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Lektüren, Rezensionen => Gerade am Lesen ... => Topic started by: sandhofer on 11. Dezember 2013, 21.44 Uhr

Title: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 11. Dezember 2013, 21.44 Uhr
Hallo zusammen!

Heute Band 1 begonnen. Und gleich im ersten Band auf ein Vorwort von einem  gewissen P.H. gestossen, nach dem man die Lektüre eigentlich mit Band 3 beginnen sollte ...

Und wozu habe ich mir nun Band 1 und 2 gekauft???

Grüsse

sandhofer
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 12. Dezember 2013, 21.27 Uhr
Vergesst dieses Vorwort. Schon Band 1 hat herrliche Bonmots ...  :teufel:
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: Gontscharow on 12. Dezember 2013, 21.42 Uhr

Band 1 hat herrliche Bonmots ...  :teufel:

Kostproben, bitte, heimlicher Genießer!
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 13. Dezember 2013, 20.20 Uhr
Mal schauen, ohne dass ich mich gleich der Ur-Heber-Rechts-Verletzung schuldig mache ...

Ein Freund Girardins sagte zu ihm: »Stellen Sie mich Ihrer Frau vor. - Sehr gerne.« Er führt ihn zum Zimmer seiner Frau, öffnet die Tür und schliesst sie wieder mit den Worten: »Unmöglich! Sie schläft gerade mit Monsieur M***, und der ist schrecklich eifersüchtig.«
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: Gontscharow on 13. Dezember 2013, 23.41 Uhr

Danke. Ja, so sans, die oiden Franzosen! Erinnert mich an das Lied des guten Georges Brassens : Ma maîtresse, la traîtresse … J'ai surpris ma maîtresse au bras de son mari … oder an jenen Franzosen, der mir auf meinen Einwand: Je suis mariée antwortete: Ça ne fait rien. Je ne suis pas jaloux.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 14. Dezember 2013, 21.14 Uhr
Gott schuf den Koitus. Der Mensch schuf die Liebe.  >:D

Aber auch zynisch-ernsthafte Bemerkungen wie die zur Waage im Leichenschauhaus, auf der Kinderleichen gewogen werden - um das Alter der Kinder zu bestimmen...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 15. Dezember 2013, 15.26 Uhr
Ein Fehler schon bei den Goncourts? Oder hat die Übersetzerin daneben gegriffen. Aber ein "falsches Toupet" kann es m.M.n. nicht geben

Daneben die eine oder andere Schweinerei: Einem Redaktor einer Zeitschrift, der seiner Frau Kind um Kind macht und deshalb auch von den Kollegen finanziell unterstützt werden muss, wird geraten, doch in Zukunft diesbezüglich etwas besser aufzupassen. "Was soll ich machen?", antwortet der, "Meine Frau hat Hämorrhoiden."
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: Gontscharow on 15. Dezember 2013, 17.12 Uhr

Ein Fehler schon bei den Goncourts? Oder hat die Übersetzerin daneben gegriffen. Aber ein "falsches Toupet" kann es m.M.n. nicht geben

Doch. ;) Schließlich gibt es das Toupet aus Echthaar und das künstliche oder falsche. Hier fehlt jetzt eindeutig das Brusthaar-Toupet-Smiley mit Zigarre.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 15. Dezember 2013, 21.12 Uhr
Falsches Haar? Wolle oder Baumwolle? Ich meine: Auch Pferdehaar ist echtes Haar. Und irgendwie traue ich den Goncourts zu, dass sie über Pferdehaar noch viel deftigere Witze gerissen hätten, als über eine Perücke an sich...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 21. Dezember 2013, 07.37 Uhr
Sodele ... Band 1 im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5165) abgelegt.  ;)
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 02. Januar 2014, 08.57 Uhr
Band 2 ist, ehrlich gesagt, weniger interessant als Band 1. Zwar treffen sie nun auch Flaubert häufiger, aber die wirklich guten Bonmots fehlen. Viele nette Versuche, ja ...

