Hallo sandhofer,
zu
Alexander dem Großen:Ich weiß ja nicht, ob man das als bedeutend oder höhepunktmäßig herausheben kann, dass Alexander der Große der erste war, der die Vision eines Welreiches hatte. Na, ja, na und, was soll daran großartig sein. Für solche Visionen werden Menschen getötet. Unser heute vereintes Europa verwirklichte sich ohne Gewalt. Aber wie lange dieses hält ist auch unsicher: Griechenland pleite, Spanien hochverschuldet, usw. Dass das Reich Alexandes nach seinem Tod verfiehl, bestätigt Sigmund Freuds Theorie in "Massenpsychologie und Ich-Analyse", in der Freud sagt, die Masse habe zum Führer eine libidinöse Verbindung und wenn die libidinöse Verbindung nicht da ist, z.B: der Führer ist tot, dann zerfällt die Masse (ähnliches geschieht mit einer Masse, die in Panik gerät): Ich erspare es mir jetzt aber, in diesem Rahmen der "Höhepunkte" auf Freuds Theorie tiefer einzugehen.
CHRISTUSDer Berg der Seligpreisungen und der Hügel Golgata. Die Botschaft von der Gottesherrschaft von Wolfgang Kraus
Zur Historizität JesuDieses Kapitel ist von einem Theologen geschrieben worden, es wäre interessant gewesen, wenn ein Historiker dieses Kapitel verfasst hätte.
Anhand der Schriften des Neuen Testamentes werden die Lebensdaten Jesu ermittelt. Es ist wirklich ein Genuss, der Argumentationskette zu folgen, um der Historizität Jesu näher zu kommen, indem man wenigstens Geburts- und Sterbedatum/ Jahr ermittelt. Trotzdem, hier liegt der Haken: Was ist wirklich historisch am NT. ? Ich habe die letzten Tage meine Mutter besucht und mir dort das Buch
„Abermals krähte der Hahn“ des unerbittlichen Kirchenkritikers
Karlheinz Deschner eingesackt, weil es dort nur ungelesen herumstand. Demnach, was Deschner behauptet, immerhin belegt er so ziemlich jede Behauptung mit einer historischen Quellenangabe, ist das NT so ziemlich untauglich, was historische Genauigkeit angeht. Und noch etwas zum Theologen Wolfgang Krauss: In einem Versuch, auf Jesu Spuren zu gelangen, gehört s es sich doch, wirklich alle Quellen zu berücksichtigen, d.h. auch sämtliche Apokryphen. Ich meine, wie das NT von Menschenhand zusammengestückelt wurde, und Texte falsch kopiert oder einfach noch einiges hinzugefügt wurde wie falsche Paulusbriefe, die nicht vom Apostel stammen (man lese hierzu auch
Bart D. Ehrmann:
Abgeschrieben, falsch zitiert und missverstanden – Wie die Bibel wurde, was sie ist), so muss die Historiozität des NT äußerst fragwürgig und das Wort Gottes aus der Heiligen Schrift nur ein Ammenmärchen sein.
Zur Chronologisierung der Zeit vom öffentlichen Wirken, die ja nur sehr kurz gewesen ist, wird auf Lukas 3,1 hingewiesen:
Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Stadthalter in Judäa war und herodes Landesfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Judäa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene, als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes*, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste.
*Johannes der Täufer
Nun ist es nicht nur seltsam, sondern unverständlich, dass Wolfgang Krauss den Hinweis des Tacitus auf Christus nicht kennt, der den Tod Christi unter der Herrschaft des Kaisers Tiberius bezeugt. (siehe Tacitus,
Annalen, 15,44). Dass Tacitus, der sich nie für das Christentum interessiert hat auf Christus verweist, gilt für manche Historiker als Hinweis, dass Jesus existiert haben könnte.
Weitere Probleme zur Leben-Jesu-Forschung, wie sie sich im Text von Wolfgang Kraus vielleicht ungewollt manifestieren
a) Die QuellenKraus sagt, die überwiegende Meinung der Forschung sehe in den Textstellen wie Matth. 12, 28 und Lukas 17,21 authentische Jesuworte.
Hierzu eine allgemeine kritische Anmerkung aus
Carl Schneider, Geistesgeschichte der Antike, gekürzte Sondeausgabe, 1970, C.H. Beck, Seite 18:
...schwer festzustellen, was Jesus selbst gesagt hat. Es gibt kaum ein synoptisches Wort Jesu, das in der langen Geschichte der überaus mühsamen Evangelienkritik nicht schon für unecht, aber auch keins, das nicht schon für echt erklärt worden wäre.
b) Die Wunder JesuKraus behauptet, ohne begründen zu wollen/können:
Gleichzeitig ist sich die Forschung einig, dass Jesus Wunder vollbracht, d.h. Menschen geheilt hat.
Im Klartext heißt es, Jesu habe u.a. nicht nur blinde sehend gemacht (hysterische Blindheit?), er habe auch Epilepsie (Markus 9, 17-18 ) und Gebärmutterhalskrebs (Markus 5, 25- 34 ) geheilt. Super, wenn ich dass doch nur glauben könnte.
Bei Deschner heißt es:
Die Forschung weiß längst, daß es in der antiken Literatur zahlreiche Gegenstücke zu den evangelischen Wundergeschichten gibt.
(und bezieht sich hierin auf Bultmann, „Synoptische Tradition“; Klostermann, „Das Markusevangelium“; Dibelius, Die Formgeschichte des Evangeliums u.a.).
c)Golgatha als Höhepunkt der Antike?Ziemlich ernüchternd wenn wir bel Deschner lesen, der Mythos vom leidenden und sterbenden Gott gehöre zu den charakteristischen Zügen der meisten Mysterienreligionen (Kapitel 15).
SchlussfolgerungJesus als ein Höhepunkt, der zur Zeit seines Lebens völlig unbekannt gewesen sein muss, ein Wanderprediger von vielen, ein Wunderheiler von vielen, der in den Evangelien immer mehr vegottet wurde, bis es im Johannesevangelium verkündet wurde:
„Ich und der Vater sind eins.“ (Johannes, 10,30).

Das was als Höhepunkt hingestellt werden könnte, wäre, wie es die alte Kirche geschafft hat, einen völlig unbekannten Mann als eine Grundfeste unserer europäischen Kultur hochzubiegen, aus antken Kulten und Literaturen einen neuen Religionsführer zu schaffen. Das ist das eigentliche Wunder. Karl Jaspers zählt Jesu zu den
maßgebenden Menschen.
Kennt irgendjemand von
Hans Küng: Das Christentum: Wesen und Geschichte? Mich interessiert seine Sicht der Dinge.
Liebe Grüße
mombour