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Allgemeines => Allgemeines => Topic started by: Wolle on 16. März 2011, 12.59 Uhr

Title: Elektronisches Lesen
Post by: Wolle on 16. März 2011, 12.59 Uhr
Hallo,

ich wollte mich einmal erkundigen, wie Ihr so zum Thema "elektronisches Lesen", also das Lesen von Büchern über Handy o.ä. steht.
Die Anzahl der Smartphone-Besitzer nimmt ja offensichtlich rasant zu und nicht selten sehe ichc Leute, wie sie Bilder, Photos oder eben Geschriebenes begutachten. Und das auf 20 Quadratcentimetern.
Für mich persönlich ist das unvorstellbar, da gebundene Papierseiten (wodurch man zum Umweltkonflikt kommt) immer noch zum Lesen gehören wie Essig zum Salat.

Allerdings kann man auch problemlos dutzende Bücher "transportieren", ohne Rückenschmerzen zu bekommen.

Wie steht Ihr dieser Thematik gegenüber?

LG
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: mombour on 16. März 2011, 13.15 Uhr
Hallo,

für die jüngere Generation mag es interessant sein, E-books oder in ähnlicher Art zu lesen. Ich gehöre zu den alteingesessenen Lesern, die äonenweit über die dreißiger hinüber sind ;D, vielleicht auch deshalb, aus Gewohntheit,  bevorzuge ich wirklich, ein Buch in meinen werten Händen zu halten. Das ist ein ganz anderes Gefühl, als wenn ich eine Elektromaschine in den Händen halte, zumal ich es problematisch fände, einen 500 -Seiten -Roman am Bildschirm zu lesen. Für Gedichtlesungen und kürzere Texte kann ich mir ein Elektromedium vorstellen. Ein Handy o.ä. habe ich aber nicht. Erstaunlich, dass ich so leben kann.

Hier tuen sich Generationsunterschiede auf. :D

Liebe Grüße
mombour
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: Wolle on 16. März 2011, 16.44 Uhr
Hallo mombour,

danke für die schnelle Antwort.
Mit dem Generationsunterschied magst Du wohl Recht haben, aber ich kann mir auch kaum vorstellen, mehr as eine Buchseite auf einem Bildschirm durchzulesen. Zum einen bilde ich mir ein, es ist schlechter für die Augäpfel und zum anderen fehlt auch mir das gewisse Etwas in der Hand.

Zwar besitze ich ein Mobiltelefon, kann jedoch den ewig anhaltenden Boom in der Handyindustrie auch nur schmunzelnd beobachten. Mit 8 Jahren schon ein Handy mit Foto- und sonstewasfunktionen besitzen halte ich für viel zu krass, aber die Kindheit wird ja immer kürzer. Hauptsache Telefonieren und Kurzmitteilungen schreiben, hächstens noch Snake 1, das ist ein tolles Spiel gewesen :D

LG
   Wolle
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: orzifar on 16. März 2011, 18.01 Uhr
Prinzipiell lehne ich solche Dinge nicht ab, das Hauptproblem scheint in den Eigeninteressen der Hersteller zu liegen, die proprietäre Formate durchsetzen wollen. Die Lesequalität ist - angeblich - bei Ebook-Readern sehr viel besser, wenn die erwähnten grundsätzlichen Streitigkeiten beigelegt sein werden, könnte das durchaus eine Alternative sein. (Obschon ich zugeben muss, dass meine ledergebundene Folianten durch Bits und Bytes nicht wirklich zu ersetzen sind ;).)

