Author Topic: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt und hg. v. Schiller  (Read 255723 times)

Offline Berneir

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Ein interessanter Ansatz. Klingt so, als müsste ich den Aufsatz auch einmal lesen

Offline sandhofer

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Ein interessanter Ansatz. Klingt so, als müsste ich den Aufsatz auch einmal lesen

Lohnt sich durchaus, ja.

Zum Rest dieser Nummer:

Sophie Mereaus "Briefe von Amanda an Eduard" fangen schon mal hochromantisch an. Aber ich habe keine Ahnung, wo das hinwill.

Hölderlins Gedicht ist sicher der Höhepunkt dieser Nummer.

Über den "Marschall von Vielleville" hingegen möchte ich nicht zu viele Worte verlieren...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline sandhofer

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N° 6/1797 nun auch im Blog erhältlich...  8)
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Offline sandhofer

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N°7/1797: Hirts Versuch über das Kunstschöne ist bieder und birgt keine neuen Erkenntnisse. Der Rest ist nicht einmal bieder ...

(Wie mache ich daraus eine Blog-Eintrag???)
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Offline Gontscharow

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N°7/1797: Hirts Versuch über das Kunstschöne ist bieder und birgt keine neuen Erkenntnisse.( ...)

(Wie mache ich daraus eine Blog-Eintrag???)

Vielleicht, indem Du schreibst, dass das mal wieder ein Text ist, den die Welt nicht braucht! Was Hirt übrigens selbst zu ahnen scheint, wenn er gleich zu Anfang quasi entschuldigend anmerkt:

habe ich Ursache zu glauben, daß mein Unternehmen, und die Weise dasselbe anzusehen, vielleicht leichtern Eingang und eine bessere Aufnahme finden dürfte, wenn nicht selbst Männer, welche in manchen andern Rücksichten die Hochachtung der Nachwelt, wie der Zeitgenossen verdienen, über die nehmlichen oder ähnliche Gegenstände so vielseitig geschrieben hätten.

In der Tat, seine" Ästhetik" ist preskriptiv, betont die goldene Mitte, respektive das Mittelmaß, bringt nichts Originelles, als hätte es so etwas Tiefgründiges und Innovatives wie  die Ästhetische Erziehung in den Horen nie gegeben.

Wir haben Aloys Hirt, Professor der Archäologe und Mitinitiator der Museumslandschaft Berlins, als Verfasser eines durchaus interessanten archäologischen Reiseberichts in den Horen kennengelernt . Er( es) hätte dabei bleiben sollen. ;)

Der Rest ist nicht einmal bieder ...

Muss ich mir erstmal zu Gemüte führen.

Offline sandhofer

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Vielleicht, indem Du schreibst, dass das mal wieder ein Text ist, den die Welt nicht braucht!

Wäre ein Möglichkeit. Ich habe gerade gesehen, dass schon die Nummer 7 des letzten Jahrgangs eine Niete war... Mässig interessant wäre höchstens das, was die Verbindung des Schönen mit dem Wahren betrifft. Ich hatte bisher im Hinterkopf, dass das Hegel sei - es könnte aber auch von den alten Griechen stammen.
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Offline Gontscharow

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Vielleicht, indem Du schreibst, dass das mal wieder ein Text ist, den die Welt nicht braucht!
[...] Mässig interessant wäre höchstens das, was die Verbindung des Schönen mit dem Wahren betrifft. Ich hatte bisher im Hinterkopf, dass das Hegel sei - es könnte aber auch von den alten Griechen stammen.

Meinst du damit Hirts  Überlegung zu den „Drei Quellen unserer angenehmen Empfindung“, die in folgendem gipfelt:
Das Wahre ist die Grundquelle unserer angenehmen Empfindungen und gleichsam die Basis des Guten und Schönen. ?
Das meine ich schon oft gelesen zu haben, besonders auch in den Horen, in der Ästhetischen Erziehung(?), sicher auch bei Kant.
Rien n’est beau, que le vrai und Le vrai seul est aimable( Boileau, Art poetique)
Ich meine auch, dass bereits die alten Griechen, Platon und Sokrates, Ähnliches festgestellt haben.

Offline sandhofer

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Ich meine auch, dass bereits die alten Griechen, Platon und Sokrates, Ähnliches festgestellt haben.

Ich habe auch gerade noch herausgefunden, dass auch der Fabulierer Esterhazy hier Hegel die Schuld in die Schuhe schiebt. Also ist anzunehmen, dass gerade Hegel nie so was gesagt oder geschrieben hat...
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Offline Gontscharow

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N°7/1797
(Wie mache ich daraus eine Blog-Eintrag???)

