Hallo!
Ich bin da auch zwiegespalten: Zum einen manchmal das Ärgernis über dummdreiste Anmerkungen (gar mit Leuchtstift), zum anderen ein Nachvollziehen dessen, was da ein Vorgänger im Buch sah oder zu erkennen meinte. Interessant solche Nachlassbücher (wie vor kurzem von mir erworben), die nicht nur Anmerkungen enthalten, sondern zusätzlich eine Menge an Zeitungsausschnitten, kopierten Zettelchen etc. (wobei es im vorliegenden Falle sich um einen Philosophen/Naturwissenschaftler handelte, der selbst einiges an Büchern zum Thema veröffentlicht hat). Und auch irgendwie traurig, dass es niemanden gab, der sich auch nur im entferntesten um diese Bücher gekümmert hätte, der ein Interesse am Denken, Schreiben, Lesen dieser Person gehabt zu haben scheint.
Leider bin ich im vorliegenden Fall zu spät auf diesen Verkauf aufmerksam geworden (aber den Erwerb des gesamten Nachlasses hätte ich mir ohnehin kaum leisten können). Dieses Nachgrübeln, Nachsinnen, Rekonstruieren eines (verstorbenen) - (kann Denken sterben??) - Denkens hat etwas ... Wobei es für Nachforschungen besser ist, den Betreffenden nicht allzu gut gekannt zu haben. (In einem anderen Fall habe ich bis heute nur ein Konvolut an Aufzeichnungen, Büchern, Notizen feinsäuberlich in einem Schränkchen abgelegt, ohne den Mut zu finden, mich darauf wirklich einzulassen.)
lg
orzifar