Ich bin auch handylos, hat aber nichts mit "Technikfeindlichkeit" zu tun, sondern mit einem Abwägen der Vor- und Nachteile (Internet würde mir als allumfassendes Nachschlagewerk sehr fehlen). Vielleicht auch mit meinem mangelnden Mitteilungsbedürfnis bzw. damit, dass ich die Banalitäten meines Lebens für nicht wichtig genug erachte, mitgeteilt zu werden. Wer mit dieser Form der akustischen Umweltverschmutzung im öffentlichen Raum konfrontiert wird, vermag die Belanglosigkeit der meisten Nachrichten einzuschätzen. (Der 16jährige Sohn eines Freundes zeigte sich allerdings verwundert, wie man denn in der Steinzeit sich fortgepflanzt habe ohne Mobiltelefon, da dieses für jedwedes in Aussicht genommene Rendezvous als konstituierend betrachtet wurde. Funktionierte aber trotzdem ;).)

lg

orzifar
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: Wolle on 17. März 2011, 12.32 Uhr
Hossa!

"sondern mit einem Abwägen der Vor- und Nachteile (Internet würde mir als allumfassendes Nachschlagewerk sehr fehlen)"

Das verstehe ich nicht. Bei nem Handy würde dir das heutzutage oft vorhandene Internet fehlen, ohne Handy trägst du das Internet in der Hosentasche spazieren oder wie ?   :o

Für den Notfall oder ne Nachricht an Freunde/Lebenspartner/Geschäftspartner aufgrund eienr Verspätung oder geänderten Gegebenheiten finde ich das Mobiltelefon beinahe unverzichtbar. Zumal Telefonzellen die gemeinste Abzocke überhaupt  sind. Wie würdest du in anfang des Satzes erwähnten Situationen die Nachricht übermitteln?

"Der 16jährige Sohn eines Freundes zeigte sich allerdings verwundert, wie man denn in der Steinzeit sich fortgepflanzt habe ohne Mobiltelefon, da dieses für jedwedes in Aussicht genommene Rendezvous als konstituierend betrachtet wurde. Funktionierte aber trotzdem Wink."

 ;D ;D ;D

LG
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: orzifar on 17. März 2011, 13.54 Uhr
Hallo!

Das mit dem Internet bezog sich auf "Technikfeindlichkeit" an sich, nicht auf das Handy. Wollte sagen: Ich gehöre nicht zu jenen Puristen, die jedwede technische Neuerung als des Teufels ablehnen. Ich pflege allerdings zu überlegen, ob die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgeht. - Jene Argumentation, dass da lebensnotwendige Nachrichten unbedingt überliefert werden müssen in Echtzeit ist genau die, die ich nicht nachvollziehen kann: Ob ich von einem Unglück ein oder zwei Stunden später erfahre, spielt überhaupt keine Rolle. Einzig bei Unfällen, die irgendwo in der Einschicht geschehen, mag ein Handy von Vorteil sein, aber höchstwahrscheinlich geschehen mehr Unfälle durch die Handhabung der Handys (z. B. im Verkehr), als das Unfallopfer durch dass Vorhandensein derselben gerettet werden.

lg

orzifar
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: Wolle on 17. März 2011, 16.36 Uhr
"Das mit dem Internet bezog sich auf "Technikfeindlichkeit" an sich, nicht auf das Handy. Wollte sagen: Ich gehöre nicht zu jenen Puristen, die jedwede technische Neuerung als des Teufels ablehnen. Ich pflege allerdings zu überlegen, ob die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgeht."

Alles klaro, hab mich schon gewundert  ;D

Das Problem mit der Autotelefoniererei ist tatsächlich total beschissen, ein verantwortungsvoller und für mich standardmäßiger Gebrauch schließt dies jedoch aus und selbst wenn 1000 Leute durch Handys am Steuer sterben, ist es wunderbar, einen durch den Notruf zu retten(weswegen du dir natürlich kein handy kaufen gehen musst ^^)

Ist doch auch schön, wenn du eine Verabredung mit DER Lady deiner Wahl hast, die Bahn nen Unfall baut oder Du aus Eigenverschulden nicht/zu spät kommst, ihr bescheid sagen kannst, das estwas passiert ist.
naja ich will hier auf keinsten fall leute von der notwendigkeit von mobiltelefonen überzeugen, ich stehe ja wie erwähnt auch nicht besonders auf sie.

