In den nächsten Wochen, Monaten, Jahren will ich Shakespeares gesamtes Werk durchlesen. Dazu benutze ich The Oxford Shakespeare, ein kompaktes Brikett, mit dem man einigen Schaden anrichten kann, sollte man es als Waffe verwenden. Grober Plan: Pro Monat wenigstens ein Stück.
Die Einführung habe ich vorerst übersprungen und gleich mit dem Werk begonnen, das die Herausgeber für sein erstes Bühnenwerk halten:
The Two Gentlemen of Verona
Die zwei Veroneser sind Proteus und Valentine, dicke Freunde. Proteus ist mit Julia verbandelt, als Valentine nach Mailand geht und sich dort in Silvia verliebt, die ihn Thurio vorzieht, den ihr Vater lieber als ihren Ehemann hätte. Zwecks Fortbildung kommt auch Proteus nach Mailand, sieht Silvia, verliebt sich und vergisst prompt seine Julia, die ihm als Junge verkleidet nachreist und als Page in seinen Dienst tritt.
Proteus verpetzt Valentine an Silvias Vater, der den darauf verbannt, womit Proteus das Feld der Konkurrenten halbiert. Valentine fällt unter eine Bande Gesetzlose. Silvia flieht aus Mailand, um Valentine zu suchen und wird von den Gesetzlosen gefangen. Proteus naht als Retter, gerade als Silvia dem Hauptmann der Gesetzlosen (wer sonst als Valentine) vorgeführt wird.
Valentine macht Proteus Vorwürfe, worauf der sofort alles bereut. Julia, die ihn als Page begleitet hat, gibt sich zu erkennen, worauf Proteus sofort seine alte Liebe neu entfacht. Keiner ist ihm wirklich böse, alle sind froh, Silvias Vater willigt in die Heirat ein und alles endet in allgemeiner Harmonie während zwei Straßen weiter Wirklichkeit und Überzeugung in ihr Ale heulen.
Das Dramenpersonal enthält dann noch zwei Diener, die für die gröbere Komik zuständig sind. Nicht zu vergessen den Hund.
Alles in allem recht mau, die Geschichte hanebüchen, die Figuren blass. Sprachlich mag ich es mir nicht anmaßen zu urteilen. Englisch ist nicht meine Muttersprache.
Hätte ich vorher nicht schon das eine oder andere von Shakespeare gekannt, ich würde das Vorhaben an dieser Stelle abbrechen. So bin ich neugierig, wie er sich weiter entwickelt.