Hallo!
Dostoevskij hat dankenswerterweise auf diese
Strudlhof-Elegie hingewiesen - zu Recht. Das jemand wie Kleeberg fast 60 Jahre alt werden musste, um zu Doderer zu finden, ist seltsam genug (wenn man seine literarische Initiation bedenkt - Hemingway - dann wird es eine Spur verständlicher). Dass er aber Canetti Glauben geschenkt hat, ist doch ein wenig kurzsichtig - wie wohl Kleeberg in seiner Begeisterung ob der Strudlhofstiege den Menschen Doderer ein bisschen zu freundlich sieht: Dass nämlich der auch ein ziemliches Arschloch war, steht außer Frage. (Ebenso wie seine literarische Meisterschaft.) Wolfgang Fleischers ausgezeichnete Biographie (Das verleugnete Leben) könnte für Kleeberg einen Erkenntnisgewinn bedeuten.
lg
orzifar