Um nochmal auf eBooks und Kollegen zurückzukommen ist allein die technische Sensibilität für mich ausreichend, mir ein solches Gerät niemals zulegen zu werden.

LG
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: orzifar on 17. März 2011, 23.56 Uhr
Ist doch auch schön, wenn du eine Verabredung mit DER Lady deiner Wahl hast, die Bahn nen Unfall baut oder Du aus Eigenverschulden nicht/zu spät kommst, ihr bescheid sagen kannst, das estwas passiert ist.

Ach, wenn es die Lady ist, dann muss sie mir derlei verzeihen. Wobei ich ein an hohe Literatur erinnerndes Erlebnis hatte: Ähnlich, wie der Dr. Negria in Erwartung seiner Mary schließlich auf Editha stieß (und inständig hoffte, dass jene nicht mehr auftaucht) ist es auch mir einmal ergangen. Insofern kann das Nichtvorhandensein elektronischer Benachrichtigungsmittel zu einigen - angenehmen - endokrinologischen Irrungen und Wirrungen führen (Negria, Mary und Editha = Strudlhofstiege).

lg

orzifar
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 18. März 2011, 14.30 Uhr
Ich hab' nur ein Handy und keinen Festnetzanschluss. Ich habe sogar Internet auf dem Handy. Und ich habe sogar schon Forenbeiträge übers Handy geschrieben - so ist es ja nicht. Aber ich finde es recht ermüdend, auf einem Bildschirm (egal ob Handy oder PC) mehr als zwei, drei Seiten zu lesen. Die klassischen e-book-reader kenne ich aber nicht; vielleicht sind dort die Bildschirme besser für eine Lektüre geeignet?

Abgesehen davon: Wie ersetzt mir ein Bildschirm das ganz eigene Gefühl, in einer Rabener-Ausgabe von 1783 zu schmökern?
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: Wolle on 24. März 2011, 11.43 Uhr
Ich hab' nur ein Handy und keinen Festnetzanschluss. Ich habe sogar Internet auf dem Handy. Und ich habe sogar schon Forenbeiträge übers Handy geschrieben - so ist es ja nicht. Aber ich finde es recht ermüdend, auf einem Bildschirm (egal ob Handy oder PC) mehr als zwei, drei Seiten zu lesen. Die klassischen e-book-reader kenne ich aber nicht; vielleicht sind dort die Bildschirme besser für eine Lektüre geeignet?

Abgesehen davon: Wie ersetzt mir ein Bildschirm das ganz eigene Gefühl, in einer Rabener-Ausgabe von 1783 zu schmökern?

Ich telefoniere auch nur mit meinem Mobiltelefon, da ich mit meinem Anbieter kostenlos ins Festnetz telefonieren kann, was die moblien Kosten natürlich nicht unbedingt billiger macht ;)

Auch ich habe noch keinen ebook Leser in meinem Bekanntenkreis, stelle mir das Ganze aber auch sehr anstrengend und wenig förderlich für die Glüsen vor. Und wie es ein altes, mit unvergleichlichem Charme behaftetes Werk ersetzen kann, habe ich im Grunde schon zwischen den Kommas gesagt  ;D

Beste Grüße,
Euer Wolle
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 15. August 2011, 14.28 Uhr
Das Buch stirbt auf Raten (http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13540549/Das-Buch-stirbt-auf-Raten.html)

meint Die Welt vom 12.08.2011. Und zitiert dafür olle Kamellen, wie die Tatsache, das amazon-USA am 1. April 2011 meht e-books als gedruckte Exemplare verkauft hat.

Weist aber auch auf ein grosses Hindernis hin, das die Ausbreitung von e-books immer noch hindert: Der Konsument kann über seine gekaufte Kopie nicht frei verfügen. Ich kann ein e-book nicht verleihen (ausser gleich zusammen mit dem Reader) und ich kann mir nie sicher sein, dass auf demselben Weg, auf dem der Text den Weg auf meinen Reader gefunden hat, dieser Text nicht auch wieder gelöscht wird. Amazon gab das Beispiel ja bereits. Und wenn Verlage laut darüber nachdenken, dass ein Buch nach fünfundzwanzigmaligem Lesen gelöscht werden soll, stärkt das mein Vertrauen in diese Dinge nicht unbedingt.  >:D
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: orzifar on 15. August 2011, 14.51 Uhr
Hallo!

