Author Topic: David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand  (Read 38775 times)

Offline orzifar

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Re:David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand
« Reply #60 on: 24. Dezember 2010, 01.05 Uhr »
Hume verwandelt sich in diesem Kapitel in Epikur (nicht Heraklit ;) - der würde auch in diesen Zusammenhang nicht wirklich gut passen als der Misanthrop, als der uns überliefert ist), [...]
Upsi. Natürlich, ja. Ich werde alt ...  :(

In seiner relativen Beliebigkeit hat mich der Verschreiber an meinen eigenen (Kerouac - Salinger) erinnert. Würde bedeuten, dass ich schon vor Monaten alt war und das, wiewohl ich geringfügig jünger bin als du ;).

lg

orzifar
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Offline sandhofer

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Re:David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand
« Reply #61 on: 26. Dezember 2010, 15.08 Uhr »
Hallo!

Nun auch den Teil 12 beendet. Er lässt mich ein wenig ratlos zurück, weil mir nicht so ganz klar ist, was Hume mir hier sagen will. Er warnt vor dem Skeptiker als dem Feind der Religion, weil eine skeptische Einstellung jede Erkenntnis und jeden Glauben zerstören muss. So nebenbei verwirft er auch - wenn ich recht gesehen habe - des Descartes "Cogito, ergo sum", weil die Grundlage des Erkennens nicht erkannt werden kann, da ein Erkennen schon jene Attribute einsetzt, deren Existenz und korrekte Tätigkeit noch zu beweisen wären. Als Heilmittel gegen jene Skepsis empfiehlt Hume, wenn ich das richtig sehe, ein bescheidenes Zurücktreten in den gesunden Menschenverstand, der uns unsere Grenzen aufweist. Wenn ich mich recht erinnere, hat dann Jahre später Whitehead so was ähnliches gemacht nach seiner Zusammenarbeit mit Russell für die Principia Mathematica. Ob dies nun der unbedingte und logische Schluss und Ausweg aus der Skepsis ist, bleibe mal dahingestellt. Es stellt m.E. aber eine eindeutige Selbstzensur dar. Vielleicht rührt daher meine Ratlosigkeit.

Grüsse

sandhofer
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Offline orzifar

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Re:David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand
« Reply #62 on: 27. Dezember 2010, 03.35 Uhr »
Hallo!

Abschnitt 12!

In einem gebe ich dir Recht: Wirklich klar strukturiert ist dieser letzte Abschnitt nicht. Allerdings auch nicht ganz so konfus, wie es dein Posting erscheinen lassen will ;).

Der Abschnitt ist in drei Teile gegliedert - Teil 1: Grundsätzlich hält Hume ein Plädoyer für den Atheismus und den Skeptizismus. Bei letzterem folgt er Descartes' Ansatz, dass sowohl Empirie als auch reines Denken einer strengen Kritik unterliegen müssen, dass man diesem seinem eigenen Erkenntnisapparat allen Grund hat zu misstrauen. Allerdings verwirft er dessen Versuch, anhand einer irgendwie zu erlangenden Gewissheit festen Boden unter den Füßen zu bekommen und von diesem archimedischen Punkt aus die philosophische Welt zu erobern. Denn selbst wenn ein solcher Punkt gefunden werden könnte (Descartes' "cogito ergo sum") wäre damit rein gar nichts gewonnen: Denn wir könnten über diesen Punkt nicht hinausgehen, ohne unser zuvor bereits als fragwürdig eingestuftes Instrumentarium zu verwenden. Hier kann ihm nur beigepflichtet werden.

Er übernimmt also den Grundsatz des Zweifels und hält ihn für richtig. Dann aber kommt er auf die Fragwürdigkeit der Sinneseindrücke zu sprechen, erwähnt die "populären" Beispiele (wie das im Wasser gekrümmt Ruder), die ihn aber nicht weiter beeindrucken, sondern nur ein Hinweis darauf sind, dass solche Eindrücke durch rationale Überlegungen korrigiert werden müssen. Dann stellt er fest, dass wir nur "Bilder", Perzeptionen von dieser Wirklichkeit haben und dass diese Bilder in uns sind. Die Außenwelt existiere von uns unabhängig, wenn wir also ein Bild empfangen, existiert dieses in unserem Geist, ohne dass die materiellen Dinge davon berührt werden. Wie kann man aber von einem Bild auf die Außenwelt schließen? Wir wissen, dass wir nur Bilder besitzen, wir wissen aber nichts über die Beziehung des Bildes zur Außenwelt, denn diese kann nur die Erfahrung liefern. Eine Erfahrung aber ist hinwiederum ein Bild, eine Perzeption. - Dieser ganze Eiertanz bezieht sich natürlich auf Berkeley, der auf stringente Weise die Außenwelt zur Schimäre erklärt hat. Hume merkt, dass ihm bzw. dem konsequenten Skeptizismus (Pyrrhonismus) nicht beizukommen ist, merkt aber gleichzeitig, dass dieser Skeptizismus nichts taugt. Es gelingt ihm aber m. E. mitnichten in diesen drei Teilen, diese extrem skeptische Position argumentativ anzugreifen, weshalb er dann im

