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Lektüren, Rezensionen => Gerade am Lesen ... => Topic started by: sandhofer on 04. August 2013, 17.54 Uhr
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Ganz anders als Goethe, in Bezug auf die Kunst, auf das Atmosphärische weniger gut. Aber er kann Land und vor allem die Leute sehr gut beschreiben. Da er sich auch auf die Vetturini einlässt, erhalten wir ein Bild der "normalen" Bevölkerung, das uns Goethe nicht liefert. Goethes Italienreise hätte im Grunde genommen auch eine Reise nach Spanien oder Südfrankreich sein können, wir würden den Unterschied nicht merken. Bei Moritz würden wir sofort wissen, dass wir in einem andern Land auf andere Leute treffen.
Bin noch im ersten (von drei) Teilen. Aber sehr unterhaltsam.
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Ich muss mich korrigieren: Moritz beschreibt die klassischen Touristen-Orte und Kunstgegenstände sehr wohl. Besser, weil weniger zu Reflexionen aufgelegt, als Goethe.
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Ich sehe gerade, dass ich diesen Thread völlig vernachlässigt habe. Nun, mittlerweile bin ich fertig und habe den Text auch im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=4733) "rezensiert", wie die Amazonen so schön sagen...
Schade für die Gestaltung; die Andere Bibliothek kann es besser als zu meinen, mit billigen Fotografien einen Text aufpeppen zu müssen. Da war eine editorische Fehlentscheidung im Hintergrund, die man zu korrigieren sich nicht mehr traute. Denn selbst das Nachwort der Ausgabe kurvt sehr vorsichtig um eine Bewertung der Fotografien (als solche und als künstlerischer Schmuck dieses Werks) herum.
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Vielen Dank für diesen Einblick in eines der "alternativen" Italien-Reisebücher des späten 18. Jahrhunderts. Moritz habe ich bislang sträflich vernachlässigt. Bis auf "Anton Reiser" kenne ich rein gar nichts von ihm. Schade, dass er bereits 1793 gestorben ist. Er hätte einer der interessanteren Lieferanten für Schillers "Horen" werden können. Wenn Schiller ihn neben sich geduldet hätte ...
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Wenn Schiller ihn neben sich geduldet hätte ...
Oder er Schiller neben sich ...
Moritz und Goethe waren ja so etwas wie die "Dioskuren der unmittelbar bevorstehenden Klassik", so wie dann Goethe und Schiller später die "Dioskuren der Klassik".