Author Topic: Man wird sich offenbar ...  (Read 17295 times)

Offline sandhofer

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Man wird sich offenbar ...
« on: 01. Januar 2011, 17.25 Uhr »
... mit zunehmendem Alter selber historisch.

Hallo!

Nämlich. Ich habe gerade mal wieder einen längeren träumenden Blick auf meine Bibliothek geworfen. Und mir dabei deren Entwicklung vor Augen geführt.

Lesen konnte ich ja schon mit 3 oder 4 Jahren. Mit ungefähr 10 habe ich dann wirklich zu lesen begonnen, d.h., ich habe die Bücher, die ich ausgelesen hatte, auch bewusst behalten und in einem Regal aufgestellt. Damals kamen pro Jahr natürlich nur wenige dazu, meistens Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke. Später dann, so mit 13, 14 habe ich mindestens einen Teil meines Taschengeldes immer in Büchern angelegt. Meist waren das Krimis aus der Roten Reihe bei Goldmann. Ob's die heute noch gibt? Später dann die von Jeschke herausgegebene Reihe mit SF-Klassikern vom Heyne-Verlag. Die ersten sog. Klassiker begannen schon, sich darunter zu mischen. Noch heute besitze ich die Ausgabe von Dantes Divina Commedia oder Tolstois Krieg und Frieden, die ich mit ungefähr 16 erhalten habe. Meine Bibliothek wuchs nun rascher, und zu Beginn des Studiums waren es rund 200 Bände. Dann begann die Zeit der Unruhe. Häufiges Umziehen verleidet es einem, eine grosse Bibliothek zu besitzen. Mehr oder weniger häufige und radikale Ausmerzaktionen begannen. So sind meine Krimis und die SF-Klassiker schon längst in einer Heilsarmee-Brockenstube gelandet. (Nicht aus Affinität zur Heilsarmee, sondern weil die gerade in der Nähe war.) Andererseits fanden die ersten Werkausgaben den Weg zu mir nach Hause. Geldmangel war es ursprünglich, der mich dazu trieb, diese nicht neu sondern antiquarisch zu erwerben. Dann - waren's die sauren Trauben, war's die zur Tugend gemachte (Platz-)Not? - begann ich, meine Bibliothek zu formen. Analog zu dem, was ich an der Uni vorgefunden hatte, schwebte mir eine Art Handbibliothek der 1'000 Bücher vor, die ein gebildeter Mitteleuropäer deutscher Muttersprache zu besitzen hätte. Eigentlich bin ich ja für so ein Ideal rund 100 Jahre zu spät zur Welt gekommen, aber es hat den Vorteil, dass man dadurch sehr viele Sachen von eben diesen 100 Jahre Früheren erben kann. So fielen mir einige Werkausgaben zu, die mal die Bibliothek eines gebildeten Mittelständlers gebildet hatten. Heute bin ich der Meinung, dass diese Handbibliothek wohl 2'000 Bände umfassen müsste. Und ich stelle fest, dass ich auf dem Weg bin, eine Handbibliothek der Gesamtausgaben zusammenzustellen. Jedenfalls, was deutsche Klassiker betrifft (d.i., alles vor dem Zweiten Weltkrieg), tendiere ich dazu, nach Gesamtausgaben Ausschau zu halten, wenn ich denn noch keine oder keine befriedigende habe. Auch das ist neu: Die Ansicht, dass eine Werkausgabe nicht genügen könnte ...

So allerdings wird meine Bibliothek nie fertig.  :opa:

Grüsse

sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline orzifar

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Re:Man wird sich offenbar ...
« Reply #1 on: 02. Januar 2011, 01.25 Uhr »
Mit drei oder vier Jahren lesen war bei mir kaum möglich, da hätte es jemanden gebraucht, der sich mit Kindern beschäftigt hätte. War aber nicht, Kinder waren als Nebenprodukt endokrinologischer Notwendigkeiten angesehen, waren im Weg, lästig.