Zweiten Teil zur abschließenden Feststellung gelangt, dass aus diesem übertriebenen Skeptizismus nichts dauerhaft Gutes, Beständiges hervorgehen kann. Eine derartige Folgerung muss leider als dürftig betrachtet werden, da das "dauerhaft Gute, Vernünftige, Beständige" mit so vielen verschiedenen Inhalten gefüllt werden kann, dass der Beliebigkeit Tür und Tor geöffnet würden. In diesem zweiten Teil nimmt er auf die rationalen Schwierigkeit Bezug: Auf Zeit und Raum bzw. auf deren infinite Teilbarkeit (hier spukt Leibniz - und nicht zu knapp). Der für mich unverständlichste Teil, er behauptet, dass die unendliche Teilbarkeit auf "Einzelvorstellungen" zurückzuführen sei und deshalb keine unendliche Teilbarkeit existieren würde (in der Form, dass kein Gedanke, keine Idee im Kopf eines Menschen "unendlich teilbar" sei). Das sind nun m. E. recht unerquickliche Bocksprünge. Vieles, was er dazu vorbringt, ist eine Variante von Zenons Schildkröte. Und er - als auch Leibniz - hätten mit den Quanten der Jetztzeit wohl ihre helle Freude, da diese doch einige der aufgeworfene Probleme zur Zufriedenheit lösen würden.

Weitere Probleme entstehen durch die nicht zu erlangende Gewissheit in Bezug auf Tatsachenurteile. Man hat zu verschiedenen Zeiten Dinge verschieden beurteilt - und man findet zu kaum einem Problem eine endgültige Lösung. Er unterstellt dem Skeptizismus implizit, dass dieser durch das Hervorkehren dieser Problematik zur Handlungslosigkeit verdamme - und stellt gleichzeitig fest, dass auch der größte Skeptiker im Zweifelsfall sofort handelt (wie etwa Solipsisten gesellige Menschen sein können). Und er hält schließlich nochmal fest, dass der Induktionsschluss für sich keine Gewissheit beanspruchen könne.

Teil 3: Plädoyer für Bescheidenheit bezüglich der eigenen Fähigkeiten als auch in Bezug auf die Auswahl des Forschungsgegenstandes. Hume schießt allerdings über das (sein) Ziel hinaus, indem er - gemäß seinem Empirismus - den Forschungsbereich allzu stark einzuschränken versucht. Natürlich hat er etwas ganz Bestimmtes im Sinne: Metaphysische Spekulationen, Erörterungen über religiöse Themen aus der Philosophie zu verbannen. Hier hat er selbstverständlich Recht, allerdings ist dies ein Abgrenzungsproblem, das prinzipieller Natur ist und ganz allgemein definiert werden muss, er aber unterschätzt den wissenschaftlichen Fortschritt und wirft dadurch (die hier bereits erwähnten Spekulationen über Entstehung des Kosmos etc.) mit Theorien über die Farbe von Gottes Oberlippenbart in einen Topf. Und er hält nochmals ein Plädoyer für den Empirismus: Was nicht in irgendeiner Form auf Erfahrung zurückgeführt werden kann, soll "dem Feuer überantwortet" werden, womit er rationale Spekulationen ebenso meinte wie alle Metaphysik und Theologie.

Ich werde - hoffentlich - noch zu einigen abschließenden Zeilen Zeit finden. Ich finde allerdings, dass du die letzten Kapitel auf allzu kursorische Weise erledigt hast. Sie scheinen so unklar denn doch nicht zu sein, wie du unterstellt hast.

lg

orzifar

Diverse Fehler sind der Uhrzeit des Beitrags geschuldet ;)
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Offline sandhofer

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Re:David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand
« Reply #63 on: 27. Dezember 2010, 08.20 Uhr »
Ich finde allerdings, dass du die letzten Kapitel auf allzu kursorische Weise erledigt hast. Sie scheinen so unklar denn doch nicht zu sein, wie du unterstellt hast.