Wie stellt man fest, dass ein Buch 25mal gelesen wurde? Genau so oft eine bestimmte Seite aufgeschlagen? Vielleicht will man das herkömmliche Buch im Unterbewusstsein durch derart abenteuerliche Gedankengänge retten.

Für mich persönlich sind E-Books noch so lange uninteressant, als es solche Kinderkrankheiten gibt. Zumindest gibt es bislang nichts, das einen Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Buch verspräche.

Ob das Buch stirbt ist im Grunde belanglos, es geht - Buchfetischisten außen vor - ohnehin darum, was ein Buch repräsentiert. Wenn Literatur, Wissen auf andere Art und Weise besser vermittelt werden kann, wird das Buch sterben (und früher oder später, auch wenn wir alle das nicht mehr erleben werden, wird dies der Fall sein). Tragisch wäre derlei nur dann, wenn damit auch der Geist des Buches im Sinne der Wissensvermittlung verloren ginge; wenn es aber bloß durch ein anderes Medium ersetzt wird, sehe ich das als bloß natürlichen Vorgang an. Allerdings gilt beim Buch natürlich auch, dass das Gute der Feind des Besseren ist. Auf die E-Book-Hersteller wartet also noch einiges an Arbeit.

lg

orzifar
Title: Re:Elektronisches Lesen
Post by: mombour on 15. August 2011, 15.25 Uhr
bevorzuge ich wirklich, ein Buch in meinen werten Händen zu halten. Das ist ein ganz anderes Gefühl, als wenn ich eine Elektromaschine in den Händen halte, zumal ich es problematisch fände, einen 500 -Seiten -Roman am Bildschirm zu lesen.

Das ist wohl das Zitat eines alten Herrn, der  schon zu alt, um sich auf e-bboks umzustellen, obwohl er vielleicht doch weiß, die Jugend ladet sich sowieso e-books herunter, er, also der alte, bzw. ältere Herr, das ablehnt, weil er der Zeit nachhinkt, die erbarmungslos fortschreitet, mit der Geisteswelt der Jugend nicht mehr zurechtkommt, lieber Rachmaninov hört, was er schon über vierzig Jahre tut, und sich fragt, ob Lena wirklich so toll singt. Eine Callas? Ja, orzifar, wir sind schon zu Staub, wenn die Bücher draufgehen. Was mir allerdings Sorgen macht, du deutest es an,  ist die Bildung. Geht die wirklich den Bach runter?

Liebe Grüße
mombour
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Anita on 15. August 2011, 15.38 Uhr
Ich gehöre auch eher der Generation + an, eigentlich zu alt für so viel Schnick-Schnack, unser Handy teilen wir uns beispielsweise zu dritt. Es liegt in der Küche und wer es braucht, nimmt es mit - es kann allerdings lediglich telefonieren - und meistens vergesse ich es mitzunehmen  ;)

So ein ebook-reader käme bei mir mittlerweile in Frage, da ich aufgrund meiner Augenprobleme eine verstellbare Schrift sehr interessant finde. Viele Bücher sind so klein geschrieben, da hat die Technik wirklich einen großen Vorteil. Zudem ist das transportieren von dicken Schincken nicht mehr so schwer. Aber wie orzifar schon sagt, ich vermisse hier noch die Einheit, das gleiche Format ...

LG
Anita
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 15. August 2011, 19.59 Uhr
Ja, orzifar, wir sind schon zu Staub, wenn die Bücher draufgehen.

