Author Topic: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho  (Read 5580 times)

Offline sandhofer

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Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« on: 07. Juni 2012, 14.44 Uhr »
Hallo zusammen!

Kapitel 1 und 2 gelesen. Kapitel 1: Die Mutter der Heldin stirbt. Kapitel 2: Vater und Tochter sind tieftraurig und hochmelancholisch. Und ausser ihnen natürlich niemand, weil alle ihre Bekannten offenbar völlig herzlos sind.

@orzifar: Die meint es ernst. Da trieft der Schmalz schon von Seite 1 an ...

Grüsse

sandhofer
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Offline sandhofer

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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #1 on: 08. Juni 2012, 06.56 Uhr »
Wobei der Schmalz, der da trieft, eine andere Konsistenz hat: die von Richardsons "Pamela", von Oliver Goldsmith' "The Vicar of Wakefield" - vom ganzen Apparat eben der sentimentalen, zu ihrer Zeit aber als realistisch geltenden Literatur.
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Offline orzifar

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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #2 on: 08. Juni 2012, 15.41 Uhr »
Wobei der Schmalz, der da trieft, eine andere Konsistenz hat: die von Richardsons "Pamela", von Oliver Goldsmith' "The Vicar of Wakefield" - vom ganzen Apparat eben der sentimentalen, zu ihrer Zeit aber als realistisch geltenden Literatur.

Also Goldsmith ist sehr viel leichter als ironisches, satirisches Werk einzuordnen als Walpole. Bis auf das dramatische Ende hat man ständig den Eindruck, dass der Autor seine Geschichte lächelnd und distanziert vorträgt. Bei der Burg von Otranto muss man sich fast Gewalt antun, um einen solchen Zug zu spüren.

lg

orzifar
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Offline sandhofer

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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #3 on: 08. Juni 2012, 19.40 Uhr »
Bis auf das dramatische Ende hat man ständig den Eindruck, dass der Autor seine Geschichte lächelnd und distanziert vorträgt.

Davon habe ich nun nichts gesehen ...  ;D
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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #4 on: 14. Juni 2012, 19.51 Uhr »
Sei dem, wie dem ist: Diese Sülze hier ist zäh ...  ::)
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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #5 on: 31. Juli 2012, 15.48 Uhr »
Ich setze mal wieder an. Radcliffes Landschaften sind großartig. Hyperrealistisch. So was gibt's nicht in Echt. Aber die Figuren sind fad.
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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #6 on: 03. August 2012, 21.06 Uhr »
Ich setze mal wieder an.

Das erschöpfte sich dann in 1 Kapitel. Gut, Urlaub ist nie meine Lesezeit. Aber im Moment brauche ich dringend Motivation zum Weiterlesen dieses Monstrums ...  ::)
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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #7 on: 06. August 2012, 12.39 Uhr »
Kapitel VI beendet. Habe ich schon gesagt, dass die Mama der Heldin bereits an einer auszehrenden Krankheit gestorben ist? Und der Papa auch schon seit Kapitel II kränkelt?

Aber ihre Landschaften sind in Worten, was Caspar David Friedrich in Bildern war. So viel Perspektive, wie sie darstellt, ist schon physikalisch unmöglich ...
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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #8 on: 12. August 2012, 20.10 Uhr »
Keine Lust zum Weiterlesen. Dabei wäre das Buch so richtig kurios ...
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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #9 on: 19. August 2012, 16.27 Uhr »
Kapitel VI beendet.

Das war ein Tippfehler. Es war Kapitel V.

Kapitel VI habe ich jetzt zu Ende gelesen. Die Reise geht weiter. Der Vater ist ungefähr 3x bereits gestorben und doch wieder zu sich gekommen. Unterwegs empfängt er Briefe, die ihm bestätigen, dass ein ungetreuer oder unglücklicher - so genau kann es der Vater nicht sagen - Treuhänder praktisch das ganze Familienvermögen verspekuliert hat. Wir treffen - ohne den prospektiven Schwiegersohn - nun in der Nähe eines Schlosses ein. Der Vater scheint den kürzlich verstorbenen Besitzer gekannt zu haben, wie aber stets in diesen Schauerromanen, rückt er gegenüber der Tochter (und damit gegenüber dem Leser) nicht mit der Sprache heraus. Es steht zu befürchten, dass er sein Geheimnis mit ins Grab nimmt, und so seiner Tochter runde 800 Seiten Leid zufügt, das er ihr hätte ersparen können, hätte er nur gleich das Maul aufgemacht ...

Seltsame Gestalten und Musik ohne ersichtlichen Urheber tummeln sich auch bereits ...
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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #10 on: 26. August 2012, 17.26 Uhr »
So. Mittlerweile auf S. 109 (= Kapitel VII beendet). Der Vater ist nun wirklich gestorben. Natürlich erklärt er nichts, sondern seiner Tochter nur, dass er in einem Geheimfach seines Schreibtischs Dokumente versteckt habe, die die Tochter hervorholen und - vernichten soll. Geniale Logik. Da bewahrt einer jahrelang Dokumente auf, die offenbar vernichtet gehören. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Tochter findet die Dokumente und vernichtet sie - dann kann das Buch nochmals 800 Seiten weiter gehen. Oder sie öffnet sie und liest - dann ist das Buch auf S. 115 fertig. Ich habe schnell nach hinten geblättert. Das Buch hat weit über 800 Seiten ...
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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #11 on: 19. September 2012, 19.03 Uhr »
Melde Abbruch. Ich habe im Moment keine Lust, mich mit diesen hölzern gezeichneten Figuren herumzuschlagen, auch wenn ich zugebe, dass Fr. Radcliffs Landschaften monumental sind ...
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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #12 on: 19. September 2012, 19.06 Uhr »
Ich sehe dich manchmal gerne scheitern ;): Wenn du alles durchhalten würdest oder wie Walpole in hohe Literatur umzudichten vermöchtest ;) - ich würde an dir und mir zweifeln.

lg

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Re: Anne Radcliff: The Mysteries of Udolpho
« Reply #13 on: 19. September 2012, 21.01 Uhr »
Ich habe im Moment nur Angst, dass auch Melmoth the Wanderer von ähnlicher Qualität ist ...  :'(
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