Dann will ich mal den Anfang machen in der Hoffnung , dass die ersten drei Fabeln meiner Ausgabe auch in euren Exemplaren die ersten drei sein mögen. Es handelt sich um folgende Titel: 1. Der Adler und die Füchsin 2.Der Adler, die Dohle und der Hirte 3. Der Adler und der Mistkäfer.
Die erste gefällt mir am wenigsten, weil das Epimythion, das Fabelnachwort, in dem die aus der Fabel zu ziehende Lehre formuliert wird, auf die „göttliche Vergeltung“, eine ausgleichende Gerechtigkeit auf Erden rekurriert. Das ist Wunschdenken und verträgt sich nicht mit der schlichten, aber treffenden Definition der Fabel: Eine Fabel ist eine erfundene Geschichte, die die Realität abbildet.(Zitiert nach Holzberg- Diese Definition soll von dem Rhetoriker Theon von Alexandria, 1./2. Jahrhundert n.Chr. stammen).
Die zweite Fabel, die nach dem bekannten Motto: Schuster bleib bei deinem Leisten funktioniert, gefällt mir, weil so schön trocken (jedenfalls in meiner Übersetzung) die Diskrepanz von Wunsch und Wirklichkeit kommentiert wird.
Die dritte gefällt mir von den dreien am besten wegen der Beharrlichkeit des Mistkäfers, der mit seinen beschränkten Mitteln zum Ziel kommt , für Gerechtigkeit sorgt und dabei noch nicht mal vor Zeus Halt macht …