Vor allem sind die aktuellen Formate und Speichermedien schon lange vor uns und noch viel länger vor den Büchern zu Staub geworden. (Hätt' ich fast geschrieben: Makulatur. Aber das passt hier nicht.  ;) )
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 16. August 2011, 19.58 Uhr
Ich gehöre auch eher der Generation + an,

Generation + ??? - Ist das die Generation Golf, die jetzt im Alter Mercedes SLE fährt? Andererseits: klingt irgendwie nach Mutanten ...  ;D

So ein ebook-reader käme bei mir mittlerweile in Frage, da ich aufgrund meiner Augenprobleme eine verstellbare Schrift sehr interessant finde.

Mein Problem ist es ja gerade, dass meine Augen den Bildschirm eines Handys oder einer Playstation nicht richtig zu erkennen vermögen. Da würde mir wohl die grössere Schrift auch nicht helfen ...
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: orzifar on 17. August 2011, 00.00 Uhr
Mein Problem ist es ja gerade, dass meine Augen den Bildschirm eines Handys oder einer Playstation nicht richtig zu erkennen vermögen. Da würde mir wohl die grössere Schrift auch nicht helfen ...

Das Display der E-Book-Reader hat (angeblich, Giesbert hat darüber mal berichtet) eine ganz andere Qualität als "normale" Bildschirme (oder eben gar ein Handydisplay). So, dass man problemlos über längere Zeit lesen kann, insofern könnte das für die von Anita geschilderten Probleme schon eine praktikable Lösung sein.

lg

orzifar
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 17. August 2011, 11.00 Uhr
Das Display der E-Book-Reader hat (angeblich, Giesbert hat darüber mal berichtet) eine ganz andere Qualität als "normale" Bildschirme (oder eben gar ein Handydisplay).

Ich habe leider noch nie so einen Reader in der Hand gehabt. Ich bin sehr empfindlich auf seitlichen Lichteinfall oder Licht von oben oder von schräg hinten oder von ...  ;)
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: hawthorne on 06. Dezember 2011, 12.36 Uhr
Ein Freund von mir hat früher desöfteren über den Limewire Download (http://limewire.soft-ware.net/download.asp) Bücher bekommen... Er war auch einer der ersten, die ich kannte, der einen E-Reader hatte.
Ich persönlich setze sowohl bei Büchern als auch Zeitungen immer noch auf Papier!
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Regina on 08. März 2012, 19.02 Uhr
Was ich mir vor einem Jahr noch nicht hätte vorstellen könnne, habe ich diese Woche getan: Ich habe mir einen E-Leser bestellt.
Da ich immer wieder gerne Texte aus dem Barock lese, musste ich schnell feststellen, dass diese kaum noch erhältlich sind und wenn, dann zu Preisen, die ich nicht zahlen kann und will. Als E-Text aber bekommt man sie nachgeschmissen.
Letzter Anstoß war nun das Pepyssche Diary, das nun  zwar in deutscher Sprache vorliegt, aber im englischen Original wieder nur antiquarisch. Oder eben für den E-Leser.

Morgen beginne ich dann den Versuch am lebenden Objekt.  ;D

Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 08. März 2012, 21.50 Uhr
Morgen beginne ich dann den Versuch am lebenden Objekt.  ;D

Ach? Pepys lebt?  ;D
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Regina on 09. März 2012, 08.03 Uhr


Ach? Pepys lebt?  ;D

Noch nicht. Ich warte noch auf ein Gewitter mit hoher Blitzfrequenz.
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Regina on 06. Mai 2012, 18.33 Uhr
Pepys Diaries durchgelesen und damit zwei Monate Erfahrung mit Kindle erworben.

Ich war überrascht, wie angenehm das Bild für die Augen ist. Zuerst war ich aber erstaunt, wie klein der Bildschirm ist: Format einer Reclamseite etwa. Das bringt den ersten Haken mit sich: Man kann zwar die Schriftgröße verstellen, aber je größer, je weniger auf der Seite und da ist man schnell an der Grenze, wo man zwar Großdruck hat, aber nicht mehr viel Inhalt. Ich blieb also bei der voreingestellten Größe und kam damit gut zurecht.