Da magst Du Recht haben. Ich musste im Verlauf der Lektüre leider feststellen, dass mir im Moment Ruhe und Musse fehlen, einem philosophischen Text in seinen Feinheiten nachgehen zu können.  :( Und vor Mitte 2011 sehe ich keine Besserung; dann ziehen wir um. Ob's nachher allerdings wirklich besser wird? Ein bisschen mehr Zeit sollte ich wieder haben für Lektüre.
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Offline sandhofer

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Re:David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand
« Reply #64 on: 16. Januar 2011, 20.36 Uhr »
Herder hat Hume übrigens als Deisten wahrgenommen, als einen, der den christlichen Glauben vernünftelnd verwässert.
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Offline orzifar

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Re:David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand
« Reply #65 on: 17. Januar 2011, 01.18 Uhr »
Herder hat Hume übrigens als Deisten wahrgenommen, als einen, der den christlichen Glauben vernünftelnd verwässert.

Dann sollte er ihn wohl nochmals genauer lesen. Allerdings sind seine religionskritischen Schriften erst posthum erschienen und ich weiß nicht, inwieweit Herder davon Kenntnis haben konnte. Deistische Aspekte sind aber weder im Treatise noch in der Enquiry m. E. auffindbar.

lg

orzifar

der noch am Abschlussstatement herumpfriemelt.
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Re:David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand
« Reply #66 on: 03. Februar 2011, 15.28 Uhr »
Hallo!

Konzepte wie die Descartessche res cogitans bzw. res extensa sind paradigmatisch für metaphysische, spirituelle Spinnereien und führen zumeist auf irgendeine Form von Gott.
Ja, da hat uns Hume wirklich einen Schritt vorwärts gebracht. (Obwohl ich solchen Ideen wie "Fortschrite in der Philosophie" im Allgemeinen recht skeptisch gegenüber stehe.)

Ich auch. Aber wenn auch nur mit großen Einschränkungen von "Fortschritt" (wenn überhaupt) gesprochen werden kann, so kann man doch festhalten, dass sich bestimmte Entwürfe als unsinnig herausgestellt haben. Eine Wiederkehr der Descarteschen Begrifflichkeit in ihrer ursprünglichen Form kann ich mir kaum vorstellen.

Von Einstein ist der Satz überliefert: "Wenn man Humes Bücher liest, wundert man sich, daß nach ihm so viele hochgeachtete Philosophen so viel Verschwommenes haben schreiben können." Tatsächlich ist vor allem der im Gefolge Kants entstandene deutsche Idealismus eine Atavismus, etwas anachronistisch Gewordenes, das durch die Zeitumstände zu höchster Anerkennung gelangte. Seltsamerweise aber fühlte sich Kant gerade durch Hume "aus seinem dogmatischen Schlummer" geweckt, beruft sich also derjenige, der die Metaphysik durchs Hintertürchen wieder eingeführt hat, auf jenen, der diese zu verbannen suchte.

Humes größte Leistung ist sicherlich das Aufzeigen der Problematik des Induktionsproblems. Ausgehend von der Gleichförmigkeitsthese (die Zukunft gleicht weitgehend der Vergangenheit) stellt sich die Frage, inwieweit ein solcher Schluss zulässig ist. Dass er es nicht ist, geht daraus hervor, dass diese Art des Schließens voraussetzt, was sie sich zu beweisen bemüht - nämlich genau jene Gleichförmigkeit und daher zu einem Zirkelschluss führt. Dies aber bedeutet, dass wir in der Wissenschaft auf Annahmen zurückgreifen (denn die induktive Methode _ist_ die wissenschaftliche Methode), die ebenfalls auf nicht zu rechtfertigenden Annahmen beruht wie eben auch die Metaphysik. (Popper Behandlung des Induktionsproblems in "Objektive Erkenntnis" ist so elegant wie hilfreich in diesem Zusammenhang - und ich nehme mir jetzt vor (bitte mich gelegentlich zu erinnern), dazu etwas zu schreiben.)

