Author Topic: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy  (Read 8583 times)

Offline sandhofer

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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #15 on: 10. Februar 2015, 12.33 Uhr »
Auch wenn Eliot den Einfluss Burtons nicht erwähnt, scheint unser melancholischer Freund im Hintergrund eine nicht unbedeutende Rolle zu spielen.   

Burtons Einfluss in der englischen Literatur kann wohl nicht unterschätzt werden. Ich habe ja im Blog schon Pullman zitiert, der Burton nicht nur gelesen hat, sondern wohl auch vieles von Burtons Art und Weise, also von Burtons Oxford ins eigene Oxford von His Dark Materials verpflanzt hat.
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Offline sandhofer

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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #16 on: 10. Februar 2015, 20.58 Uhr »
Unterdessen unterhält sich Burton mit dem Leser über die verschiedenen Theorien des Weltalls. Er neigt, wenn ich das recht verstehe, Tycho Brahes Weltbild zu: Die Erde im Zentrum, um sie herum kreisen Mond und Sonne. Alle andern Himmelskörper kreisen um die Sonne.
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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #17 on: 12. Februar 2015, 20.05 Uhr »
Ein Loblied auf Bildung und die Bibliothek (nicht unbedingt die eigene). Und dann der Ratschlag, dass sich Frauen als Mittel gegen Depressionen dem Häkeln und Stricken zuwenden sollen...  :teufel:
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Offline Camenzind

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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #18 on: 13. Februar 2015, 13.14 Uhr »
Wo er Recht hat hat er Recht ... Indes ... da war doch noch was ... (Aber wenn ich das jetzt bringe heißt es vielleicht wieder ich würde tausendfach immer nur Goethe zitieren ...  ;D)

(der Gast-Chauvinist zum Freitag)
« Last Edit: 13. Februar 2015, 13.24 Uhr by Camenzind »

Offline sandhofer

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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #19 on: 15. Februar 2015, 15.39 Uhr »
Nun bin ich in der eigentlichen Medizin. Es ist schon eine faszinierende Geschichte, wenn Galen und Plinius, Avicenna und Plutarch ebenso Recht haben können wie Paracelsus oder andere spätere Ärzte. Im übrigen mag Burton die "chemische" Medizin durchaus, nur gegen Paracelsus hat er etwas. Wir finden ganze Rezepte in Schlussteil der Second Partition.
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Offline sandhofer

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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #20 on: 21. Februar 2015, 07.06 Uhr »
The Second Partition figuriert jetzt auch im Blog.
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Offline sandhofer

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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #21 on: 01. März 2015, 15.00 Uhr »
The Third Partition. Zuerst geht es um Liebe. Burton entschuldigt sich dafür, ein so "schlüpfriges" Thema überhaupt anzugehen. Natürlich entschuldigt er sich, indem er aus den Werken aller nur möglichen Philosophen und Kirchenväter Beispiele herbeibringt, wie auch die sich (in Theorie oder in Praxis) mit der Liebe auseinandergesetzt haben.
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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #22 on: 02. März 2015, 19.25 Uhr »
Es ist schon Satire. Allerdings muss man akzeptieren, dass für den christlichen Theologen Burton die Liebe von und zu Gott unangefochten an der Spitze jeder Form von Liebe steht. Erst, wenn's um Liebe zwischen Mensch und Mensch geht, kann er seiner satirischen Ader freien Lauf lassen.
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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #23 on: 03. März 2015, 19.07 Uhr »
Wenn's nicht um Gott und die Liebe von und zu ihm geht, wird Burton richtig zynisch...
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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #24 on: 04. März 2015, 07.27 Uhr »
Entsprechend ändern seine Zitate-Vorlieben. Lukian kommt immer wieder dran, Petronius auch. Selbst Parthenios nennt er einmal. Der Mann muss sein Leben lang nur gelesen haben...
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Offline sandhofer

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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #25 on: 19. März 2015, 20.22 Uhr »
Beim religiösen Wahnsinn hingegen ist es verblüffend, wie betriebsblind ein Theologe sein kann. Oder nein: eigentlich gar nicht verblüffend. Alle, alle sind verrückt: Die Heiden sowieso, die Juden und Muslime auch, aber auch die Papisten und ... und ... und ...
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Re: Robert Burton: The Anatomy of Melancholy
« Reply #26 on: 28. März 2015, 07.36 Uhr »
Beim religiösen Wahnsinn hingegen ist es verblüffend, wie betriebsblind ein Theologe sein kann. Oder nein: eigentlich gar nicht verblüffend. Alle, alle sind verrückt: Die Heiden sowieso, die Juden und Muslime auch, aber auch die Papisten und ... und ... und ...

Ausser natürlich die eigene Kirche, hätte ich hinzufügen müssen. Nun, ich habe es in meinem Blogeintrag hinzugefügt.
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