Mittlerweile im Blog. 
Vielen Dank für diese Eindrücke.
Der Hauptaspekt des „Cortegiano“ liegt für mich in der ...
Na also, nun ist ja doch noch einiges zum „Cortegiano“ zusammengekommen.

Um den Bogen zum Ausgangspunkt unserer Leserunde zu schlagen, der Frage nach der Vergleichbarkeit des Rennaissance-Menschen-Ideals Castiglionischer Prägung mit dem klassizistischen Menschenbild von Herder, Schiller und Co : Ja, vieles aus dem
Cortegiano scheint sich in den
Horen zu wiederholen, etwa das Gebot der Ausgewogenheit, des Maßes, der Veredelung des Menschen durch Kunst und Wissenschaft und vor allem das der Grazie, der Anmut. Aber während sich das im
Cortegiano in einem eng gesteckten, genau definierten gesellschaftlichen Rahmen bewegt und sich auf eine bestimmte Gruppe von Menschen bezieht, im wahrsten Sinne des Wortes Übereinkunft, Konvention ist, hat sich das klassizistische Menschen-Ideal universellen Charakter, es ist eine Generalisierung und Verinnerlichung der Ideale, kein „platter“Verhaltenskodex …
Von der Sei-spontan-Paradoxie, die Herder, Schiller und später Kleist bei der Betrachtung der Anmut beschäftigt, ist im
Cortegiano noch nichts zu spüren, natürlich auch nichts von der romantischen modernen Trauer um den Verlust des Naiven …