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Lektüren, Rezensionen => Gerade am Lesen ... => Topic started by: sandhofer on 26. Dezember 2013, 08.37 Uhr

Title: Thomas Jefferson
Post by: sandhofer on 26. Dezember 2013, 08.37 Uhr
Hallo zusammen!

Ich lese gerade in einer Auswahl aus den Schriften von Thomas Jefferson - einem der Gründerväter der USA. Verblüffend, wie diese Gründerväter praktisch alle, alle noch einem aufklärerischen Gedankengut verpflichtet waren. Jefferson, wenn er nicht unter Tonnen von Denkmals-Marmor vergraben wäre, würde im Grab rotieren, sähe und hörte er, was seine Nach-Nachfahren auf dem Präsidenten-Stuhl und im Parlament daraus gemacht haben.

Auch faszinierend: Ein Verfassungsrechtler, der sich stilistisch an Cicero gebildet hat und inhaltlich an John Locke.

Grüsse

sandhofer
Title: Re: Thomas Jefferson
Post by: sandhofer on 11. Januar 2014, 10.00 Uhr
Zu meiner Auswahl aus Jeffersons Texten, die ich ausserordentlich gut gelungen finde, habe ich endlich mal was im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5231) schreiben können ...  :-\
Title: Re: Thomas Jefferson
Post by: Sir Thomas on 14. Januar 2014, 17.48 Uhr
Zu meiner Auswahl aus Jeffersons Texten, die ich ausserordentlich gut gelungen finde, habe ich endlich mal was im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5231) schreiben können ...  :-\

Danke, das finde ich sehr interessant! Du erwähnst dort neben anderen Cicero als Quelle für Jeffersons politisches Denken. Er fühlte sich aber mWn. noch weitaus mehr von den Schriften eines anderen Römers angezogen: Tacitus. Diese Leidenschaft teilte er übrigens mit dem von Dir erwähnten John Adams.

(Das bringt mich auf sehr dumme Gedanken ... Hat jemand Lust, in absehbarer Zeit den einen oder anderen römischen Klassiker mal wieder zu lesen? Mir schwebt neben Cicero (Vom Wesen der Götter oder Die Republik) und Tacitus (Annalen) vor allem Sallust (Catilina oder Jugurtha) vor.
Title: Re: Thomas Jefferson
Post by: sandhofer on 14. Januar 2014, 20.09 Uhr
Du erwähnst dort neben anderen Cicero als Quelle für Jeffersons politisches Denken.

Da hätte ich mich unklar ausgedrückt: Cicero war sein stilistisches Vorbild, nicht sein denkerisches.

Hat jemand Lust, in absehbarer Zeit den einen oder anderen römischen Klassiker mal wieder zu lesen? Mir schwebt neben Cicero (Vom Wesen der Götter oder Die Republik) und Tacitus (Annalen) vor allem Sallust (Catilina oder Jugurtha) vor.

Die Annalen liegen sogar seit neuestem bei mir herum (im Gegensatz zu Castiglione lagen die unterm nicht vorhandenen Tannenbaum  ;) ) - aber "in absehbarer Zeit" ist für mich, so wie's hier aussieht, April oder Mai. Frühestens ...  ::)
Title: Re: Thomas Jefferson
Post by: Gontscharow on 15. Januar 2014, 16.22 Uhr

(Das bringt mich auf sehr dumme Gedanken ... Hat jemand Lust, in absehbarer Zeit den einen oder anderen römischen Klassiker mal wieder zu lesen? Mir schwebt neben Cicero (Vom Wesen der Götter oder Die Republik) und Tacitus (Annalen) vor allem Sallust (Catilina oder Jugurtha) vor.


Wieso dumm? Bei Cicero bin ich dabei! Wie wär’s mit den Gesprächen in Tusculum (http://de.wikipedia.org/wiki/Tusculanae_disputationes?) Die möchte ich schon seit langem lesen. Das andere ist mir mehr oder weniger bekannt. De re publica würde ich aber zur Not  ;)nochmal mitlesen. Erst aber ist der Castiglione dran, oder?
Title: Re: Thomas Jefferson
Post by: Sir Thomas on 15. Januar 2014, 17.23 Uhr
Bei Cicero bin ich dabei! Wie wär’s mit den Gesprächen in Tusculum?

Hm, ausgerechnet die besitze ich nur in Auszügen. Vorschlag zur Güte: De rerum deorum.
Das ist auch ein philosophisches Werk - nur deutlich kürzer als die Gespräche ...

Erst aber ist der Castiglione dran, oder?

Ja sicher. Du bist am Zug!
Title: Re: Thomas Jefferson
Post by: sandhofer on 15. Januar 2014, 21.19 Uhr
Bei Cicero bin ich draussen. Ich habe vor Jahrzehnten die Gespräche in Tusculum gelesen und bis heute schöne Erinnerungen an die Atmosphäre in Tusculum. Aber mittlerweile sind 3 oder 4 Versuche, den Text wieder zu lesen, an gähnender Langeweile gescheitert ...  ::)
Title: Re: Thomas Jefferson
Post by: Gontscharow on 16. Januar 2014, 21.37 Uhr
Ich habe vor Jahrzehnten die Gespräche in Tusculum gelesen und bis heute schöne Erinnerungen an die Atmosphäre in Tusculum. Aber mittlerweile sind 3 oder 4 Versuche, den Text wieder zu lesen, an gähnender Langeweile gescheitert ...  ::)

Und ich hielt die Gespräche für besonders interessant aufgrund von Aussagen wie diesen: Est profecto animi medicina, philosophia. Die wahre Medizin des Geistes ist die Philosophie( Tusculanae Disputationes  III) oder: Patria est ubicumque bene est  Das Vaterland ist dort, wo es gut ist(  V, XXXVII) u.a.
Aber wenn sie sterbenslangweilig sind, bin ich froh, Sir Thomas, Deinen Vorschlag zur Güte annehmen zu können.  De rerum deorum also :angel: