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Allgemeines => Allgemeines => Topic started by: sandhofer on 10. April 2012, 17.00 Uhr

Title: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: sandhofer on 10. April 2012, 17.00 Uhr
"Von allen guten Geistern verlassen" (http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/von-allen-guten-geistern-verlassen_1.16361661.html) titelt die NZZ in einem Beitrag von Roman Bucheli über Grass' neuestes Gedicht. Von allen guten Geistern verlassen sind offenbar nach Bucheli alle Akteure dieses Dramas: Grass selber, der israelische Innenminister, aber auch alle Journalisten, die überhaupt darüber berichten oder Kolumnen schreiben. (Was damit ihn selber mit einschlösse.) Am schlimmsten findet er, dass nun ein paar alberne Verszeilen verhandelt würden, "wo sonst ernsthafte Berichterstattung und umsichtige politische Analyse vorherrschen."

Abgesehen davon, dass es ein journalistischer Generalreflex ist, zu berichten und zu kommentieren, wenn irgend ein halbwegs Prominenter zu irgendeinem halbwegs prominenten Thema einen halbwegs verständlichen Satz von sich gibt: Vielleicht war es ja so, dass die "ernsthafte Berichterstattung" und die "umsichtige politische Analyse" eben nicht genügten? Zu umsichtig waren, oder eben zu wenig umsichtig - was auch immer? Aber eben: Schuld ist immer der andere ...  :angel:
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: Sir Thomas on 10. April 2012, 17.36 Uhr
Mal abgesehen davon, dass GG trotz deutscher "Staatsraison" und seiner unrühmlichen Vergangenheit auch ein Land wie Isreal kritisieren darf: Sein Gedicht in der SZ ist belanglos und peinlich. Warum also all die Aufregung?

Tom
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: sandhofer on 10. April 2012, 20.08 Uhr
Warum also all die Aufregung?

Unterdessen ist es in den Medien ja schon Meta-Aufregung. Man regt sich darüber auf, dass man sich darüber aufregt ... Wird immer skurriler, das Ganze ...
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: mombour on 10. April 2012, 22.40 Uhr
Sein Gedicht in der SZ ist belanglos und peinlich.

Quote from: Bucheli
ein paar peinlich alberne Verse verhandelt werden (müssen),

Warum belanglos, albern, peinlich? Überhaupt nicht. Netanjahu hat, als er bei Obama war, auf das Recht eines Erstschlag gegen Iran bestanden. So unwarscheinlich ist das nicht, dass Israel mit Iran die Ungeduld verliert. Ich hoffe nicht, dass das Gedicht mal zu einer Prophetie wird. Grass hat mit Kritik gerechnet, dass sie aber so schäbig ausufert, damit hat er wohl nicht gerechnet. Was ist denn, wenn Grass nicht mehr ist? Dann haben wir keinen Dichter mehr, der in der Tagesschau zitiert wird.

Das er  als 84 jähriger überhaupt noch mal seine Stimme in eine politische Wunde gelegt hat, finde ich mutig. Grass will kein bequemer Mensch sein.

Liebe Grüße
mombour
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: orzifar on 11. April 2012, 00.00 Uhr
Tja, stellt sich wirklich die Frage, ob man dazu was sagen muss. Sandhofer hat auf der Hauptseite es schon erwähnt, dass der gute Grass sich hier der lyrischen Form wohl deshalb bedient hat, um sich einer konzisen, wohldurchdachten Argumentation zu begeben. Somit kann man sich auf die künstlerische Form zurückziehen, in Beliebigkeit schwelgen.

Beim Gedicht selbst stimme ich Sir Thomas zu: Belanglos, seicht. Und thematisch: Ich weiß nicht, die politische Situation ist schwierig, kompliziert. Vor die Wahl gestellt würde ich eher den Israelis trauen denn der iranischen Führung, obwohl das ein wenig ist wie Scheiße nach dem Geschmack zu sortieren. (Sollte man aber manchmal hinzufügen: Während unzählige Staaten Israel das Existenzrecht bestreiten, wird dies umgekehrt nicht getan.)