An das Flackern beim Umblätter, an das ich glaubte, mich nie gewöhnen zu würden, gewöhnte ich mich doch recht schnell. Solange ich nur geradeaus las, war die Lektüre eine reine Freude.

Schmerzlich vermisst habe ich das freie Vor- und Zurückblättern oder das mal eben im Stichwortverzeichnis nachschlagen (gab es beim Pepys nicht). Schmerzlich vermisst auch die Seitenzahlen. Die prozentuale Angabe, wie viel man von dem Buch gelesen hat, ist kein Ersatz.

So ein Kindle kann mir ein Buch nicht ersetzen, aber er ist eine gute Alternative für die Fälle, wo das Buch nicht mehr erhältlich oder jenseits meiner finanziellen Schmerzgrenze liegt.
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 21. August 2012, 19.50 Uhr
Was machen eigentlich all die Kindle-Leser, wenn in 5-10 Jahren amazon Pleite geht? Da sind doch dann wohl alle Daten aufs Mal gelöscht, oder?
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Regina on 21. August 2012, 22.44 Uhr
Nein. Du kannst dir die Bücher auch erst auf den PC laden und von da auf den Kindle.
Natürlich bleibt auch so die Haltbarkeit begrenzt und gefährdet.
Aber ich sehe den Kindle als Ergänzung, niemals als Ersatz für eine Bibliothek.
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Dostoevskij on 23. August 2012, 20.27 Uhr
Moin!

Aber ich sehe den Kindle als Ergänzung, niemals als Ersatz für eine Bibliothek.

Ich las heute bei einer Bloggerin (http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2012/08/auszeitjournal-montag-20-august-2012-gluhende-ruckreise.htm), daß sie erwägt, ihre Bibliothek zu digitalisieren (http://1dollarscan.com/).
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 23. August 2012, 21.23 Uhr
Ich las heute bei einer Bloggerin (http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2012/08/auszeitjournal-montag-20-august-2012-gluhende-ruckreise.htm), daß sie erwägt, ihre Bibliothek zu digitalisieren (http://1dollarscan.com/).

Gut. Ich für meinen Teil schätze es, wenn nach der Lektüre eine phyisch fassbare Erinnerung bleibt. Sie offenbar nicht.  :-X
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Anita on 24. August 2012, 11.54 Uhr
Aber ich sehe den Kindle als Ergänzung, niemals als Ersatz für eine Bibliothek.

Sehe ich auch so, zu mal ich bisher nur 0 € Bücher geladen habe  ;)
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: orzifar on 25. August 2012, 00.25 Uhr
Hallo,

seit ich nun auf einigen Seiten die Möglichkeit entdeckt habe, verschiedene alte Philosophen im pdf-Format herunterzuladen, überlege ich mir erstmals, auch ein E-Book anzuschaffen, wobei ich mich noch darüber informieren muss, welche Formate unterstützt werden bzw. in welchen Formaten die Downloads sein müssen, sollen. Wenn jedenfalls ein Lesen mittels E-Book dieser alten (gemeinfreien) Werke möglich wäre, würde ich mir so etwas zulegen. Ich lese zwar einiges am PC, auf Dauer aber ist dieses Lesen dann doch ermüdend. Allein archive.org bietet derart viel hochwertige Texte an, dass es sich allein deshalb schon lohnen würde.

lg

orzifar
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 25. August 2012, 06.41 Uhr
Hallo orzifar

Es gibt e-books, die pdf unterstützen. Der bekannte jenes Buchhandels-Riesen aber m.W. gerade nicht.

Grüsse

sandhofer
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 25. August 2012, 07.49 Uhr
Hm ... ich frage mich gerade ... Eigentlich sind es ja die Lesegeräte, die sog. Reader, die pdf unterstützen; und der Text im pdf-Format wäre das E-Book, oder?
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Dostoevskij on 25. August 2012, 22.14 Uhr
Moin, Moin!

