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Allgemeines => Allgemeines => Topic started by: sandhofer on 01. Januar 2011, 17.25 Uhr

Title: Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 01. Januar 2011, 17.25 Uhr
... mit zunehmendem Alter selber historisch.

Hallo!

Nämlich. Ich habe gerade mal wieder einen längeren träumenden Blick auf meine Bibliothek geworfen. Und mir dabei deren Entwicklung vor Augen geführt.

Lesen konnte ich ja schon mit 3 oder 4 Jahren. Mit ungefähr 10 habe ich dann wirklich zu lesen begonnen, d.h., ich habe die Bücher, die ich ausgelesen hatte, auch bewusst behalten und in einem Regal aufgestellt. Damals kamen pro Jahr natürlich nur wenige dazu, meistens Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke. Später dann, so mit 13, 14 habe ich mindestens einen Teil meines Taschengeldes immer in Büchern angelegt. Meist waren das Krimis aus der Roten Reihe bei Goldmann. Ob's die heute noch gibt? Später dann die von Jeschke herausgegebene Reihe mit SF-Klassikern vom Heyne-Verlag. Die ersten sog. Klassiker begannen schon, sich darunter zu mischen. Noch heute besitze ich die Ausgabe von Dantes Divina Commedia oder Tolstois Krieg und Frieden, die ich mit ungefähr 16 erhalten habe. Meine Bibliothek wuchs nun rascher, und zu Beginn des Studiums waren es rund 200 Bände. Dann begann die Zeit der Unruhe. Häufiges Umziehen verleidet es einem, eine grosse Bibliothek zu besitzen. Mehr oder weniger häufige und radikale Ausmerzaktionen begannen. So sind meine Krimis und die SF-Klassiker schon längst in einer Heilsarmee-Brockenstube gelandet. (Nicht aus Affinität zur Heilsarmee, sondern weil die gerade in der Nähe war.) Andererseits fanden die ersten Werkausgaben den Weg zu mir nach Hause. Geldmangel war es ursprünglich, der mich dazu trieb, diese nicht neu sondern antiquarisch zu erwerben. Dann - waren's die sauren Trauben, war's die zur Tugend gemachte (Platz-)Not? - begann ich, meine Bibliothek zu formen. Analog zu dem, was ich an der Uni vorgefunden hatte, schwebte mir eine Art Handbibliothek der 1'000 Bücher vor, die ein gebildeter Mitteleuropäer deutscher Muttersprache zu besitzen hätte. Eigentlich bin ich ja für so ein Ideal rund 100 Jahre zu spät zur Welt gekommen, aber es hat den Vorteil, dass man dadurch sehr viele Sachen von eben diesen 100 Jahre Früheren erben kann. So fielen mir einige Werkausgaben zu, die mal die Bibliothek eines gebildeten Mittelständlers gebildet hatten. Heute bin ich der Meinung, dass diese Handbibliothek wohl 2'000 Bände umfassen müsste. Und ich stelle fest, dass ich auf dem Weg bin, eine Handbibliothek der Gesamtausgaben zusammenzustellen. Jedenfalls, was deutsche Klassiker betrifft (d.i., alles vor dem Zweiten Weltkrieg), tendiere ich dazu, nach Gesamtausgaben Ausschau zu halten, wenn ich denn noch keine oder keine befriedigende habe. Auch das ist neu: Die Ansicht, dass eine Werkausgabe nicht genügen könnte ...

So allerdings wird meine Bibliothek nie fertig.  :opa:

Grüsse

sandhofer
Title: Re:Man wird sich offenbar ...
Post by: orzifar on 02. Januar 2011, 01.25 Uhr
Mit drei oder vier Jahren lesen war bei mir kaum möglich, da hätte es jemanden gebraucht, der sich mit Kindern beschäftigt hätte. War aber nicht, Kinder waren als Nebenprodukt endokrinologischer Notwendigkeiten angesehen, waren im Weg, lästig.