Dafür ihre Streitereien mit dem damaligen Boulevard-Journalismus. (Der wohl gerade zu jener Zeit und an jenem Ort, Paris nämlich, erfunden worden ist.) Intima aus dem Theater - heute leider nicht mehr so interessant, weil die Protagonisten nicht nur tot, sondern auch vergessen sind.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 04. Januar 2014, 08.50 Uhr
Meine leichte Enttäuschung hat dann bis zum Schluss des Jahres 1860 vorgehalten. Die Goncourts reden über Leute, die ich nicht kenne, oder über Bücher, die ich nicht kenne. (Nein, ich habe [noch?] keinen Roman der beiden Brüder gelesen, und auch Flauberts Salammbô nicht.)

http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5216
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 08. Januar 2014, 20.10 Uhr
Band 3 ... weiss ich noch nicht ...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 20. Januar 2014, 20.41 Uhr
Band 3: Eine bewegende Geschichte um ihre Haushälterin, die stirbt. Die Pointe - die in jedem naturalistischen Roman hätte vorkommen können: Erst nach dem Tod der Haushälterin erfahren die Brüder, dass sie sie über Jahre betrogen und bestohlen hat, um ihre Geliebten auszuhalten...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 01. Februar 2014, 11.54 Uhr
Ich komm' ja kaum zum Lesen, geschweige denn zum Schreiben - aber Band 3 der Goncourt-Tagebücher habe nun trotzdem mal online (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5283) "besprochen".
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 22. Februar 2014, 07.48 Uhr
Band 4 (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5315) schliesst nahtlos an Band 3 an.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 02. März 2014, 15.44 Uhr
Über Rivière, einen unbedeutenden Autor: "Körperlich gleicht er einem homöopathischen Apotheker." 20. August 1869
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 03. März 2014, 21.41 Uhr
Band 5 ist äusserst deprimierend. Jules' allmählicher körperlicher und geistiger Zerfall sei Mitte 1869, dann sein Tod 1870, danach der preussisch-französische Krieg mit der Belagerung von Paris; jetzt (1871) die Commune...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 05. März 2014, 18.52 Uhr
Faszinierend allerdings, wie gut Edmond Goncourt über die Ereignisse orientiert war, selbst im eingekesselten Paris.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 09. März 2014, 08.23 Uhr
Band 5: Keine Erinnerungen aus dem literarischen Leben, sondern welche an Krieg und Sterben - nun auch im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5341).
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: Gontscharow on 10. März 2014, 10.18 Uhr
Band 5: Keine Erinnerungen aus dem literarischen Leben, sondern welche an Krieg und Sterben - nun auch im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5341).

Bei der Schilderung der Kriegsereignisse70/71 fielen mir Maupassants Recits de guerre und da besonders Boule de suif und La Mère Sauvage ein. Maupassant war selbst Kriegsteilnehmer. Da du gerade Stark wie der Tod nicht übel fandest, vielleicht  eine weitere Bestätigung, dass M. als Erzähler besser ist als sein Ruf…     Mir jedenfalls haben die Erzählungen gut gefallen.
 
Quote from: sandhofer im blog
...Pferde- und Eselsfleisch (zum grossen Ekel der verwöhnten Literaten!)...

Und ich dachte immer, der Verzehr von Pferdefleisch sei in Frankreich traditionell, weit verbreitet und beliebt... Noch heute sieht man ja "boucheries chevalines", die Metzgereien mit dem Pferdekopf über der Tür. Als ich das allererste Mal in Frankreich war, gab der Hausherr mir, der ahnungslosen Deutschen, durch Wiehern und Reitbewegungen zu verstehen, dass das Fleisch auf meinem Teller vom Pferd und etwas sehr Gutes  sei. Ich hab jetzt mal nachgeschaut. Außer der Hippophagie aus rituellen Gründen in grauer Vorzeit scheint sich das Konsumieren von Pferden in Frankreich erst während der Revolution „eingebürgert“ zu haben, aus Not, aber durchaus auch mit einem antiaristokratischen Beigeschmack ;). Und die Kriegszeit 70/71 und die Commune brachten einen weiteren Schub. Der Höhepunkt des Pferdekonsums soll  Ende des 19. Jahrhunderts gewesen sein, von da an ging’s bergab… Noch bis in die achtziger Jahre des 20.Jahrhunderts wurden die abgehalfterten Pferde der Nationalen Garde in den Läden als Delikatesse oder eher preisgünstige Fleischvariante feilgeboten.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 10. März 2014, 17.22 Uhr
Zu Maupassant kann ich wenig sagen. Bel Ami, habe ich, ehrlich gesagt, nie gelesen. Maupassants Novellen und Kurzgeschichten fand ich vor einem Vierteljahrhundert recht gut. Aber mehr als diesen allgemeinen Eindruck habe ich nicht zurückbehalten. Bleibt Stark wie der Tod - ebenfalls recht gut.