Ich selbst besitze einen Kindle (den so genannten kleinen Kindle für 99.- Euro).
Ihn habe ich mir gekauft, um zumindest Klassiker lesen zu können.
Für den Kindle benötigt man Dateien im Format *.mobi oder *.azw
PDF-Dateien liest er nicht.
Leider gelingt es mir nicht, mit dem Programm Calibre *.pdf-Dateien in mobi/azw-Dateien umzuwandeln. Heraus kommt Datenmurks, der ziemlich unlesbar ist.
*.epub-Dateien wandelt Calibre problemlos in *.mobi um.

Bisheriges Fazit: Ich kann die Texte der vielen CD-ROMs der Digitalen Bibliothek wunderbar auf den Kindle transponieren, weil sie von der CD als *.epub exportierbar sind.
Aber reine pdf-Dateien bin ich gezwungen, weiterhin am PC zu lesen, weil die Darstellung am Smartphone, der zwar pdf lesen kann, zu piepselig ist.

Eine E-Book-Lösung für bloße pdf-Daten wäre mir also ebenfalls sehr willkommen,

Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: orzifar on 26. August 2012, 03.05 Uhr
Hallo,

vielen Dank, Dostoevskij, für die Informationen. Und ja - ich glaube, dass du Recht hast, Sandhofer.

lg

orzifar
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Anita on 26. August 2012, 12.31 Uhr
Eine Bekannte von mir besitzt den Sony e-book-reader, genau aus dem Grunde, weil sie pdf-Datein laden möchte. Er ist etwas teurer und es gibt keine deutsche Version davon. Vielleicht solltet ihr euch das Teil mal anschauen  ;)
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Dostoevskij on 26. August 2012, 21.12 Uhr
Moin, Moin!

Eine Bekannte von mir besitzt den Sony e-book-reader, genau aus dem Grunde, weil sie pdf-Datein laden möchte. Er ist etwas teurer und es gibt keine deutsche Version davon. Vielleicht solltet ihr euch das Teil mal anschauen  ;)

Wich gestern als "Datenmurks" betitelte, ist vielleicht gar nicht so arg. Ich habe mittels Calibre eine pdf-Datei in kindle-taugliches *.mobi umgewandelt. Und es läßt sich lesen, wenn auch die Zeilenumbrüche etwas außer Rand und Band geraten sind. Aber lesbar ist es.
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: orzifar on 27. August 2012, 02.21 Uhr
Nochmals vielen Dank an euch. Ich pflege halt bei solchen Anschaffungen immer zu überlegen, ob ich da nicht einem bloßen Hype folge und mir dann anschließend alle halben Jahr ein neues Gerät kaufen muss, um den Anforderungen Genüge zu tun. Für mich persönlich ist vor allem das Lesen alter Schriftsteller, Philosphen wichtig, ich werde mir kaum Neuerscheinungen kaufen. Wenn aber der Datenspeicher groß genug wäre, einige Dutzend Bücher bzw. phil. Nachschlagewerke vernünftig lesen zu können (kann man da auch kommentieren??), dann wäre das für das philosophische Arbeiten unterwegs ganz hervorragend.

lg

orzifar
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Anita on 27. August 2012, 11.09 Uhr
(kann man da auch kommentieren??)

Ja kannst du, dann wäre allerdings ein Gerät mit Tastatur geeigneter. Markieren von Zitaten kannst du auch, also die du dann immer schnell wieder findest. Du kannst sogar deine Kommentare oder Zitate direkt in Facebook oder Twitter reinsetzen ...
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: orzifar on 28. August 2012, 17.16 Uhr
(kann man da auch kommentieren??)

Ja kannst du, dann wäre allerdings ein Gerät mit Tastatur geeigneter. Markieren von Zitaten kannst du auch, also die du dann immer schnell wieder findest. Du kannst sogar deine Kommentare oder Zitate direkt in Facebook oder Twitter reinsetzen ...