Also brav mit 6 gelernt - aber nach zwei Monaten mit dem Lesebuch durch. Und dann alles, aber wirklich alles gelesen, was mir zwischen die Finger kam, sämtliche 5 Freunde, Detektiv Kim, Blitz (irgendein Rennpferd, dabei waren mir mit menschlichen Attributen ausgestattete Tiere immer ein Gräuel), die Arnoldkinder, Hanni und Nanni - und was weiß ich, was es damals noch an Serien gab. Das Kinderabteil der Stadtbibliothek war bald mal durch - und dann gab's andere Serien: SF-Romane, Western, Krimis, alle auf dickem, weichem Papier gedruckt und wohl von bescheidener Qualität. Und schließlich der (so mit 10 oder 12) endgültig vom harschen Bibliothekar erlaubte Gang zur Erwachsenenabteilung, wenn auch das Geliehene noch seiner Kontrolle unterlag. Da aber ahnunglos wandelte ich auf den Spuren des Sartreschen Autodidakten aus dem Ekel: Ich las alphabetisch. Artmann, Bernhard, Böll, Brecht, Camus, Dostojewski, Dürrenmatt usf. Wobei ich langsam zu begreifen begann, dass Literatur nicht bloß Geschichten erzählen oder Flucht aus der Realität bedeutet.

Mein erstes eigenes Buch war der Räuber Hotzenplotz (geschenkt), das erste selbst gekaufte ein Vampirroman (mit einer halbnackten Frau auf dem Umschlag - und ich weiß nicht, inwieweit mich das als 12jähriger bei meiner Kaufentscheidung beeinflusste). Und dann - aus Geldmangel - fast nur zitronengelbe Reclam: Studium der Klassiker am verrauchten Gasthaustisch, von Goethe bis Robbe-Grillet. Später viel auf Flohmärkten, in Antiquariaten - ziemlich bald war die Sammlung auf einige Tausend angewachsen. Und natürlich das sandhofersche Problem: Umzüge, bei denen es eine Unzahl Bananenkisten zu schleppen galt, meist wohnte ich in Bruchbuden auf dem Land, groß, baufällig (etwa eine aufgelassene Volksschule im hintersten Winkel) und vollgestopft mit Büchern. Zwischendurch habe ich immer wieder Bücher vor Umzügen verschenkt (insgesamt rund 2000), wobei ist feststellte, dass es selbst mit dem Verschenken schwierig ist: Kein Schwein interessiert sich für Bücher.

Mittlerweile wieder rund 6000, allüberall Regale, etwa die Hälfte Belletristik (nicht ganz), der Rest Fach- und Sachbücher, viel Naturwissenschaft, Philosophie, Germanistisches, Informatik. Bedauerlich: Übersicht und Ordnung sind v. a. im Sach- und Fachbuchbereich vollkommen verloren gegangen, ich weiß zwar meistens noch, wo sich manche Bücher ungefähr befinden, manches, von dem ich mit Sicherheit weiß es zu besitzen,  bleibt dann doch verschollen.

Ich kaufe noch immer billig, durcheinander, meistens spontan. Ein Projekt wie Sandhofer allerdings kann (und will) ich mir nicht leisten, angesichts der noch ungelesenen Bücher (Dostoevski würde der Schlag treffen oder sich schwer suizidgefährdet in Klausur begeben, um all das Ungelesene aufzuarbeiten) und des Wunsches, noch so manchen Philosophen intensiver zu lesen, habe ich versucht, mein Leben ein wenig entsprechend diesem Wunsch einzurichten. Was mit beachtlichen finanziellen Engpässen einher geht, sodass ich mir eine Herder-Gesamtausgabe nun nicht gönnen würde - und könnte (allerdings ist dieses mein Bedürfnis, Herders gesamtes Schrifttum hier zu wissen, als ohnehin eher gering anzusehen, vielmehr hätte ich statt der 20 Einzelbände Fontanes - wobei dann doch wieder einiges fehlt - eine entsprechende Gesamtausgabe).

