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Lektüren, Rezensionen => Klassische Literatur => Topic started by: Sir Thomas on 27. April 2012, 10.01 Uhr
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Benn liegt mir nicht ... ::)
Das kann ich nachvollziehen. Auch wenn dieser Ordner nicht der richtige für das Thema Gottfried Benn ist: Nach der Lektüre der Benn-Essays bin ich relativ entsetzt, mit wieviel Schwung der Dichter sich in seinen Schriften und Rundfunkansprachen der Jahre 1933/34 an die Brust der neuen Machthaber in Deutschland warf. Zu seiner Ehrenrettung: Er hat es bereut. Spätestens seit 1940 hat er Dinge geschrieben, die ihn unmittelbar ins KZ befördert hätten, wenn sie in die Hände der Gestapo gefallen wären. Benn war offenbar ein Dichter, dessen geistige Heimat zwischen Geistesaristokratismus (Nietzsche, George und Spengler werden genannt) und kleinbürgerlich frustrierter Anbiederung an die Macht schwankte.
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Benn liegt mir nicht ... ::)
Das kann ich nachvollziehen.
Es sei hier natürlich jedermans Sache zu sagen, ein Autor liegt mir nicht. Benns sehr kurzer bescheidener Ausflug in die Gedankenwelt des Nationasozialismus schmälert Benns Werk als Künstler selbstverständlich in keiner Weise.
Jetzt zu mir: Ich lese sehr gerne in Gottfried Benns Lyrik. Einige Gedichte kommen bei mir in die Kategorie "mombours Lieblingsgedichte." Ich schätze ihn sehr, ich liebe viele seiner Gedichte. Für mich ist er nicht wegzudenken. Ohne Benn wäre die deutschsprachige Lyrik wesentlich ärmer.
Liebe Grüße
mombour
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Ich lese sehr gerne in Gottfried Benns Lyrik.
Ich auch! Ich habe es nur nicht ausdrücklich erwähnt.
LG
Tom
PS: Vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme zu "Genie und Barbar"!
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Benns sehr kurzer bescheidener Ausflug in die Gedankenwelt des Nationasozialismus schmälert Benns Werk als Künstler selbstverständlich in keiner Weise.
Klare Ansage. Dankeschön. (Texte Hamsuns [z.B., ein krasserer Fall,] haben m.E. durch seine späten Anwandlungen ebenfalls nicht wirklich gelitten ...)