Beim Lesen deiner Antwort musste ich über mich selbst schmunzeln: Ich hatte wie selbstverständlich angenommen, dass da eine Tastatur sei, ohne darüber nachzudenken (und sehe jetzt, dass das selbstredend Unsinn ist). Da braucht's offenbar noch einiges an Beratung für mich :).

Danke, lg

orzifar
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Dostoevskij on 11. September 2012, 13.11 Uhr
Moin, Moin!

Michael Sonntag betreibt ein angenehmes Blog (http://michaelsonntag.net/) mit Schwerpunkt auf E-Books. Angenehm, weil seine Erfahrungen selbst gemacht und praxisnah sind und seine Stimme uns Sachsen lecker in den Ohren klingt. Interessant ist beispielsweise der Vergleich (http://michaelsonntag.net/2012/05/vergleich-trekstor-pyrus-mit-amazon-kindle-4/) des bei Hugendubel/Weltbild angebotenen "Trekstor Pyrus" mit dem "Amazon Kindle 4", was gleichzeitig einem Vergleich zwischen Digital Ink und E-Ink gleichkommt.
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 11. September 2012, 19.38 Uhr
Hm ... gut - es ist ein Vergleich von Bild im Bild, aber ... gerade umwerfend finde ich die Qualität der Darstellung bei beiden nicht ...  ::)
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Dostoevskij on 12. September 2012, 00.38 Uhr
Moin, Moin!

Hm ... gut - es ist ein Vergleich von Bild im Bild, aber ... gerade umwerfend finde ich die Qualität der Darstellung bei beiden nicht ...  ::)

Für den Kindle kann ich mich verbürgen. Ich lese inzwischen hauptsächlich mit ihm und mag ihn nicht mehr missen. Papierbücher sind mir viel zu klobig.
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: sandhofer on 13. Dezember 2012, 16.34 Uhr
Heute war ich wieder mal mit dem Zug unterwegs. Dass die SBB die S-Bahnen in der Stosszeit "verkürzt" führen, und deshalb selbst in der ersten Klasse nur Stehplätze noch existieren, ist ein altbekannter Skandal. Diesmal gab er mir aber die Gelegenheit, einer jungen Frau über die Schulter zu gucken, die mit einem Sony-Reader las. Dass bei jedem "Blättern" die Seite zuerst dunkel wurde und dann wieder mit dem neuen Text hell, ist hoffentlich ein Sofware-Fehler, den die Leute von Sony mittlerweile behoben haben. Schlimmer fand ich das Teil an sich. Abgesehen von dem grauslichen Bordeaux-Rot, in dem es gehalten war: Ich würde mich schämen, mit einem derart nach billigem Hongkong-Plastik aussehenden Teil und Hongkong-Design in der Öffentlichkeit aufzutreten. (Und dazu noch in der 1. Klasse!) Mit ein Grund, weshalb ich das e-book nicht mag ...
Title: Re: Elektronisches Lesen
Post by: Ernest on 20. Dezember 2012, 11.42 Uhr
Wenn ich es mir in den letzten Wochen und Monaten an einem ungemütlichen Herbst- oder Winterabend schon mal auf meiner neuen Couch gemütlich gemacht habe und mich in eine schöne Wolldecke eingemummelt, hätte ich ein echtes, gebundenes (oder auch Taschen-)Buch und das Gefühl, eine Seite zwischen den Fingern zu haben, nicht missen wollen. Irgendwie gehört auch das Haptische inzwischen dazu. Wenn ich aber unterwegs bin und mir hunderte von Büchern ohne viel Gewicht rumzuschleppen einfach mitnehmen kann, bin ich auch über meinen Reader glücklich. Ich habe manchmal auch Fachliteratur dabei, um zu arbeiten und die liest sich auf dem Reader einfach besser als auf dem Laptop. Und ich kann nicht Berge von Büchern mitnehmen, die ich zwar zum Arbeiten brauche, aber nicht alle transportieren kann.

Edit sandhofer: Ich habe mal die Werbung entfernt, ja?