Also brav mit 6 gelernt - aber nach zwei Monaten mit dem Lesebuch durch. Und dann alles, aber wirklich alles gelesen, was mir zwischen die Finger kam, sämtliche 5 Freunde, Detektiv Kim, Blitz (irgendein Rennpferd, dabei waren mir mit menschlichen Attributen ausgestattete Tiere immer ein Gräuel), die Arnoldkinder, Hanni und Nanni - und was weiß ich, was es damals noch an Serien gab. Das Kinderabteil der Stadtbibliothek war bald mal durch - und dann gab's andere Serien: SF-Romane, Western, Krimis, alle auf dickem, weichem Papier gedruckt und wohl von bescheidener Qualität. Und schließlich der (so mit 10 oder 12) endgültig vom harschen Bibliothekar erlaubte Gang zur Erwachsenenabteilung, wenn auch das Geliehene noch seiner Kontrolle unterlag. Da aber ahnunglos wandelte ich auf den Spuren des Sartreschen Autodidakten aus dem Ekel: Ich las alphabetisch. Artmann, Bernhard, Böll, Brecht, Camus, Dostojewski, Dürrenmatt usf. Wobei ich langsam zu begreifen begann, dass Literatur nicht bloß Geschichten erzählen oder Flucht aus der Realität bedeutet.

Mein erstes eigenes Buch war der Räuber Hotzenplotz (geschenkt), das erste selbst gekaufte ein Vampirroman (mit einer halbnackten Frau auf dem Umschlag - und ich weiß nicht, inwieweit mich das als 12jähriger bei meiner Kaufentscheidung beeinflusste). Und dann - aus Geldmangel - fast nur zitronengelbe Reclam: Studium der Klassiker am verrauchten Gasthaustisch, von Goethe bis Robbe-Grillet. Später viel auf Flohmärkten, in Antiquariaten - ziemlich bald war die Sammlung auf einige Tausend angewachsen. Und natürlich das sandhofersche Problem: Umzüge, bei denen es eine Unzahl Bananenkisten zu schleppen galt, meist wohnte ich in Bruchbuden auf dem Land, groß, baufällig (etwa eine aufgelassene Volksschule im hintersten Winkel) und vollgestopft mit Büchern. Zwischendurch habe ich immer wieder Bücher vor Umzügen verschenkt (insgesamt rund 2000), wobei ist feststellte, dass es selbst mit dem Verschenken schwierig ist: Kein Schwein interessiert sich für Bücher.

Mittlerweile wieder rund 6000, allüberall Regale, etwa die Hälfte Belletristik (nicht ganz), der Rest Fach- und Sachbücher, viel Naturwissenschaft, Philosophie, Germanistisches, Informatik. Bedauerlich: Übersicht und Ordnung sind v. a. im Sach- und Fachbuchbereich vollkommen verloren gegangen, ich weiß zwar meistens noch, wo sich manche Bücher ungefähr befinden, manches, von dem ich mit Sicherheit weiß es zu besitzen,  bleibt dann doch verschollen.

Ich kaufe noch immer billig, durcheinander, meistens spontan. Ein Projekt wie Sandhofer allerdings kann (und will) ich mir nicht leisten, angesichts der noch ungelesenen Bücher (Dostoevski würde der Schlag treffen oder sich schwer suizidgefährdet in Klausur begeben, um all das Ungelesene aufzuarbeiten) und des Wunsches, noch so manchen Philosophen intensiver zu lesen, habe ich versucht, mein Leben ein wenig entsprechend diesem Wunsch einzurichten. Was mit beachtlichen finanziellen Engpässen einher geht, sodass ich mir eine Herder-Gesamtausgabe nun nicht gönnen würde - und könnte (allerdings ist dieses mein Bedürfnis, Herders gesamtes Schrifttum hier zu wissen, als ohnehin eher gering anzusehen, vielmehr hätte ich statt der 20 Einzelbände Fontanes - wobei dann doch wieder einiges fehlt - eine entsprechende Gesamtausgabe).

So nebenbei: Ich vermute, dass eines der konstituierenden Merkmale einer Bibliothek ihre ewige Unvollständigkeit ist. Und - soweit sie im Privatbesitz sich befindet, ihre partielle Ungelesenheit.

lg

orzifar
Title: Re:Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 02. Januar 2011, 14.15 Uhr
Die 5 Freunde - ja. Dann aber vor allem Karl May. Mangels Stadt natürlich keine Stadtbibliothek. So bin ich bis heute ein Bibliotheksmuffel, jedenfalls privat. Für wissenschaftliches Arbeiten habe ich selbstverständlich Bibliotheken in Anspruch genommen.

