Hallo!
Ich habe die ersten Urlaubstage bei bestem Wetter genutzt, um an einem schattigen Platz im Garten Spinozas "Ethik" zu beenden. Damit endet auch mein diesjähriges Rationalismus-"Projekt", das von Descartes (Meditationen) über Lukrez/Epikur (De rerum natura; bitte nicht aufheulen, wenn ich diese beiden in diesem Kontext erwähne ...) nach Spinoza führte. Mir haben die zentralen Gedanken dieser Werke sehr gefallen, vor allem der Ansatz Spinozas (der Mensch als eine mögliche und dabei auch noch determinierte Daseinsform; Gott als ein ausserhalb der Welt stehendes, nicht köperlich vorhandenes und anbetungswürdiges Subjekt; Abschied von den äußeren Ursachen, um nur die für mich wichtigsten Aspekte zu nennen).
Vielleicht noch ein letztes: Spinozas Denkgebäude erscheint mir wesentlich demütiger im Hinblick auf die Rolle des Menschen als Descartes denkendes Ich, das leider immer noch den Beweis Gottes nötig hat.
Mal sehen, welche philosophische Strömung als nächstes auf meinem Radar auftaucht (nach Nietzsche im vergangenen und den Rationalisten in diesem Jahr). Ich lasse mich einfach mal treiben und von dem einen oder anderen Lektürebeitrag hier im Forum inspirieren. Möglicherweise stehen Schopenhauer und Kierkegaard und damit der Sprung zu den dunklen, schwermütigen Existenzialisten an ...
Eine schöne Zeit wünscht
Tom