Und: Mutig finde ich es von Grass keineswegs, ich wüsste nicht, worin in einer solchen Äußerung der Mut bestehen sollte. Mutig hätte Grass aber lange Zeit zeigen können: Statt sich furchtbar wegen der Bitburg-Affäre zu echauffieren etwa zuzugeben, selbst in der SS gewesen zu sein. Ich habe es damals ausführlich beschrieben, wiederhole es hier in Kurzform: Nicht seine SS-Mitgliedschaft werfe ich ihm vor, sondern seine jahrzehntelange Heuchelei, auf genau jene herabzusehen und sie zu beschimpfen, die das getan haben, was er auch selbst tat. 1960 schrieb er in bezug auf Nazi-Zeit: Wer verschweigt, macht sich schuldig. Das von einem, der fast sein Leben lang verschwiegen hat, der seine Kritik völlig mutlos ständig politically correct äußerte (denn nichts war in Deutschland als Intellektueller weniger riskant, als sich gegen das Vergessen, das NS-Regime zu stellen - außer man war Mitglied der CSU).

Aber mir geht's Grass ähnlich wie mit der Apologetin der Auferstehung des Fleisches: Es lohnt eigentlich nicht.

lg

orzifar
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: sandhofer on 12. April 2012, 11.04 Uhr
Wobei ja meines Wissens niemand Grass gezwungen hat, eine Autobiografie zu schreiben, bzw. diese SS-Mitgliedschaft zu erwähnen. Ich denke nicht, dass die nach all der Zeit so einfach herauszufinden gewesen wäre. Selbst wenn man danach gesucht hätte. Gut, er hat es jahrelang verschwiegen oder verdrängt. Aber er hat es zum Schluss doch eingestanden. Ehrlich gesagt: Ich versteh' das nicht ...
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: orzifar on 12. April 2012, 17.06 Uhr
Hallo!

Das "warum" kann tatsächlich nur Grass selbst beantworten. Als Außenstehender vermag man bloß zu vermuten, jedenfalls glaube ich an die "nachwachsende Scham", die er für das Bekenntnis als ausschlaggebend bezeichnete, nicht. Grass stand immer gerne im Mittelpunkt, ließ sich mit Bundeskanzlern ablichten, war wichtig. Sich selbst - und nichts scheint er schwerer ertragen zu haben als mangelnde Aufmerksamkeit. (Etwas, das auch für sein "Gedicht" mir in diesen Tagen nicht unwesentlich erscheint.) Als er seine SS-Vergangenheit thematisierte, war er bereits Nobelpreisträger (den er bei einem früheren Geständnis kaum bekommen hatte), er konnte davon ausgehen, dass er Aufmerksamkeit erregen würde, er konnte dieses Bekenntnis auch als eine Form der Ehrlichkeit darstellen (da, wie du erwähnst, ihm die Mitgliedschaft noch kaum jemand hätte nachweisen können). So stand er im Focus, das Buch wurde ein Verkaufserfolg und seine Anhänger konnten ihn einmal mehr als moralischen Menschen feiern, da er die Größe besaß, etwas zu gestehen, das ansonsten wohl der Vergessenheit anheim gefallen wäre. Er erscheint mir dabei wie ein Verbrecher, der generös nach Ablauf der Verjährungsfrist seine Vergehen gesteht. Und die mediale Aufmerksamkeit genießt.

lg

orzifar
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: Gontscharow on 13. April 2012, 00.41 Uhr
...SS-Mitgliedschaft zu erwähnen. Ich denke nicht, dass die nach all der Zeit so einfach herauszufinden gewesen wäre. Selbst wenn man danach gesucht hätte.
Quote from: Autor: orzifar« am: Gestern um 17:06
...da, wie du erwähnst, ihm die Mitgliedschaft noch kaum jemand hätte nachweisen können.

