesen davon nicht überzeugt.
Sophie Mereau wird sich übrigens schriftstellerisch so sehr „machen“, dass sie nach ihrer Scheidung von Mereau (angeblich erste Scheidung in Jena/Thüringen) mit ihrer Tochter von ihrer literarischen Arbeit leben kann(sie ist sogar selber Herausgeberin einer Zeitschrift), geht aber dann die Ehe mit dem besitzergreifenden Brentano ein, bekommt zwei Kinder, die sterben und stirbt selbst nach einer Totgeburt im Kindbett mit 36. Argh!