Daneben bin ich natürlich auch noch heute dabei, die gelben Reclam durch gebundene Ausgaben zu ersetzen. Ich sortiere meine Bücher alphabetisch nach Autor und habe es zu oft erlebt, dass so ein kleines Reclamheftchen von zwei grossen Kollegen rechts und links buchstäblich zu Tode gefaltet wird.

Im übrigen soll man sich mein Projekt nicht riesig und teuer vorstellen. Ich begnüge mich ja normalerweise mit Leseausgaben. Historisch-Kritische Ausgaben sind wenige in meiner Sammlung. Und die, die's sind, sind eigentlich alle bei der WBG gekauft. Viele andere Werkausgaben habe ich ebenfalls bei Buchklubs erstanden. Vor Jahren gab's hierzulande einen, der sich ExLibris nannte. Die Firma gibt's immer noch, sie ist aber m.W. zu einer normalen Buchhandelskette mutiert. Ursprünglich fühlte sich diese Migros-Tochter einem kulturellen Auftrag verpflichtet, und so sind viele (damals) junge, literarisch ambitionierte Autoren, v.a. Schweizer, aber eben auch Werkausgaben - v.a. des Winkler-Verlags - in meine Hände gekommen. Daneben sind, wie gesagt, viele Werkausgaben antiquarisch für einen Appel und ein Ei zu haben. (Die Süddeutsche Zeitung hatte mal auf ihren Internetseiten einen fünfteiligigen Videoblog mit einem Antiquar aus Leidenschaft, der in einer Folge erzählte, wie er immer wieder potentielle Verkäufer abwehren musste, die Werkausgaben von Goethe oder Schiller aus der Jahrhundertwende verscherbeln wollten: "Vergessen Sie's! Kein Mensch kauft heute Goethe oder Schiller!" (Auch selber habe ich natürlich schon orzifars Feststellung machen müssen, dass niemand gebrauchte Bücher haben will - nicht einmal umsonst.)) Und selbstverständlich kaufe ich, als Dreiachtelsschwabe, nur Bücher, die ich dann auch lese. Sicher - von den 35 Bänden Herder werde ich nicht jeden mit derselben Aufmerksamkeit von Anfang bis Ende lesen. Aber ich werde jeden lesen. Entsprechend werden auch meine Neukäufe warten, bis ich mal mit Herder durch bin. 
Title: Re:Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 24. Januar 2011, 13.00 Uhr
Neulich habe ich mal in einem andern Forum den Leitstern meines Lesens und Sammelns folgendermassen beschrieben:

"Ich möchte die wichtigsten 1'000 oder 2'000 Bücher gelesen haben, die ein Mitteleuropäer deutscher Muttersprache gelesen haben sollte."

Ich hätte wissen müssen, dass das Wörtchen "sollte" Unfrieden stiften würde ...  :angel:
Title: Re:Man wird sich offenbar ...
Post by: orzifar on 27. Januar 2011, 17.43 Uhr
Neulich habe ich mal in einem andern Forum den Leitstern meines Lesens und Sammelns folgendermassen beschrieben:

"Ich möchte die wichtigsten 1'000 oder 2'000 Bücher gelesen haben, die ein Mitteleuropäer deutscher Muttersprache gelesen haben sollte."

Ich hätte wissen müssen, dass das Wörtchen "sollte" Unfrieden stiften würde ...  :angel:

Nunja, sollen würde ich auch nicht wollen ;) - aber ich vermute zu wissen, was du gemeint hast. Verlink doch mal die Diskussion.

lg

orzifar
Title: Re:Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 30. Januar 2011, 17.08 Uhr
Verlink doch mal die Diskussion.

