Hallo!
Noch mal was für zwischendurch - ein Glauser. Und auch dieser sehr lesbar und unterhaltend. Glauser hatte immer mit dem schlechten Renommee des Kriminalromans zu kämpfen, erst Dürrenmatt hat diesem Genre zu ein wenig mehr Ansehen verholfen. Wobei es auch schon Glauser verstand, mehr als bloße Spannung zu erzeugen, seine Protagonisten sind wunderbar gezeichnet, keine Schablonenverbrecher oder idealisierte Kämpfer gegen das Unrecht. Der Unterschied zwischen den Ganoven und den Normalbürgern verschwimmt und es ist der Zufall, der das Pendel zugunsten des einen oder anderen ausschlagen lässt.
Glausers eigenes, abenteuerliches Leben zwischen Irren- und Gefängnisanstalten hat ihn mit Stoff versorgt: Man spürt, dass da keiner rein theoretisch über die Abgründe des menschlichen Daseins referiert, sondern aus eigenem Erleben erzählen kann. Zu diesem Leben passt nun eben auch die gewählte Form des Kriminalromans - und es wird in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass das Genre für die Qualität eines Buches belanglos ist. Glauser beschrieb das, was er erlebt und gesehen hat - und er verstand diese seine Sache ausgezeichnet. Mehr braucht's nicht ... (In Österreich ist Glauser im übrigen weitgehend unbekannt ...)
lg
orzifar