So nebenbei: Ich vermute, dass eines der konstituierenden Merkmale einer Bibliothek ihre ewige Unvollständigkeit ist. Und - soweit sie im Privatbesitz sich befindet, ihre partielle Ungelesenheit.

lg

orzifar
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Offline sandhofer

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Re:Man wird sich offenbar ...
« Reply #2 on: 02. Januar 2011, 14.15 Uhr »
Die 5 Freunde - ja. Dann aber vor allem Karl May. Mangels Stadt natürlich keine Stadtbibliothek. So bin ich bis heute ein Bibliotheksmuffel, jedenfalls privat. Für wissenschaftliches Arbeiten habe ich selbstverständlich Bibliotheken in Anspruch genommen.

Daneben bin ich natürlich auch noch heute dabei, die gelben Reclam durch gebundene Ausgaben zu ersetzen. Ich sortiere meine Bücher alphabetisch nach Autor und habe es zu oft erlebt, dass so ein kleines Reclamheftchen von zwei grossen Kollegen rechts und links buchstäblich zu Tode gefaltet wird.

Im übrigen soll man sich mein Projekt nicht riesig und teuer vorstellen. Ich begnüge mich ja normalerweise mit Leseausgaben. Historisch-Kritische Ausgaben sind wenige in meiner Sammlung. Und die, die's sind, sind eigentlich alle bei der WBG gekauft. Viele andere Werkausgaben habe ich ebenfalls bei Buchklubs erstanden. Vor Jahren gab's hierzulande einen, der sich ExLibris nannte. Die Firma gibt's immer noch, sie ist aber m.W. zu einer normalen Buchhandelskette mutiert. Ursprünglich fühlte sich diese Migros-Tochter einem kulturellen Auftrag verpflichtet, und so sind viele (damals) junge, literarisch ambitionierte Autoren, v.a. Schweizer, aber eben auch Werkausgaben - v.a. des Winkler-Verlags - in meine Hände gekommen. Daneben sind, wie gesagt, viele Werkausgaben antiquarisch für einen Appel und ein Ei zu haben. (Die Süddeutsche Zeitung hatte mal auf ihren Internetseiten einen fünfteiligigen Videoblog mit einem Antiquar aus Leidenschaft, der in einer Folge erzählte, wie er immer wieder potentielle Verkäufer abwehren musste, die Werkausgaben von Goethe oder Schiller aus der Jahrhundertwende verscherbeln wollten: "Vergessen Sie's! Kein Mensch kauft heute Goethe oder Schiller!" (Auch selber habe ich natürlich schon orzifars Feststellung machen müssen, dass niemand gebrauchte Bücher haben will - nicht einmal umsonst.)) Und selbstverständlich kaufe ich, als Dreiachtelsschwabe, nur Bücher, die ich dann auch lese. Sicher - von den 35 Bänden Herder werde ich nicht jeden mit derselben Aufmerksamkeit von Anfang bis Ende lesen. Aber ich werde jeden lesen. Entsprechend werden auch meine Neukäufe warten, bis ich mal mit Herder durch bin. 
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Offline sandhofer

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Re:Man wird sich offenbar ...
« Reply #3 on: 24. Januar 2011, 13.00 Uhr »
Neulich habe ich mal in einem andern Forum den Leitstern meines Lesens und Sammelns folgendermassen beschrieben:

"Ich möchte die wichtigsten 1'000 oder 2'000 Bücher gelesen haben, die ein Mitteleuropäer deutscher Muttersprache gelesen haben sollte."