Danke für Deine Recherchen zum Pferdefleischgenuss.  :hi:
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 13. März 2014, 21.20 Uhr
Band 6 begonnen. Da hat Edmond offenbar doch ein wenig die Lust verloren - so viele Jahre in einem normaldicken Band zusammengequetscht gab es sonst nur ganz zu Beginn.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 16. März 2014, 17.49 Uhr
Allerdings findet er nun endlich die Anerkennung, die man ihm und seinem Bruder so lange vorenthielt. Er gehört nun, mit Zola und Flaubert, zu den Älteren, denen die jungen Naturalisten 8unter ihnen Guy de Maupassant) Dîners geben. (Andererseits muss er auch erleben, dass ihn der Sohn eines befreundeten Buchhändlers, den er noch als 11-Jährigen kannte, der ständig erkältet war und Rotz absonderte, dass ihn dieser Sohn also regelmässig in den Zeitungen verreisst - Anatole France.)
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 27. März 2014, 11.20 Uhr
Band 6 (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5380) ist "verbloggt".   :hi:
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 01. April 2014, 08.59 Uhr
Man könnte es brutal formulieren: Das Leben geht weiter. Das Sterben auch. Im letzten Band Flaubert, in diesem Turgenjew. Und Daudet spürt die ersten Anzeichen der Paralyse, die ihn aufgrund seiner unbehandelten Syphilis treffen wird. Band 7 (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5407).
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 07. April 2014, 20.33 Uhr
Band 8. Edmond veröffentlicht Ausüge aus früheren Jahren der Tagebücher. Und wundert sich, dass alle seine Freunde sehr, sehr böse über ihn sind.  ::)
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 12. April 2014, 07.09 Uhr
Aber im Grossen und Ganzen muss man sagen, dass der grosse Sarkasmus und Zynismus, der giftige Witz nach dem Tod Jules' zunehmend in den Hintergrund tritt. Edmond beobachtet und beschreibt zwar auch; aber er misst viel mehr am eigenen - meist schlechten! - Befinden. Band 8 im Blog. (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5442)
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 14. April 2014, 20.11 Uhr
Im Zentrum der ersten Hälfte von 1889 steht die Love Story zwischen der Prinzessin Mathilde Bonaparte und Popelin. Die deutsche und die englische Version von Wikipedia behaupten ja, gestützt auf den Gotha, dass die beiden verheiratet waren; die französische verneint das. In den Tagebüchern finde ich auch keinen Hinweis auf eine Heirat - Edmond hätte sich so was sicher nicht entgehen lassen. Weiss jemand mehr?
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 15. April 2014, 19.58 Uhr
Langsam dämmert Edmonds Freunden, was er da macht. Als erst bittet ihn die Prinzessin Mathilde darum, in Zukunft in seinen Tagebüchern keine Erwähnung mehr zu finden.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 26. April 2014, 07.47 Uhr
Langsam dämmert Edmonds Freunden, was er da macht. Als erst bittet ihn die Prinzessin Mathilde darum, in Zukunft in seinen Tagebüchern keine Erwähnung mehr zu finden.

Nun auch im Blog. (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5484)
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 11. Mai 2014, 07.20 Uhr
Inzwischen finde ich offenbar nicht einmal mehr die Zeit, den Fortschritt meiner Goncourt-Lektüre hier zu dokumentieren ...  :-[

Jedenfalls ist Band 10 gelesen und im Blog niedergelegt (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5512).
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 11. Mai 2014, 14.23 Uhr
Heute noch gleich mit dem 11. und letzten Band begonnen. Goncourt leidet noch immer an sich regelmässig wiederholenden Koliken. Auch Daudet zickt mittlerweile...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 12. Mai 2014, 19.22 Uhr
Der Koliken werden es weniger. Der Freunde auch ...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: Camenzind on 21. Mai 2014, 14.47 Uhr
Der Roman 'Germinie Lacerteux' der Brüder Goncourt spricht mich mit seinem nüchtern illusionslosen Blick auf die dort agierenden Menschen sehr an und macht auf die Tagebücher neugierig ... bei Zweitausendeins müßte man aber [vermutlich] für 250 € gleich alle auf einmal kaufen. Das muß nun auch wieder nicht sein ...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 21. Mai 2014, 19.18 Uhr
bei Zweitausendeins müßte man aber [vermutlich] für 250 € gleich alle auf einmal kaufen. Das muß nun auch wieder nicht sein ...

