Hallo!
@orzifar
Vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen. Ich sehe, daß meine Einschätzung durch sie gedeckt werden. Du hast recht. Meine Art der Rezeption ist wenig analytisch, vielmehr konsumptiv, sammelnd. Ich lese Bücher, erfreue mich an gelungenen Passagen, poste sie dann auch, lese diese "Fundstücke" darüber hinaus wieder und wieder, behalte von Büchern der Menge wegen oft nur einen Gefühlseindruck übrig. Es rauscht bei mir also im Gegensatz zu dir, der du in die Tiefe lotest. Ich weiß, daß ich mehr widerständige Literatur lesen müßte. Ab und zu beim Lesen auch schwitzen.
Entscheidend für mich: Ich schwitze gern - und um wirkliche Freude am Lesen haben zu können, brauche ich ein Mindestmaß an Transpiration.
Aber: Keiner muss müssen, wie Lessing schon einem Derwisch zu erklären versuchte

. Entscheidend ist ja, wie viel Zufriedenheit einem aus dem Lesen erwächst. Diese verhält sich bei mir direkt proportional zu den schon apostrophierten Schweißperlen.
ad Hesse: Tja, was soll ich sagen. Erklär den anderen doch mal Liebe! Es ist ein existenzielles Zuhause- und Beheimatetsein. Warum sollte ich das aufgeben?
Ich versteh das durchaus, da ich mit Siddartha und Goldmund lustgewandelt bin im zarten Alter von 16 Jahren. Aber Jugendlieben haben es häufig an sich, dass man sie aus einer gewissen Entfernung (zeitlicher Natur) mit mehr Skepsis betrachtet, etwas, das sich nicht ausschließlich auf Bücher beziehen muss. Beim letzten Besuch in meiner Heimatstadt habe ich ein solches nicht-literarisches Exemplar der Verehrung getroffen - und bin anschließend in mich gegangen, um zu ergründen, warum ich ausgerechnet dieser Dame so viele schlaflose Nächte gewidmet habe (nebst - ich war noch seeeehr jung - einigen lyrischen Ergüssen).
ad CMS: Alle Ansätze dahingehend scheiterten bisher. Es ist nicht so, daß ich nichts probiert hätte. Viel klügere Leute als ich, die ebensowenig Ahnung davon haben, beauftragten mit dieser Problematik einfach einen Dienstleister, bezahlten ihn und sind froh. Dem steht dann doch mein Geiz gegenüber und meine Unbeständigkeit. Die 16 Jahre, die meine Webseite nun besteht, waren ein einziges Auf und Ab, dazu und weg...
Es ist halt wirklich viel Arbeit. Oft mehr Arbeit als das Bereitstellen der Informationen. Nur an den "Fähigkeiten" liegt's sicher nicht.
Ich habe mich auch hier (bezüglich der Hauptseite) mit der Idee getragen, dies alles selbst zu machen. Sandhofer, älter und klüger als ich, hat schließlich pragmatisch gehandelt und WordPress installiert, womit er Recht hatte. Wenn's denn mehr sein soll als eine Spielerei ist's einfach viel, viel Arbeit.
Du hast mal geschrieben, dass es dich nicht weiter stört, wenn du den Inhalt der gelesenen Bücher vergisst, ich möchte mir dies für mein Alter aufheben
.
LOL

- wobei: Die beste Ehefrau von allen ist immer öfter der Ansicht, dass ich durchaus an dieser Alterserscheinung partizipiere - auf pragmatisch-spezifische Art, indem ich vergesse (sie meint pejorativ: ignoriere), was ich denn für das allgemeine Familienwohl manchmal zu erledigen verpflichtet sei, während ich - bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten - Horaz im Original zu zitieren vermöchte. So gesehen (denn hier zu widersprechen würde ich keinesfalls wagen) habe ich schon heute (im ohnehin bereits fortgeschrittenen Alter) Anteil an der mir in Zukunft zukommenden Dosis Alzheimer, obschon mein Kleiner, an ein vor mehreren Tagen getanes Versprechen erinnert, durchaus gegenteiliger Ansicht zu sein pflegt: "Papaaaa, kannst du nicht irgendwann irgendwas mal vergessen?? Tu ich doch auch ..."
Aber dies sind Niederungen der Familienlebens, die du für dich (soweit ich weiß) bislang zu vermeiden wusstest. Und ich wüsste diesbezüglich nicht, ob man das ändern soll: Schon Doderer meinte, dass es unglaublich schwer sei, jemandem fundamental zu raten (der Stangeler dem Eichkater?? *glaub*).
lg
orzifar