Hume kommt allerdings sowohl bei der Kausalanalyse als auch bezüglich der Existenz der Außenwelt in Kalamitäten. Weder ist Kausalität mehr als Gewohnheit (und rationaler Erkenntnis unzugänglich), noch kann die Existenz einer Außenwelt verbindlich angenommen werden, da alles Wahrgenommene in uns ist, es sind Bilder, Eindrücke (ideas & co) - und ein Schlussfolgern von diesen Bildern auf die Außenwelt ist nicht zulässig, da nur diese "ideas" für uns wirklich sind. Alles ist in uns, wir haben das Bild von Bäumen, Straßen, wir hören, riechen - aber immer nur als Subjekt. Diese an Berkeley erinnernde Position eines strengen Skeptizismus bezüglich der objektiven Außenwelt wurde von diesem durch die Annahme eines Gottes, der all unsere Empfindungen in irgendeiner Weise evoziert, gelöst; Hume postuliert so etwas wie den gesunden Menschenverstand. Der Philosoph ist zur Annahme der Außenwelt vom logischen Standpunkt her nicht berechtigt, solange er sich als Philosoph begreift - als Mensch hingegen existiert nicht nur die Sonne, sondern sie existiert selbst dann, wenn er sie nicht unmittelbar spürt, er verleiht ihr gedanklich Kontinuität. Allerdings ist dieses Changieren zwischen philosophischen und populären Standpunkt nicht unbedingt elegant, aber Hume hat erreicht, was er in seiner Vorrede bereits betonte: Er hat durch das Aufzeigen bestimmter Probleme andere zu weiterer Beschäftigung mit diese Problemen veranlasst (Kants "dogmatischen Schlummer" geweckt) und er hat für die Philosophen auf die Probleme unserer induktiven (und gut funktionierenden) Methode der Wissenserweiterung hingewiesen.

Die Humesche Lösung der Willensfreiheit fand ich elegant: Er geht hier auch von der Frage der Kausalität aus. Gibt es ein unverursachtes Tun, gibt es überhaupt etwas Unverursachtes, dadurch nicht Notwendiges? All unsere Erfahrung belehrt uns, dass dem nicht so sei, der absolute Zufall (der dann mit Willensfreiheit gleichzusetzen wäre) ist für unser Alltagsleben nicht denkbar, das, was uns als Zufall in diesem Leben erscheint, ist sehr wohl verursacht (und Willensfreiheit im strengen Sinn scheint es nur in der Quantenphysik zu geben, etwa bei der Messung der Polarisation von Photonen). Warum aber will dem Einzelnen es so erscheinen, als ob er Willensfreiheit besäße? Hume versucht einen Standpunktwechsel: Diese vorgebliche Willensfreiheit eines Subjekts erscheint einem Beobachter durchaus determiniert, dieser kann die Handlungen von Menschen (auch aufgrund der Gleichförmigkeitsthese) abschätzen - und je besser die Motivationslage des Handelnden dem Beobachter bekannt ist, desto genauer werden auch diese Voraussagen. Der Handelnde aber empfindet Freiheit und verwechselt die Freiheit des Handelns (indem er sich zwischen verschiedenen Alternativen entscheiden kann) und die Freiheit des Willens. Hume konstatiert eine Begriffsverwirrung: Sprechen wir von Willensfreiheit, so meinen wir zumeist ein frei sein von Nötigung oder Zwang. Dort, wo wir diesen Zwang nicht verspüren, meinen wir "willensfrei" zu sein, frei entscheiden zu können. Allerdings besteht immer eine kausale Nötigung, eine Verursachtheit: Daher können wir zwar möglicherweise frei handeln, aber nicht wollen, was wir wollen wollen.

Manches sehr viel später Publizierte klingt wie eine späte Huldigung Humes, so etwa das "Manifest des Wiener Kreises", wenn es dort heißt: "Das Ziel ist eine anti-metaphysische, geeinte Wissenschaft, in der jedes Symbol etwas "Reales" bezeichnet, wenn es mit der Gesamtstruktur der Erfahrungen kohärent ist." Und wenn Hume in seiner Ich-Analyse zum Schluss kommt, dass es ein Ich nicht gibt, sondern bloß eine Abfolge von Perzeptionen, keine Substanz, der diese Perzeptionen innewohnen, sondern eben nur diese selbst, kann der Hume-Verehrer Mach sein unrettbares Ich auf dieser Grundlage verkünden.

An einem Hinweis bezüglich Hume ist mir noch gelegen: Ich habe selten eine derart verständliche, kluge und sprachlich ausgefeilte Sekundärliteratur zu einem derart schwierigen Thema gelesen wie bei Gerhard Streminger. Alle seine Darstellungen - von der Biographie bis zu einigen kleineren Artikeln, sofern sie mir zugängig waren, verdienen das allerhöchste Lob. Ihm ist es offensichtlich wirklich um die "Sache Hume" zu tun, dessen Philosophie, er nimmt eine solche Darstellung nicht zum Anlass, seine eigene Philosophie, die altkluge Sicht des Spätergeborenen an den Leser zu bringen. Die Fähigkeit zur klaren, geistreichen Darstellung ist das eine, die Bescheidenheit das andere. Beides aber beispielhaft.

lg

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