Vermutlich schon. Aber m.W. gibt es nach wie vor auch Auswahlausgaben. Die 11 Bände sind wohl wirklich nur für Aficionados. Sie lohnen sich unterm Strich aber schon. ;)
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: Camenzind on 21. Mai 2014, 19.28 Uhr
Wenn mir etwas gefällt, werde ich ggf. relativ schnell zum Aficionado ... Mal schauen.

Die Schilderung im erwähnten Roman empfinde ich wie gesagt als nüchtern illusionslos, dabei sozusagen weder kalt noch warm. Es hat nicht die Thomas Mannsche Kälte, aber auch Dinge wie Mitgefühl o.ä. halten sich in angemessenen Grenzen. M.E. sehr reizvoll. Ich kannte die beiden Autoren überhaupt nicht, das Buch ist mir über eine Art Flohmarkt in die Hände gefallen.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 22. Mai 2014, 17.59 Uhr
Ich bin - in diesem Zusammenhang - Tagebuch-Aficionado. Die Brüder Goncourt konnten mich zwar von ihrer Beobachtungsgabe überzeugen, ich werde aber deswegen wohl trotzdem keinen Roman von ihnen lesen ...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: Camenzind on 22. Mai 2014, 18.26 Uhr
Ich hatte eigentlich auch keine Lust, einen alten französischen Roman zu lesen, fing entsprechend skeptisch an und wurde dann sehr schnell recht aufmerksam und interessiert ...

Heute habe ich den Schluss gelesen und auf der Kopfhaut eine körperliche Reaktion gespürt, was ich, obwohl ein recht 'empfängliches Gemüt', so nicht allzuoft erlebe ...

Ich habe mir die Tagebuchbände heute mal angesehen bei Zweitausendeins. Für deren Verhältnisse ungewöhnlich teuer ... Ich warte mal die zu erwartende günstigere Taschenbuchausgabe ab. Und schaue, was die Stadtbücherei zu bieten hat.
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 22. Mai 2014, 19.38 Uhr
Ja? Gut - setzen wir die Brüder auf die erweiterte Liste ...
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 31. Mai 2014, 08.58 Uhr
So, die Tagebücher - zumindest vorläufig - abgeschlossen (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5545). Bin ich der erste, der die 11 Bände von A bis Z durchgelesen und darüber gebloggt hat?
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: Camenzind on 10. Oktober 2014, 08.08 Uhr
Der hier erwähnte Roman 'Germinie Lacerteux' beruht übrigens offenbar auf Erlebtem, siehe Tagebucheintrag zu Rosalie Malingre vom 16. März 1857 (wiedergegeben in "Blitzlichter", Porträts aus den Tagebüchern). Der Tagebucheintrag gibt Wesentliches aus dem Roman [vorab] in Kurzform wieder. - Vom Roman unbeeindruckt zeigt sich Anita Albus im Nachwort zu den 'Blitzlichtern', "der Roman ist nur ein blasser Abklatsch der ergreifenden Schilderung der Rosalie Malingre aus den Tagebüchern".
Title: Re: Die Tagebücher der Brüder Goncourt
Post by: sandhofer on 10. Oktober 2014, 15.52 Uhr
Der Tagebucheintrag gibt Wesentliches aus dem Roman [vorab] in Kurzform wieder. - Vom Roman unbeeindruckt zeigt sich Anita Albus im Nachwort zu den 'Blitzlichtern', "der Roman ist nur ein blasser Abklatsch der ergreifenden Schilderung der Rosalie Malingre aus den Tagebüchern".

Ursprünglich waren die Tagebücher auch als Materialiencontainer für spätere Romane gedacht. Dass die Tagebuch-Einträge frischer daher kommen als die Romane, kann ich mir gut vorstellen. Trotz der Tagebücher habe ich bisher noch keine Lust auf einen Roman der Goncourts verspürt.