Author Topic: Siri Hustvedt: Leben, Denken, Schauen  (Read 3898 times)

Offline orzifar

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Siri Hustvedt: Leben, Denken, Schauen
« on: 14. Januar 2019, 23.16 Uhr »
Hallo!

Ich habe eben eine hochgelobte Essaysammlung von Siri Huvstedt weggelegt: Was daran so großartig und begeisternd sein soll hat sich mir in keinster Weise erschlossen. Mich erinnerte das Buch an pseudokluges Gerede auf Vernissagen, wo ein jeder mit den gerade eben erworbenen Kenntnissen aus irgendwelchen Fachbüchern hausieren geht und so das Bild eines Intellektuellen zu erzeugen sucht. Man kann noch nicht mal sagen, dass das Buch schlecht wäre, es ist einfach substanzloses Gerede; am besten sind noch jene Teile, wo sie ganz persönlich-anekdotisch erzählt. Andererseits ist Küchenpsychologie dort erwartbar, wo eine Autorin am Werk ist, die eine Gedenkvorlesung zu Freud hält. Mein Leben ist jedenfalls zu kurz für dieses Geseiere.

lg

orzifar
Derzeitige Lektüre:

Herbert Schnädelbach: Philosophie in Deutschland 1831 - 1933
Hans Albert: Kritik des theologischen Denkens
John Irving: Owen Meany

Offline sandhofer

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Re: Siri Hustvedt: Leben, Denken, Schauen
« Reply #1 on: 15. Januar 2019, 19.33 Uhr »
Ich habe bisher - so genau weiss ich auch nicht, warum - immer einen Bogen um Siri Hustvedt gemacht. Diese Essay-Sammlung ist mir mal - wann, wo und warum, weiss ich auch nicht mehr - übern Weg gelaufen. Aber Titel, in denen das Wort "Schauen" vorkommt, sind mir suspekt. Es gibt zweifelsohne gute Künstler, die "schauen" und nicht "denken". Es gibt zweifelsohne gute Autoren, die mehr "schauen" als "denken". Vor allem Lyriker. Zusammen geht das irgendwie nicht.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus