Hallo!
Verzeih einem langsam ins Alter kommenden Mitleser. Nun erst glaube ich zu wissen, worauf du bei Locke anspieltest: Dort, wo er zurecht feststellt, dass aus einem Syllogismus kein "neues" Wissen gewonnen werden kann. Da etwa beim berühmten Sokrates-Mensch-Beispiel jene Sterblichkeit vorausgesetzt wird, die erst bewiesen werden soll.
Was das Lesetempo anlangt: Ich lese zwar viele Bücher gleichzeitig, allerdings zumeist (aus den in der Signatur angeführten) nur einzelne Beiträge, die dann fast immer mehrfach. (Und beim Genazino war ich doch ein wenig froh, ihn hinter mir zu haben

.) Aber Locke oder Spinoza könnte ich so kaum lesen, außerdem stellt sich bei unklaren Stellen der Wunsch nach Sekundärliteratur ein. Wenn es "leichtere" Kost ist (wie etwa die Darstellung des Wiener Kreises von Geyer), dann geht's auch mal schneller. Aber in der Philosophie bin ich im Goetheschen Sinne gutgläubig: "Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen." Damit hat man sicher nicht immer Recht - und dann dauert das Lesen auf der Suche nach den vermeintlich im Sumpf verborgenen Goldtalern noch länger.
lg
orzifar