Nachdem Grass sich als Angehöriger der Waffen-SS „geoutet“ hatte, kursierte in den Medien der Ausriss eines Dokuments der US-Armee, das besagte, dass der Kriegsgefangene Grass," Lade-Schütze der SS-Panzer-Division Frundsberg“ gewesen sei. Dieses Dokument war seit 1964 bei der Wehrmachtsauskunftstelle (WASt) öffentlich einsehbar! Es ist wohl von niemandem, auch von keinem Biographen, je danach gefragt worden. Ich weiß nicht, ob Grass von der leichten Zugänglichkeit dieses Dokuments gewußt hat (von seiner Existenz muss er Kenntnis gehabt haben, da von ihm selber unterschrieben), ob er Aufdeckung fürchtete und ihr zuvorkommen wollte. Tatsache ist aber, dass sein "Outing" in eine Zeit fällt, da die Aufdeckung von NS-Parteimitgliedschaften etc bei Angehörigen seiner Generation, der sog. Luftwaffenhelfer-Generation (Habermas, Hildebrandt, Walser, Lenz u.a.)  an der Tagesordnung war. Also ein gewisser Druck war da.
Wie die meisten kann ich mich über die NS- Begeisterung des 17-Jährigen nicht aufregen, eigentlich auch  über sein spätes Bekenntnis nicht. Was ich unsäglich finde, ist die Tatsache, dass er das Bekenntnis verkaufsfördend als literarische Pointe und Knallbonbon in seine Autobiographie eingebaut hat, uns mit dusseligen Erinnerungs-Metaphern von Bernstein und Zwiebel abspeist und bis heute die Chance verpasst hat (denn wir könnten etwas über uns lernen) zu erklären und zu analysieren, wie das ging: zu schweigen, zu verdrängen und sich moralisch zu erheben... 
 
Quote from: Autor: orzifar« am: Gestern um 17:06
Grass stand immer gerne im Mittelpunkt, ließ sich mit Bundeskanzlern ablichten, war wichtig. Sich selbst - und nichts scheint er schwerer ertragen zu haben als mangelnde Aufmerksamkeit. (Etwas, das auch für sein "Gedicht" mir in diesen Tagen nicht unwesentlich erscheint.)

Ich fürchte, damit hast du recht und füge hinzu: ebenso scheint er die Rolle der moralischen Instanz und des zu unrecht Verfolgten zwanghaft spielen zu müssen. Das Gedicht beschäftigt sich ja vor allem mit seiner eigenen Befindlichkeit, deshalb hat er ja wohl auch neben der Möglichkeit, unpräzise sein zu dürfen, die Form des Gedichts gewählt: Er ,Grass, fragt sich, warum er geschwiegen hat, warum er den Namen Israel nicht auszusprechen wagt, welchen Mut er aufbringen muss, dass ihn Strafe erwartet etc. Es trieft vor Selbstmitleid und Selbstbeweihräucherung. Dabei sind seine Befürchtungen und Bedenken (pol. Entwicklung Israels, Gefahr eines Nuklearkriegs, Waffenlieferungen in Krisengebiete etc)  durchaus legitim, wenn man von der Verharmlosung Irans und seines Diktators als „Maulhelden“ mal absieht. Aber  Kritik an israelischer Politik wird allerorten, vor allem auch in Israel selbst geübt, da bedarf es keiner selbst ernannten moralischen Instanz, die ihr „Schweigen bricht“ und sagt, „ was gesagt werden muss“  etc. Wenn es Grass wirklich um die Sache gegangen wäre, hätte er ein Essay o.ä. geschrieben und die eigene Person zurückgenommen!