Ich hätte wissen müssen, dass das Wörtchen "sollte" Unfrieden stiften würde ...  :angel:
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Offline orzifar

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Re:Man wird sich offenbar ...
« Reply #4 on: 27. Januar 2011, 17.43 Uhr »
Neulich habe ich mal in einem andern Forum den Leitstern meines Lesens und Sammelns folgendermassen beschrieben:

"Ich möchte die wichtigsten 1'000 oder 2'000 Bücher gelesen haben, die ein Mitteleuropäer deutscher Muttersprache gelesen haben sollte."

Ich hätte wissen müssen, dass das Wörtchen "sollte" Unfrieden stiften würde ...  :angel:

Nunja, sollen würde ich auch nicht wollen ;) - aber ich vermute zu wissen, was du gemeint hast. Verlink doch mal die Diskussion.

lg

orzifar
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Offline sandhofer

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Re:Man wird sich offenbar ...
« Reply #5 on: 30. Januar 2011, 17.08 Uhr »
Verlink doch mal die Diskussion.

Ach, das lohnt sich nicht. Es war ja dann gar keine, weil ich keine Zeit und Lust hatte für so was. "Sollen" ist für mich so was wie ein ethisch-moralische Verpflichtung. "Müssen" mag ich auch nicht wollen, aber "sollen" (und dazu noch im Konjunktiv) empfinde ich als Ansporn.  >:D
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Offline hawthorne

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Re: Man wird sich offenbar ...
« Reply #6 on: 14. Dezember 2011, 15.19 Uhr »
Ich verstehe was du meinst, muss allerdings dazugestehen, dass ich bei manchen Werken angefangen habe und sie einfach nicht zu Ende bringen konnte. William Faulkner's The Sound and the Fury war zum Beispiel eines davon. Es bringt mir nämlich nichts, wenn ich mich durch ein Buch durchquälen muss und selber keinen Mehrwert daraus ziehe. Von der Ruhr Uni Bochum gibt es diesen Kanon der Weltliteratur, einige davon habe ich schon gelesen, andere interessieren mich und ich würde sie gerne noch lesen.
Manchmal kann man ja auch schon im Internet mit Foxit in Bücher hineinlesen. Wenn sie mir dann gar nicht zusagen, dann kaufe ich sie auch nicht. Insgesamt beläuft sich meine Sammlung so in etwa auf 400 Bücher, langsam geht mir auch der Platz aus...
« Last Edit: 19. Dezember 2011, 11.44 Uhr by hawthorne »

Offline sandhofer

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Re: Man wird sich offenbar ...
« Reply #7 on: 15. Dezember 2011, 09.39 Uhr »
Von der Ruhr Uni Bochum gibt es diesen Kanon der Weltliteratur, einige davon habe ich schon gelesen, andere interessieren mich und ich würde sie gerne noch lesen.

Ja, diese Liste habe ich auch schon mal gesehen. Das Problem ist ja immer: Für einen Anfänger, auch für Fortgeschrittene, sind diese Listen ein guter Anhaltspunkt. Irgendwann erreicht man den Punkt, wo man sich fragt: Warum den und den andern nicht? Warum dieses Werk und nicht jenes? Warum eine Auswahl aus dem "Decamerone" - warum nicht das ganze? Etc., etc.
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Offline klara ka

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Re: Man wird sich offenbar ...
« Reply #8 on: 10. Januar 2012, 11.06 Uhr »
Ach, wie ich euch beneide, mit euren mehrere tausend Bücher umfassenden Sammlungen! Ich komme mit meinen 300 Büchern im Regal gerade mal auf einen Bruchteil dessen, was ich gern hätte. Ich habe das "Problem", dass ich all die Bücher, die ich aus Bibliotheken geliehen hatte, auch gerne zuhause stehen hätte, mich dann im Buchladen eher für ein noch ungelesenes Werk entscheide, weil ich ja etwas verpassen könnte. So komme ich quasi nie dazu, tatsächlich all die gelesenen Bücher auf einen Blick vor mir zu haben (es klingt, so ausgeschrieben, plötzlich auch etwas einfältig, alle im Regal stehen haben zu wollen). Das Umzugsproblem ist mir aber dennoch vertraut. Nur weigere ich mich konstant, mich von Büchern zu trennen. Lieber fliegt irgend ein anderer Kram, wie Käsefondue, raus, als dass ich eines meiner wenigen Bücher verschenke.

