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Lektüren, Rezensionen => Gerade am Lesen ... => Topic started by: sandhofer on 04. Juli 2014, 19.02 Uhr
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Ich lese mich langsam und genüsslich durch Melvilles Kurzgeschichten. Niemand ist, was er auf den ersten Blick zu sein scheint. Nicht, weil er den andern täuschen will. Sondern weil der andere sich selber täuscht (täuschen will). Wer desillusioniert wird, endet in der Melancholie.
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"I would prefer not to" - Bartlebys Formel, mit der er sich zum Schluss sogar dem Leben verweigert. Im Englischen nachgerade sprichwörtlich geworden.
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Melville hätte Krimi-Autor werden sollen. (Seine Sprache übertrifft allerdings alle mir bekannten Krimi-Autoren...)
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"I would prefer not to" - Bartlebys Formel, mit der er sich zum Schluss sogar dem Leben verweigert. Im Englischen nachgerade sprichwörtlich geworden.
Und Weltliteratur. Eine ganz großartige Erzählung, die ihrer Zeit weit voraus war (und deshalb wohl auch nicht erfolgreich). Melville war schon ein wirklich großer Erzähler, auch wenn man von ihm bestenfalls die Kinderversion von Moby Dick kennt.
lg
orzifar
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Melville war schon ein wirklich großer Erzähler, auch wenn man von ihm bestenfalls die Kinderversion von Moby Dick kennt.
Ja, schade.
Übrigens war Melville auch ein sehr witziger Autor. "The Man with the Lightning Rod" ist Satire pur.
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Auch in seinen weniger bekannten Geschichten ist Melville ein ausgezeichneter Taktiker. Er liebt es, Gegensätze nebeneinander zu stellen, um so - indirekt - soziale Missstände zu beleuchten. ("Anprangern" wäre schon das falsche Wort für Melvilles Methode.)
Edith hat fette Finger korrigiert...
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Biily Budd, Sailor
Melville hat diese Geschichte nicht vollenden können, und man merkt es ihr an. Es wird zu viel erklärt, und dann noch schlecht erklärt. Die Charaktere sind nicht zu 100% konsistent, ohne dass diese Inkonsistenz Teil des Plots wäre...
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Ein paar Worte zu Melvilles kürzeren Prosa-Texten jetzt im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5682).