Dieses miserable Gedicht ist wahrlich kein„ Rosenblatt, das in den Grand Canyon geworfen“ wurde, sondern hat viel Krach gemacht,  es ist, wie Biermann so schön sagt, eine „Stinkbombe“!
Ich hoffe, es sollte kein Beitrag zum Welttag der Poesie sein!
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: Gontscharow on 18. April 2012, 23.01 Uhr

Focus- Online heute :

Günther Grass geht es gut
.....
„Wir müssen uns keine Sorgen machen. Er hat vor, das Wochenende zu Hause zu verbringen“, sagte der Pressesprecher der Asklepios-Klinik, Rudi Schmidt, am Mittwoch der dpa. Der Schriftsteller war am Montagabend von seiner Frau zu einer lange geplanten Untersuchung ins Klinikum St. Georg gefahren worden. Mit der Aufregung um sein umstrittenes Israel-Gedicht habe der Aufenthalt nichts zu tun.


Gott sei Dank! Ich war schon drauf und dran, mein Statement  zurückzunehmen... ;)
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: orzifar on 18. April 2012, 23.44 Uhr
Grad noch mal Schwein gehabt, was springst du mit dem alten Mann aber auch so rüde um.

Mein Gedächtnis hat im übrigen jene anderen Aufdeckungen von SS-(Wehrmachts-)Mitgliedschaften in eine frühere Zeit verlegt (Jens & Co). Dann kriegt das noch mal eine andere Dimension.

Aber wir wollen den herzkranken Altmeister nicht weiter am Zeug flicken. Wobei: Ich hätte gern mal wieder einen seiner Romane gelesen, allerdings geht mir der Wichtigmacher periodisch derart auf die Nerven, dass ich das nicht übers Herz bringe.

lg

orzifar
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: sandhofer on 19. April 2012, 10.14 Uhr
Ich hätte gern mal wieder einen seiner Romane gelesen, allerdings geht mir der Wichtigmacher periodisch derart auf die Nerven, dass ich das nicht übers Herz bringe.

Und falls Du es je über dasselbe bringst: Lass auf jeden Fall das Häuten der Zwiebel aussen vor. Da macht er sich nämlich wirklich wichtig ...  :angel:
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: orzifar on 20. April 2012, 05.14 Uhr
Gibt's doch übersinnliche Fähigkeiten? Da ich den Band gerade billig auf eBay gesehen habe, wollte ich mir schon die Zwiebel zu Gemüte führen (aber ursprünglich stand mit der Sinn wirklich nach Roman - alles außer dem Butt, den ich vor noch nicht allzu langer Zeit gelesen habe). Du meinst, dass auch ein Euro + Versand noch zuviel fürs Gemüse ist und nicht lohnt?

lg

orzifar
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: sandhofer on 20. April 2012, 19.04 Uhr
Du meinst, dass auch ein Euro + Versand noch zuviel fürs Gemüse ist und nicht lohnt?

Da Du kein grosser Fan von Grass bist: Ja.  :hi:
Title: Günter Grass' neuestes Gedicht
Post by: Sir Thomas on 26. Mai 2012, 10.34 Uhr
Oha! Günter Grass legt nach (laut meiner Lokalzeitung), diesmal mit einem Gedicht über Griechenland (in der heutigen Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung"). Dann werd ich mich mal zum nächsten Zeitungsbüdchen schleppen ... Bin gespannt!

LG

Tom
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: mombour on 26. Mai 2012, 19.13 Uhr
Das Gedicht Europas Schande (http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-von-guenter-grass-zur-griechenland-krise-europas-schande-1.1366941) gibt es doch online, Sir Thomas.
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: Gontscharow on 27. Mai 2012, 09.53 Uhr

Dann werd ich mich mal zum nächsten Zeitungsbüdchen schleppen ... Bin gespannt!
Das Gedicht Europas Schande (http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-von-guenter-grass-zur-griechenland-krise-europas-schande-1.1366941) gibt es doch online, Sir Thomas.

Du scheinst die Romantik des NRW- Zeitungsbüdchens nicht zu kennen, mombour. ;) Wenn es so etwas bei uns noch gäbe, hätte ich den neuen Grass sicher auch print-medial gelesen.

