Hallo!
Beim Buch von Münkler fühle ich mich ein wenig an den Geschichtsunterricht in der Schule erinnert: Wenn von Schlachten erzählt wird wie von Brettspielen, da wird gewonnen, verloren und so nebenbei erfährt man auch die Höhe der Verluste: Da 10000 Tote, was aber im Vergleich zu den 40000 des Spielpartners doch noch wenig ist und als Sieg verbucht werden kann.
Das geht natürlich nicht gegen das Buch von Münkler an sich: Er wollte ein Buch über den Kriegsverlauf schreiben - und hat dies auf historisch unanfechtbare Weise getan, detailliert, kenntnisreich, sehr lesbar. Es hat sehr viel mehr mit mir als Leser zu tun: Ich kann mich für Aufmarschpläne, Flankenangriffe oder Einkesselungen a la Cannae einfach nicht begeistern (gerade die römischen Schlachten wurden uns am Gymnasium mit viel Enthusiasmus nahe gebracht, ob Varus, Pyrrhus oder die vielgeliebten punischen Kriege). Insofern ist der Münkler wohl einfach das falsche Buch für mich (und ich zweifle, ob ich das Gemetzel über fast 1000 Seiten durchhalten werde). Vielleicht geht's mir mit dem Jörn Leonard "Die Büchse der Pandora" besser, wird dort weniger auf strategisch-taktische Finessen geachtet. (Clarks "Schlafwandler" als eine Analyse der Hintergründe für den Kriegsausbruch fand ich hervorragend.)
lg
orzifar