Neben Lyrik schätze ich sehr die kleine Prosa, oft auch Kurzprosa genannt, "Kopfabenteuer" eben...
Begonnen hat es sicher mit Franz Kafka und seinen kleinen Erzählungen wie, um nur ein paar Beispiele zu nennen, "Vor dem Gesetz", "Die Sorge des Hausvaters" oder "Eine kaiserliche Botschaft".
Aber auch so "bezaubernd leichte Dingelchen" - Tucholsky über Franz Hessel - wie Franz Hessel "Teigwaren leicht gefärbt".
Schön finde ich auch, wenn einer dies einer Kunstfigur in den Mund legt wie Henry Michaux in "Ein gewisser Plume" oder Paul Valéry mit "Monsieur Teste". In diese Sparte fallen sicher auch die Keuner-Geschichten oder das Buch "Me-Ti" von Bertolt Brecht.
Ins Poetisch-Surreale bewegen sich die "Maulwürfe" des Günter Eich oder auch ein Buch wie "Kleist, Moos, Fasane" seiner Frau Ilse Aichinger.
Der Ungar István Örkény hat diese Gattung für sich "Minutennovellen" genannt und der Italiener Giorgio Manganelli "Romane in Pillenform", die unter dem Titel "Irrläufe" auf deutsch erschienen sind.
Sachlicher, deswegen aber nicht weniger poetisch kommen oft die Kolumnen des Peter Bichsel daher, ebenfalls lesenswerte Kleinode.