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Lektüren, Rezensionen => Gerade am Lesen ... => Topic started by: sandhofer on 13. Dezember 2011, 19.37 Uhr
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Hallo zusammen!
Noch ganz am Anfang. Dazu erkältet. Mag sein, dass das mit dazu beiträgt, dass ich im Moment den Roman weniger mag. Die Schilderung von Kindheit und Jugend ist Doderers Ding nicht so ganz. Da höre ich immer sehr viel expressionistischen Ballast mitrascheln ...
Grüsse
sandhofer
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Was - die Merowinger schon ausgelesen? ??? Turbo gezündet?
Den "Mord" mochte ich in sprachlicher Hinsicht ganz gern, die Handlung allerdings ist derart an den Haaren herbeigezogen (natürlich mit Doderers Theorie wunderbar vereinbar), dass mir dieses absurde Konstrukt den Genuss verhagelt hat.
lg
orzifar
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Was - die Merowinger schon ausgelesen? ??? Turbo gezündet?
Vielleicht war's auch ein Fieberschub; im Moment bin ich nämlich fürchterlich verschnupft ...
Aber "Die Merowinger" waren ja auch eine schöne Wochenendlektüre. So was rutscht nur so 'runter ...
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Ich habe dieses Buch mal eine Woche liegen gelassen, in der Hoffnung, meine Probleme damit hätten mit meiner akuten Erkältung zu tun. Insofern als dass ich heute weitergekommen bin, mag das sogar gestimmt haben. Andererseits aber ist mir diese Jugend immer noch allzu expressionistisch geschildert. Allerdings kommen wir wohl so langsam in die Erwachsenenzeit von Kokosch, und ich habe begründete Hoffnung, dass sich die Verhältnisse noch bessern werden. Jedenfalls wird das Ding langsam interessanter ...
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So, mittlerweile damit fertig geworden. Zu Beginn des 3. Teils gibt es eine köstliche Schilderung eines Männerabends. Leider nimmt auch darin die Suche nach dem Mörder im Gespräch einen immer höheren Rang ein.
Der Schluss? So ungewöhnlich, wie ihn mein Klappentext haben will, ist er ja nicht. Auch Agathe Christie hat einen Krimi mal ähnlich konstruiert. Höchstens, dass nach dem Schluss noch ein zusätzliches Ende kommt, spricht dafür, dass Doderer hier den klassischen Krimi transzendierte. Alles in allem, wie immer bei Doderer: Die hohe sprachliche Qualität entschädigt fürs Trivial-Expressionistische, das immer wieder dazu führt, dass Kokosch genau das Richtige fühlt und am genau richtigen Platz steht.