Author Topic: Karl Immermann: Münchhausen  (Read 1584 times)

Offline sandhofer

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Karl Immermann: Münchhausen
« on: 30. August 2014, 20.07 Uhr »
Man kennt ihn heute kaum mehr. Aber ich muss gestehen, dass mir Immermanns Münchhausen ziemlich Spass macht. Ein bisschen Sterne (so, wenn er z.B. seinen Münchhausen mit dem 11.-16. Kapitel beginnen lässt und nach einem Dialog mit seinem Buchbinder darüber erst die Kapitel 1-10 folgen lässt), und sehr viel Literatursatire. Die perfekte Erholung von Fichte... :angel:
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Re: Karl Immermann: Münchhausen
« Reply #1 on: 01. September 2014, 21.18 Uhr »
Sterne und Swift waren offenbar seine Leitsterne. Und auch, wenn er nicht ganz an sie herankommt - amüsant ist er immer...
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Re: Karl Immermann: Münchhausen
« Reply #2 on: 03. September 2014, 19.13 Uhr »
Gerade Buch 4 gelesen. Eine herrliche Satire auf die romantische Pseudo-Naturwissenschaft, aufs romantische Geister-Sehen z.B. eines Kerner. Und da habe ich Immermann immer für einen "Epigonen" gehalten ...
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Offline sandhofer

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Re: Karl Immermann: Münchhausen
« Reply #3 on: 06. September 2014, 20.32 Uhr »
Zu Beginn des 4. Theils (≠ 4. Buch - das ist im zweiten Theil angesiedelt!) eine Widmung an Ludwig Tieck, den er seinen Lehrer nennt. Natürlich, wie konnte ich den vergessen. Sterne und Swift waren wohl eher indirekt seine Lehrer. Gerade im 4. Theil ist Immermann denn auch völlig romantisch, während er vorher starke aufklärerische Züge trug.
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Re: Karl Immermann: Münchhausen
« Reply #4 on: 07. September 2014, 16.20 Uhr »
Zum Schluss des Buchs wird Immermann für meinen Geschmack allzu romantisch. Sprich: Er konzentriert sich fast völlig auf eine Liebesgeschichte und lässt alle Satire (auf Alexander von Humboldt, auf Hegel, auf Pückler-Muskau) sein. Schade. Immerhin halte ich ihm zu Gute, dass er zwar ein Happy-End konstruiert, aber doch nur ein halbes, indem er das arme Dienstmädchen, welches der reiche Graf heiratet, ein armes Dienstmädchen blieben lässt und sie nicht zur unehelichen Tochter Münchhausens macht, was er eine Zeitlang androhte. Münchhausen übrigens kommt selber im letzten Buch gar nicht mehr vor. Auch das ist schade.
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