Hallo zusammen!
Ich habe mir neulich die 5bändige Paracelsus-Ausgabe, herausgegeben von Will-Erich Peuckert, bei der WBG gekauft. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Erster Eindruck: "Übersetzung" ins Neuhochdeutsche, wie Peuckert sagt, ist relativ. Um eine möglichst grosse Nähe zum Original beizubehalten, hat Peuckert nicht nur den Satzbau sondern oft auch den Sprachlaut von Paracelsus beibehalten, ebenso die lateinischen Termini, die Paracelsus in grosser Zahl verwendet. Die Sprache stört mich, da selber Oberdeutscher und Lateiner, nicht. Inhaltlich hatte ich schon eher Mühe. Peuckert lässt seine Ausgabe mit medizinischen Schriften beginnen. Und da wiederum mit den Frühschriften. Astrologische und alchemistische Begriffe werden vorausgesetzt. Jetzt bin ich im
Volumen Paramirum, wo Paracelsus zum ersten Mal seine
Lehre über die 5 Ursachen der Krankheiten - Gestirne, Gifte, Konstitution, Geister, Gott - erklärt. Alle 5 sind bei einer Therapie zu berücksichtigen. Trotz fremder Nomenklatur leuchtet mir nun zum ersten Mal ein, warum Paracelsus zum Ahnherr der modernen Medizin geworden ist, da hier wohl zum ersten Mal einer empfiehlt, unvoreingenommen an die Krankheit heranzugehen und nicht anhand der Lehre, der man anhängt, zu therapieren, sondern anhand der Krankheitsursache.
Im übrigen macht Paracelsus seine Kollegen aber sehr herunter. Kein Wunder, war er unter Zeitgenossen wenig beliebt.

Grüsse
sandhofer