Hallo!
Ich bin zeitlebens kein Faulkner-Fan gewesen (und werde es wohl auch nicht mehr werden). Dennoch kann man sich dem Sog (und der Qualität) seines Schreibens nicht ganz entziehen: Das ist oft schon von beeindruckender sprachlicher Gewalt, was Faulkner da präsentiert, ein Bild noch urtümlicher Natur, verrückter, engstirniger, aber auch außergewöhnlicher Menschen im Amerika des 19. Jahrhunderts. Und Faulkner ist kein bloßer Erzähler, er spielt mit der Geschichte, den Lesern, verschachtelt die einzelnen Zeit- und Erzählstränge kunstvoll, erzeugt auf subtile Weise Spannung.
Aber trotz all dieser unbezweifelbaren Qualitäten ist die Lektüre seiner Bücher auch oft mühsam: Allzu verworrene Verschränkungen (allerdings nicht in diesem Buch, dessen Konzeption klarer ist als die vieler anderer Werke), und ein allzu hemdsärmeliges Personal, ein Abenteurertum, dem ich wenig abgewinnen kann und das stilisiert, aufgesetzt wirkt. Ein bisschen wie Hemingway, den ich allerdings - von Ausnahmen abgesehen - noch sehr viel weniger leicht ertrage. "Die Unbesiegten" sind aber wohl jener Teil der "Sartoris"-Saga über den amerikanischen Bürgerkrieg, der sich für einen Einstieg in das Werk am ehesten empfiehlt.
lg
orzifar