My Board
Lektüren, Rezensionen => Gerade am Lesen ... => Topic started by: sandhofer on 10. August 2012, 20.48 Uhr
-
Weil's so schön ist, gleich noch einen weiteren "Alten" mit seiner Werkausgabe nachgeschoben. Diesmal Brockes. Gerade seine Autobiografie gelesen. Interessant, weil völlig anders, als was wir seit Goethe unter diesem Namen kennen. Eigentlich eine Auflistung seiner Bekanntschaften und Freundschaften, v.a. auf der Uni. :)
-
Der Bethlehemitische Kindermord ... hm ... da weiss ich noch nicht, was ich von dieser Übersetzung Marinos halten soll. Das Thema war damals ein Renner ...
-
Mittlerweile ist Band 2 erschienen. Ich habe ihn hier offenbar noch nicht erwähnt oder auch meiner Lektüre gedacht. Band 2 enthält in Teilband 1 den Ersten Theil des Irdischen Vergnügens in Gott. Im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5349) stehen bereits ein paar Bemerkungen dazu.
-
Brockes, der Lyriker, kommt in seinen besten Momenten durchaus an die Spitzenleistungen der deutschen Romantik oder eines C. F. Meyer heran.
-
Die zweite Hälfte des zweiten Bandes ist insofern interessant, als dass Brockes bei seinem ersten Nachtragsband zum Irdischen Vergnügen in Gott die Betonung eindeutig mehr auf Irdische Vergnügen legt als auf Gott...
-
Brockes, der Lyriker, kommt in seinen besten Momenten durchaus an die Spitzenleistungen der deutschen Romantik oder eines C. F. Meyer heran.
Im Wieland -Thread (http://Antwort #55 am: 19. Dezember 2013, 14.57 Uhr ») war schon mal kurz vom Lyriker Brockes die Rede. Ich meinte dort ja, dass Brockes Gedicht vom Weißen Rosenbusch Parallelen zu Eichendorffs Gedicht Mondnacht aufweist. Was bei Brockes noch ein bisschen hölzern und belehrend klingt, kommt beim Spätromantiker Eichendorff schwerelos daher. Der Grundgedanke ist derselbe. Und es fehlt auch nicht die Wendung vom Irdischen zu Gott:
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
Wie gesagt, Brockes Irdisches Vergnügen ist eine Fundgrube für Garten-und Lyrikliebhaber! Es scheint mir fast ein"Materiallager" für spätere Naturlyriker zu sein: Wie herrlich leuchtet mir die Natur…
-
Ich glaube, im Klassikerforum hatten wir das Thema mal: A writer's writer - ein Autor für andere Autoren. Das scheint mir bei Brockes tatsächlich der Fall zu sein. Selbst der vorgebliche Lyrik-Verächter Schmidt konnte ja nicht umhin, Brockes in einem Nachtprogramm wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen. Während der Standard-Leser ihn nicht mehr kennt.
-
Den Zweythen Theil des Irdischen Vergnügens in GOTT habe ich endlich auch im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=5447) beschrieben. Das dauerte eine Weile, ich war anderweitig etwas absorbiert.
-
Werke, Band 3. Brockes übersetzt Charles Claude Genest (in Verse!), der wiederum populärwissenschaftlich den Descartes präsentiert hat. Das "Cogito ergo sum" in Versen zu lesen, hat was Faszinierendes...
-
Nach der Übersetzung wird Brockes dann wieder er selber. Schilderungen der Natur, eingeflochten ein bisschen Physiko-Theologie. Ehrlich gesagt, gefällt mir Brockes als Brockes besser...
-
Ehrlich gesagt, gefällt mir Brockes als Brockes besser...
Dieser Meinung habe ich heute auch im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=6040) Ausdruck gegeben.
-
Ich habe ganz vergessen, dass es diesen Thread hier auch noch gibt, und deshalb auch vergessen, während meiner Lektüre von Band 4 der Werkausgabe hier einen Pieps von mir zu geben. Nun stehen meine Bemerkungen dazu halt schon im Blog (http://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=7837).
-
Noch einer, wo frühestens 2019 ein neuer Band erscheinen wird. Wallstein wird müde...
-
Gerade lese ich eine deutsche Übersetzung von Henry Bestons "Das Haus am Rand der Welt". Sog. "nature writing" in der Nachfolge von Thoreau. Im Nachwort eine kleine Geschichte des "nature writings". Thoreau natürlich, irgendein englischer Pfarrer. Aber weit und breit kein Brockes. Seltsam...
-
Vielleicht zählen Lyriker nicht?