Ach, das lohnt sich nicht. Es war ja dann gar keine, weil ich keine Zeit und Lust hatte für so was. "Sollen" ist für mich so was wie ein ethisch-moralische Verpflichtung. "Müssen" mag ich auch nicht wollen, aber "sollen" (und dazu noch im Konjunktiv) empfinde ich als Ansporn.  >:D
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: hawthorne on 14. Dezember 2011, 15.19 Uhr
Ich verstehe was du meinst, muss allerdings dazugestehen, dass ich bei manchen Werken angefangen habe und sie einfach nicht zu Ende bringen konnte. William Faulkner's The Sound and the Fury war zum Beispiel eines davon. Es bringt mir nämlich nichts, wenn ich mich durch ein Buch durchquälen muss und selber keinen Mehrwert daraus ziehe. Von der Ruhr Uni Bochum gibt es diesen Kanon der Weltliteratur (http://www.ruhr-uni-bochum.de/komparatistik/studium/paradigmen.html), einige davon habe ich schon gelesen, andere interessieren mich und ich würde sie gerne noch lesen.
Manchmal kann man ja auch schon im Internet mit Foxit (http://foxit-pdf-reader.soft-ware.net/download.asp) in Bücher hineinlesen. Wenn sie mir dann gar nicht zusagen, dann kaufe ich sie auch nicht. Insgesamt beläuft sich meine Sammlung so in etwa auf 400 Bücher, langsam geht mir auch der Platz aus...
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 15. Dezember 2011, 09.39 Uhr
Von der Ruhr Uni Bochum gibt es diesen Kanon der Weltliteratur (http://www.ruhr-uni-bochum.de/komparatistik/studium/paradigmen.html), einige davon habe ich schon gelesen, andere interessieren mich und ich würde sie gerne noch lesen.

Ja, diese Liste habe ich auch schon mal gesehen. Das Problem ist ja immer: Für einen Anfänger, auch für Fortgeschrittene, sind diese Listen ein guter Anhaltspunkt. Irgendwann erreicht man den Punkt, wo man sich fragt: Warum den und den andern nicht? Warum dieses Werk und nicht jenes? Warum eine Auswahl aus dem "Decamerone" - warum nicht das ganze? Etc., etc.
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: klara ka on 10. Januar 2012, 11.06 Uhr
Ach, wie ich euch beneide, mit euren mehrere tausend Bücher umfassenden Sammlungen! Ich komme mit meinen 300 Büchern im Regal gerade mal auf einen Bruchteil dessen, was ich gern hätte. Ich habe das "Problem", dass ich all die Bücher, die ich aus Bibliotheken geliehen hatte, auch gerne zuhause stehen hätte, mich dann im Buchladen eher für ein noch ungelesenes Werk entscheide, weil ich ja etwas verpassen könnte. So komme ich quasi nie dazu, tatsächlich all die gelesenen Bücher auf einen Blick vor mir zu haben (es klingt, so ausgeschrieben, plötzlich auch etwas einfältig, alle im Regal stehen haben zu wollen). Das Umzugsproblem ist mir aber dennoch vertraut. Nur weigere ich mich konstant, mich von Büchern zu trennen. Lieber fliegt irgend ein anderer Kram, wie Käsefondue (http://www.rakuten.de/raclette-und-fondue/kaesefondue-c59651/), raus, als dass ich eines meiner wenigen Bücher verschenke.

Klara
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: mombour on 10. Januar 2012, 13.28 Uhr
Hallo,

im Vergleich zu sandhofer und orzifar habe ich eine recht bescheidene Bibliothek, die man als Bibliothek gar nicht bezeichnen darf. Bei 2000 Büchern müsste in anbauen, aber das geht nicht, weil ich in einem Hochhaus wohne. So begnüge ich mich damit, viele Bücher zwar zu lesen, eine ganze Reihe davon aber bringe ich wieder los. Eine systhematischer Sammlerleidenschaft habe ich nicht, aber von meinen Lieblingsautoren,habe ich natürlich eine ganze Reihe. Wie orzifar schon bemerkte, eine Bibliothek wird immer unvollständig bleiben. In der Motivation, Bücher zu sammeln, steckt warscheinlich der Wunsch dahinter, man möge alle Bücher haben wollen, zumindest alle KLassiker oder alle guten Bücher. Man wird aber niefertig damit. ;D
Bücher begebnen mich, und verabschieden sich wieder von mir. Mit zunehmenden Alter gibt es auch Interesssenverschiebungen. das Leseverhalten, die Bücherauswahl ändert sich. Darum ist der Bücherschrank so wie das Leben. Ein Fluss, der immer ein Fluss ist, aber er fließt und fließt.

Ich kann da nicht mithalten, mit drei 3 oer 4 Jahren schon lesen. ich war kein Wunderkind und übermäßig viel habe ich als kleiner Bub auch nicht gelesen. Mein Lieblingsbuch war Michael Ende: Lukas der Lokomotivführer, dann natürlich Otfried Preußler, Enid Blyton, einige Karl Mays. Später Edgar Allan Poe und Hermann Hesse, das war damals in. Übermäßig viel habe ich aber nicht gelesen. Ich habe mehr Musik gehört. Mit dem "Fräulein von Scuderi" konnte ich damals nichts anfangen. das mussten wir für die Schule lesen. Max Frisch (Biedermann und die Brandstifter, Andorra) fand ich schon interesssanter, auch Ulrich Plenzdorf: "Die Leiden des jungen Wärter".  Beiden Autoren waren ebenso Schullektüre.