Klara
« Last Edit: 13. Januar 2012, 14.21 Uhr by klara ka »

Offline mombour

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Re: Man wird sich offenbar ...
« Reply #9 on: 10. Januar 2012, 13.28 Uhr »
Hallo,

im Vergleich zu sandhofer und orzifar habe ich eine recht bescheidene Bibliothek, die man als Bibliothek gar nicht bezeichnen darf. Bei 2000 Büchern müsste in anbauen, aber das geht nicht, weil ich in einem Hochhaus wohne. So begnüge ich mich damit, viele Bücher zwar zu lesen, eine ganze Reihe davon aber bringe ich wieder los. Eine systhematischer Sammlerleidenschaft habe ich nicht, aber von meinen Lieblingsautoren,habe ich natürlich eine ganze Reihe. Wie orzifar schon bemerkte, eine Bibliothek wird immer unvollständig bleiben. In der Motivation, Bücher zu sammeln, steckt warscheinlich der Wunsch dahinter, man möge alle Bücher haben wollen, zumindest alle KLassiker oder alle guten Bücher. Man wird aber niefertig damit. ;D
Bücher begebnen mich, und verabschieden sich wieder von mir. Mit zunehmenden Alter gibt es auch Interesssenverschiebungen. das Leseverhalten, die Bücherauswahl ändert sich. Darum ist der Bücherschrank so wie das Leben. Ein Fluss, der immer ein Fluss ist, aber er fließt und fließt.

Ich kann da nicht mithalten, mit drei 3 oer 4 Jahren schon lesen. ich war kein Wunderkind und übermäßig viel habe ich als kleiner Bub auch nicht gelesen. Mein Lieblingsbuch war Michael Ende: Lukas der Lokomotivführer, dann natürlich Otfried Preußler, Enid Blyton, einige Karl Mays. Später Edgar Allan Poe und Hermann Hesse, das war damals in. Übermäßig viel habe ich aber nicht gelesen. Ich habe mehr Musik gehört. Mit dem "Fräulein von Scuderi" konnte ich damals nichts anfangen. das mussten wir für die Schule lesen. Max Frisch (Biedermann und die Brandstifter, Andorra) fand ich schon interesssanter, auch Ulrich Plenzdorf: "Die Leiden des jungen Wärter".  Beiden Autoren waren ebenso Schullektüre.

Liebe Grüße
mombour
« Last Edit: 10. Januar 2012, 13.49 Uhr by mombour »
Thomas Hardy: Herzen in Aufruhr
Fernando Pessoa: Buch der Unruhe

Offline sandhofer

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Re: Man wird sich offenbar ...
« Reply #10 on: 10. Januar 2012, 16.22 Uhr »
Hallo!

Oh - "mehrere Tausend" bringe ich auch nicht hin. Dafür müsste man wohl Uni-Professor sein, wie Eco. Oder zumindest Junggeselle, wie Kollege Köllerer  ;D. Aber "meine" Handbibliothek der Klassiker - das ist schon mein Traum.

Grüsse

sandhofer
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Offline Dostoevskij

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Re: Man wird sich offenbar ...
« Reply #11 on: 10. Januar 2012, 22.07 Uhr »
Moin, Moin!

