Hallo zusammen
Traduttore, tradittore. Angeregt von der Diskussion in einem andern Thread, möchte ich hier gern einen "Übersetzungen-Thread" starten. Nicht nur, um über spezifische Übersetzungen zu wettern oder sie zu loben, auch für ganz Allgemeines zu diesem Thema.
Die aktuell hoch gelobten Übersetzungen (Dostojewskij, Melville, Conrad, iirc) folgen ja alle demselben Prinzip: Sie wollen dem Srachduktus des Originals so nahe wie möglich sein. Ob das immer eine gute Idee ist und ob das nun das Nec plus ultra der Übersetzungstheorie und -methodik sein soll, bleibe mal dahingestellt.
Erklärende Fussnoten? Hm ... kommt wohl auf den Text an - die Textsorte und das Alter des Textes. Einerseits können wir ja heutzutage nicht mehr sicher sein, dass einfachste Anspielungen auf Biblisches oder griechische Mythologie verstanden werden, so dass selbst älteren muttersprachlichen Texten Fussnoten beigefügt werden. Und vom Leser verlangt werden. (Während andererseits noch Suphan in seiner Herderausgabe vor etwas mehr als 100 Jahren griechische und lateinische Originalzitate Herders unübersetzt und unkommentiert liess und sein Fussnoten-Apparat ein kritischer war, kein erklärender.) Nein, auch ich mag Fussnoten nicht und überlasse sie meistens ihrem Schicksal. Doch ich muss zugeben, dass ich, wenn ich in den mittelalterlichen Scholastikern lese, darohne aufgeschmissen wäre.
Ich persönlich lese ja am liebsten das Original. Weshalb ich vorzugsweise englisch- oder französischsprachige, iberische und südamerikanische Literatur lese und die Russen, Chinesesen, Japaner und was weiss ich noch tendenziell beiseite lasse.
Grüsse
sandhofer