Nachdem Grass versprochen hatte, das Gedicht Was gesagt werden muss mit letzter Tinte geschrieben zu haben, lautet die spiegel-online Überschrift zu seinem neuerlichen Erguss „ Mit nachgefüllter Tinte“ ;D . Mehr sachichnich. 
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: mombour on 28. Mai 2012, 09.22 Uhr
n.

Nachdem Grass versprochen hatte, das Gedicht Was gesagt werden muss mit letzter Tinte geschrieben zu haben, lautet die spiegel-online Überschrift zu seinem neuerlichen Erguss „ Mit nachgefüllter Tinte“ ;D . Mehr sachichnich.

Zuviel Tine könnte auch schaden.

Tintenfisch

Ein Tintenfisch sehnte
sich fürchterlich
nach noch mehr Tinte. .
Er verstarb,
als er träumte,
wie er in Tinte
ertrank.
© mombour
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: Anna on 18. Juni 2012, 11.59 Uhr

Tintenfisch

Ein Tintenfisch sehnte
sich fürchterlich
nach noch mehr Tinte. .
Er verstarb,
als er träumte,
wie er in Tinte
ertrank.
© mombour

@mombour, da ich weiß, dass Du jetzt auch zur schreibenden Zunft gehörst, verzeih mir mein Misstrauen. Du hast nicht zufällig vor, im Herbst einen Gedichtband zu veröffentlichen?  ;D  Das scheint jedenfalls bei Günter Grass der Fall zu sein. Nach dem Erscheinen seines Israel-Gedichts und den vorhersehbaren Reaktionen darauf haben Stern-Reporter sowohl beim Sekretariat von Grass als auch bei seinem Verlag angefragt, ob es ein "Buch zum Eklat" geben würde. Das Sekretariat wollte nicht recht mit der Sprache rausrücken, aber der Verlag bestätigte, dass zum Herbst ein Gedichtband des Autors geplant sei. Deswegen also n’ Gedicht und noch’n Gedicht. Aber bitte schön. Gedichtbände, selbst wenn sie von Nobelpreisträgern stammen, finden nicht gerade reißenden Absatz. Da muss schon ein wenig getrommelt werden.
http://www.stern.de/kultur/buecher/ein-paar-fragen-zu-grass-das-buch-zum-eklat-1812473.html (http://www.stern.de/kultur/buecher/ein-paar-fragen-zu-grass-das-buch-zum-eklat-1812473.html)


Gruß
Anna
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: Anita on 18. Juni 2012, 12.10 Uhr

Tintenfisch

Ein Tintenfisch sehnte
sich fürchterlich
nach noch mehr Tinte. .
Er verstarb,
als er träumte,
wie er in Tinte
ertrank.
© mombour

@mombour, da ich weiß, dass Du jetzt auch zur schreibenden Zunft gehörst, verzeih mir mein Misstrauen. Du hast nicht zufällig vor, im Herbst einen Gedichtband zu veröffentlichen? 

Keinen großen Absatz? Also mombours Gedichtsbände würde ich kaufen!

LG
Anita
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: mombour on 18. Juni 2012, 12.29 Uhr

@mombour, da ich weiß, dass Du jetzt auch zur schreibenden Zunft gehörst, verzeih mir mein Misstrauen. Du hast nicht zufällig vor, im Herbst einen Gedichtband zu veröffentlichen?  ;D 

Dieser Herbst ist wahrlich zu früh. In einem anderen Herbst schon. Muss noch schaffen.  ;D In einer Anthologie mal was, könnte eher passieren mit ein bisschen Glück.

"Buch zum Eklat" finde ich gut. Den Eklat haben Journalisten produziert.
Title: Re: Günter Grass' neuestes Gedicht: Von allen guten Geistern verlassen
Post by: sandhofer on 30. September 2012, 15.47 Uhr
Grass schlägt wieder zu. Allerdings weiss selbst die NZZ (http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/grass-provoziert-wieder-mit-einem-gedicht-1.17654480) nicht so ganz, was zum neuesten Gedichtband seiner Exzellenz zu sagen wäre ...