Hallo!
Hm, du vermischt relativ sinnfrei Geschlechterstereotypen, ohne diese zu hinterfragen. Etwa Mann und Arbeiten, Hausfrauendasein, konnotierst Karriere positiv (und männlich) etc. Ob nun eine Frau Karriere machen soll, steht dabei nicht zur Debatte. Aber: _Wenn_ sie das will, dann soll sie dazu die Möglichkeit haben. Wenn sie hingegen glaubt, das tun zu müssen (womit sie ohnehin nur ihre Abhängigkeit von der Meinung anderer beweist), ist sie auf einem Holzweg.
Worum es mir ging und worauf ich im anderen Thread hingewiesen habe: Dass emotionale und intellektuelle Ausstattung von Mann und Frau sich in weitaus geringerem Maße unterscheiden als sie sich gleichen. Und dass ich (mit einem ehemals sehr großen Bekanntenkreis) unabhängig vom Geschlecht Freundschaften geschlossen habe, dass ich mich mit Frauen verstand, mir Männer auf die Nerven gingen (und umgekehrt) und dass das Geschlecht bei diesem "Auf die Nerven Gehen" irrelevant war (wenngleich es häufig geschlechtsspezifische Dummheiten gibt, welche mir aber ebenso häufig anerzogen scheinen). Zum anderen besteht die Gefahr beim Hinweis auf diese vermeintlichen Unterschiede (die eben so groß bei weitem nicht sind - wenn denn überhaupt relevant vorhanden), das aufgrund dessen irrwitzige Entscheidungen getroffen werden: Etwa eben Frauen nicht zum Arztberuf zuzulassen, weil sie während ihrer Menstruation unerträglich launisch wären. Mit ebenso großer Selbstverständlichkeit hat man Frauen das Wahlrecht vorenthalten und auch dies mit "Unterschieden" begründet, denen man heute selbst in den Urkantonen der Schweiz die Anerkennung versagt.
Ferner ist rein biologisch das Nervenkostüm einer Frau nicht so strapazierfähig, wie das der Männer
Dieser Satz hat für ein wenig Belebung ihm geruhsamen, abendlichen Dasein der Familie orzifar geführt. Denn, ich konnte nicht umhin, mein überaus hochgeschätztes und -geliebtes Weib diesen Satz hören und verifizieren zu lassen: "Sieh auf von deinen juristischen Akten und lausche mir, deinem dir rechtmäßig angetrauten Manne, höre und staune und sage mir deine Meinung": - Woraufhin ich zitierte. Nicht bedenkend, dass Frau orzifar nebenher gerade dem Salzgebäck den Garaus machte, sich gehörig verschluckte und nach einem gediegenen Hustenanfall mir grinsend, jedes Wort betonend erwiderte: "Das - ist - mir - neu!" Nach kurzem Nachdenken: "Vermutlich die geistige Emanation eines Mannes."
Letzteres habe ich in Abrede gestellt. Ohne sie weiter im Studium ihrer Gerichtsakten zu stören gehe ich stillschweigend von der Annahme aus, dass sie mit jenem Satze Zweifel an der Wahrheit der Behauptung äußern wollte. Sie meinte denn auch, dass sie - sich induktiver Methoden bedienend - ohne weiteres einiges beitragen könnte zur Widerlegung dieser These. Warum sie dabei mich angesehen hat (der ich die Ruhe selbst bin), will mir nicht einleuchten; die einzige Erklärung besteht darin, dass sich außer meiner Wenigkeit kein Exemplar männlichen Geschlechts im Raum befunden hat.
Zudem: Ich habe in meinem Leben einiges an (vermeintlichem) Wissen unter Jugendliche und Erwachsene zu bringen versucht, meist Dinge, die mit Zahlen und somit Mathematik zu tun hatten. Und wenn auch ein paar Hundert Leute nicht repräsentativ sein mögen: Nirgendwo ist mir etwa dieser so oft strapazierte Unterschied aufgefallen bezüglich geschlechtsspezifischer Talente. Generell könnte man behaupten: Mehr Dämliche als Intelligente, dies aber geschlechtsunabhängig.
Im anderen Thread hab ich's teilweise ausgeführt: Mir will scheinen, dass wir hauptsächlich Menschen sind, dass wir aus dem weitgehend gleichen Pool unsere Gefühle, unser Denken bestreiten, worauf sich die - geschlechterübergreifende - Fähigkeit der Empathie gründet. Und zudem sind wir auch alle ein wenig unterschiedlich, größer, kleiner, klüger, schwarz, gelb, weiß, sentimentaler, verschlossener - was auch immer. Kleinigkeiten wie Hautfarbe, Herkunft oder Klitoris sollten dabei zweitrangig sein.
Und was Höflichkeit anlangt: Auch diese sehe ich geschlechterübergreifend. Ich pflege in entsprechenden Situationen jedem die Tür aufzuhalten: Ob 14jähriger Junge, 70jähriger Frau oder auch einer hübschen, jungen Dame.
lg
orzifar