Ich hab die Lösung: Das Thema Frauennummer als Aufmacher! VII,97 bringt drei Beiträge von Frauen, von Männern nur zwei! Ein solches Übergewicht von Frauenbeiträgen gab’s noch nie in den Horen! Und sie scheinen nicht Lückenfüller-Funktion zu haben, nicht aus Gnade und Barmherzigkeit von Schiller aufgenommen worden zu sein. Friderike Brun, deren überladene überschwängliche Gedichte dieser Nummer mir nicht unbedingt zusagen, hatte ja mit einem bereits in den Horen erschienenen lyrischen Erzeugnis Goethe zu einem Gedicht inspiriert. Sie war eine arrivierte Schriftstellerin, auch Mme de Stael des Nordens genannt. Und von Sophie Mereaus Briefroman scheint Schiller nachgerade begeistert gewesen zu sein. Er schreibt am 4.Juli 1797:

Quote
Sie haben mich mit den ersten Briefen Ihres Romans gestern und heute recht angenehm überrascht; ich finde darin einen so schnellen und großen Fortschritt, den Ihr Darstellungstalent zu einer höhern Vollkommenheit gethan hat, daß ich Ihnen recht von Herzen dazu Glück wünsche. Diese Briefe sind mit einer sehr angenehmen Leichtigkeit und schönen Simplicität geschrieben; es ist sichtbar, wie sehr Sie Ihres Stoffes mächtig geworden[…..]
Ich hoffe, der Vorrath ist noch groß, denn die Horen werden durch diesen schönen Beitrag ein neues Lustre gewinnen.
Ganz der Ihrige
Schiller.


Zum (Un-)Glück kündigt die Juli-Folge eine Fortsetzung an, so dass wir sehen werden, ob Schiller mit seinem „ neuen Lustre“ recht behält. Bislang bin ich nach flüchtigem Lesen davon nicht überzeugt.
Sophie Mereau wird sich übrigens schriftstellerisch so sehr „machen“, dass sie nach ihrer Scheidung von Mereau (angeblich erste Scheidung in Jena/Thüringen) mit ihrer Tochter von ihrer literarischen Arbeit leben kann(sie ist sogar selber Herausgeberin einer Zeitschrift), geht aber dann die Ehe mit dem besitzergreifenden Brentano ein, bekommt zwei Kinder, die sterben und stirbt selbst nach einer Totgeburt im Kindbett mit 36. Argh!

Offline sandhofer

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N°7/1797
(Wie mache ich daraus eine Blog-Eintrag???)

Ich hab die Lösung: Das Thema Frauennummer als Aufmacher! VII,97 bringt drei Beiträge von Frauen, von Männern nur zwei!

Das wäre tatsächlich ein brauchbarer Aufhänger ...

*seufz* ich habe gesehen, dass schon letztes Jahr die Nummer 7 miserabelst daher kam... (Und da waren keine Frauen drin...)
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Offline sandhofer

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In etwa das abgelegt, was wir hier besprochen haben: http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=6496
« Last Edit: 01. August 2015, 07.10 Uhr by sandhofer »
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Offline sandhofer

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Ojomai ... 8. Stück von 1797 ... Gotter, Wolzogen, Brinckmann, Helvig ... nix, nada, niente ...
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Offline Gontscharow

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Ojomai ... 8. Stück von 1797 ... Gotter, Wolzogen, Brinckmann, Helvig ... nix, nada, niente ...

O Gott, ja, 8/1797! Aber Helvig? Ach so, geborene Amalie von Imhoff. Nicht uninteressant laut Wiki. Hat ein" Epos" geschrieben, bei dem Goethe mitgemischt hat: Die Schwestern von Lesbos :-*. Enttäuschend : Es geht um Entsaagung :opa: in einer Hetero-Beziehung.
Das Gedicht Abdallah und Balsora muss ich erst noch lesen.

Offline Gontscharow

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Hab  Imhoffs Endlos- Gedicht in sechs Gesängen nun hinter mich gebracht. Uff! Wie bereits des öfteren in den Horen geht es um einen  Despoten und seinen weisen  Ratgeber im fernen Persien.
Ich habe mich sehr über Ihr Gedicht gefreut und ausser dem Schönen und Zarten was es reichlich enthält mich auch nicht wenig über die Correctheit der Sprache und des Verses gewundert, schreibt Schiller an Amalie von Imhoff am 22. September 1797.
Lobt Schiller hier (etwas herablassend) die Correctheit der Sprache und des Verses, um von der platten politischen Correctheit
des Inhalts nicht reden zu müssen? >:D
Allerdings, eine Stelle ließ mich aufhorchen und muss Schiller wegen der Nähe zu seiner Ode  An die Freude gebauchpinselt haben:
....
Die Flüchtlinge hieher gebracht;
Ein Sclave folgte mit,
Der mit getreuem Herzen bald
Als Freund ihr Schicksal theilt,
Es sinkt des Vorurtheils Gewalt
Wo Glük und Liebe weilt.
 

Offline Gontscharow

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Carl Gustav von Brinkmanns Gedichtchen An Eulalia bei der Übersendung… ist ganz im Versmaß und Sound der Römischen Elegien gehalten. Mehr kann ich darüber nicht sagen.
Die Geisterinsel von Gotter ist das Opernlibretto zu Shakespeares Sturm. Um die Eigenleistung Gotters zu beurteilen, müsste ich mir  die Vorlage angucken. Das kann dauern. Zum Glück gibt es eine (?) Fortsetzung. Vielleicht sage ich beim nächsten Mal etwas dazu.