Ich lese seit zirka 2 Jahren vermehrt aus der Bibliothek entliehene Bücher. Die ich dann natürlich nicht zuhause im Regal vorfinde. Das wurmt mich nur bei den Autoren, denen ich mich besonders verbunden sehe. Der Wunsch, diese Bücher besitzen zu wollen, ist immer vorhanden. Beruhigend und deeskalierend die Tatsache, daß das dank Internet jederzeit möglich ist. Im Gegensatz zu mombour habe ich eine Sammelstrecke - die Bibliomanika, auf die ich nie und nimmer verzichten wollte. Meine private Bibliothek ist nicht als Studienbibliothek ausgelegt wie die des Wiener Freundes Christian Köllerer. Meine Intention besteht darin, ein Büch für eine Zweit- oder Drittlektüre vorrätig zu habe, einfach zum Regal gehen zu können, um es herauszugreifen. Lexika sind mir durch den Zugriff aufs Internet inwischen ziemlich schnuppe geworden.
-- 
Keep reading, Markus Kolbeck
Leipziger Bücherlei http://www.buecherlei.de/

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Re: Man wird sich offenbar ...
« Reply #12 on: 11. Januar 2012, 08.11 Uhr »
Oh - "mehrere Tausend" bringe ich auch nicht hin. Dafür müsste man wohl Uni-Professor sein, wie Eco. Oder zumindest Junggeselle, wie Kollege Köllerer  ;D.

Nachdem ich meine Bibliothek mit der oben genannten verglichen habe, mußte ich die Schätzungen (es existiert keine komplette Datenbank), wieviele Bände ich habe, deutlich nach oben korrigieren. Gegenwärtig sind es wohl so zwischen 6000 und 10'000.  >:D (Und das obwohl ich weder Uni-Professor noch Junggeselle bin.  ;) )

Offline sandhofer

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Re: Man wird sich offenbar ...
« Reply #13 on: 11. Januar 2012, 10.34 Uhr »
Ja, Du ... Du hast ein schwarzes Loch, wo Du Deine Bibliothek unterbringen kannst ...  ;D
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Offline orzifar

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Re: Man wird sich offenbar ...
« Reply #14 on: 11. Januar 2012, 18.05 Uhr »
Hallo,

bei mir sind's etwa 6000 (oder mehr, wie oben erwähnt), wobei ich auch Bibliotheken sehr stark frequentiere. Vor allem bei der Fachliteratur (die schon mal 100 und mehr Euro kostet) will ich nicht die Katze im Sack kaufen, lese also zuerst das entliehene Exemplar und kaufe es mir ev. bei Gefallen. Bei neuer Belletristik ähnlich (auch wenn sie erschwinglich wäre). Aber ich spüre mit dem Älterwerden ein Nachlassen des Interesses an Belletristik, bin andererseits über Leute wie Dostoevskij sehr froh, der sich der Mühe (die es für ihn nicht darstellt) unterzieht, Unmengen an Literatur zu konsumieren, weil ich daraus schon oft Anregungen gezogen habe.

Das Internet dient mir ebenfalls als eine Art Lexikonersatz, wobei ich manche dennoch oft zurate ziehe: Das "Handwörterbuch des Aberglaubens" (handlich ist das nicht mit seinen 10 Bänden, kleinbedruckt), den Kleinen Pauly (der große steht auf der Wunschliste), dazu kleinere Nachschlagewerke wie den Röhrich oder das Metzler-Philosophie- (bzw. Philosophen-)Lexikon. Dies schon deshalb, da ich während des Lesens den Computer meist ausgeschaltet habe. Bei den Nachschlagwerken ziehe ich oft auch meine antiquarischen Bücher heran: Drei verschiedene Ausgaben der Meyerschen Enzyklopädie aus dem 19. Jahrhundert, eine Bibliothek des Wissens von 1900 usf. Das sind auch Dinge, die man im Netz schwer findet, wenngleich es auch im Netz so wunderbare Dinge wie das Grimmsche Wörterbuch gibt: Hier.

lg

orzifar

p. s.: Ein Problem ist tatsächlich das der Unterbringung. Wenn ich nicht demnächst den Dachboden ausbaue (was sich auch aus anderen Gründen aufdrängt), muss ich meine Bücher in Bananenschachteln unterbringen  >:(
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