Liebe Grüße
mombour
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 10. Januar 2012, 16.22 Uhr
Hallo!

Oh - "mehrere Tausend" bringe ich auch nicht hin. Dafür müsste man wohl Uni-Professor sein, wie Eco. Oder zumindest Junggeselle, wie Kollege Köllerer  ;D (http://www.koellerer.net/). Aber "meine" Handbibliothek der Klassiker - das ist schon mein Traum.

Grüsse

sandhofer
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: Dostoevskij on 10. Januar 2012, 22.07 Uhr
Moin, Moin!

Ich lese seit zirka 2 Jahren vermehrt aus der Bibliothek entliehene Bücher. Die ich dann natürlich nicht zuhause im Regal vorfinde. Das wurmt mich nur bei den Autoren, denen ich mich besonders verbunden sehe. Der Wunsch, diese Bücher besitzen zu wollen, ist immer vorhanden. Beruhigend und deeskalierend die Tatsache, daß das dank Internet jederzeit möglich ist. Im Gegensatz zu mombour habe ich eine Sammelstrecke - die Bibliomanika, auf die ich nie und nimmer verzichten wollte. Meine private Bibliothek ist nicht als Studienbibliothek ausgelegt wie die des Wiener Freundes Christian Köllerer. Meine Intention besteht darin, ein Büch für eine Zweit- oder Drittlektüre vorrätig zu habe, einfach zum Regal gehen zu können, um es herauszugreifen. Lexika sind mir durch den Zugriff aufs Internet inwischen ziemlich schnuppe geworden.
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: BigBen on 11. Januar 2012, 08.11 Uhr
Oh - "mehrere Tausend" bringe ich auch nicht hin. Dafür müsste man wohl Uni-Professor sein, wie Eco. Oder zumindest Junggeselle, wie Kollege Köllerer  ;D (http://www.koellerer.net/).

Nachdem ich meine Bibliothek mit der oben genannten verglichen habe, mußte ich die Schätzungen (es existiert keine komplette Datenbank), wieviele Bände ich habe, deutlich nach oben korrigieren. Gegenwärtig sind es wohl so zwischen 6000 und 10'000.  >:D (Und das obwohl ich weder Uni-Professor noch Junggeselle bin.  ;) )
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 11. Januar 2012, 10.34 Uhr
Ja, Du ... Du hast ein schwarzes Loch, wo Du Deine Bibliothek unterbringen kannst ...  ;D
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: orzifar on 11. Januar 2012, 18.05 Uhr
Hallo,

bei mir sind's etwa 6000 (oder mehr, wie oben erwähnt), wobei ich auch Bibliotheken sehr stark frequentiere. Vor allem bei der Fachliteratur (die schon mal 100 und mehr Euro kostet) will ich nicht die Katze im Sack kaufen, lese also zuerst das entliehene Exemplar und kaufe es mir ev. bei Gefallen. Bei neuer Belletristik ähnlich (auch wenn sie erschwinglich wäre). Aber ich spüre mit dem Älterwerden ein Nachlassen des Interesses an Belletristik, bin andererseits über Leute wie Dostoevskij sehr froh, der sich der Mühe (die es für ihn nicht darstellt) unterzieht, Unmengen an Literatur zu konsumieren, weil ich daraus schon oft Anregungen gezogen habe.

Das Internet dient mir ebenfalls als eine Art Lexikonersatz, wobei ich manche dennoch oft zurate ziehe: Das "Handwörterbuch des Aberglaubens" (handlich ist das nicht mit seinen 10 Bänden, kleinbedruckt), den Kleinen Pauly (der große steht auf der Wunschliste), dazu kleinere Nachschlagewerke wie den Röhrich oder das Metzler-Philosophie- (bzw. Philosophen-)Lexikon. Dies schon deshalb, da ich während des Lesens den Computer meist ausgeschaltet habe. Bei den Nachschlagwerken ziehe ich oft auch meine antiquarischen Bücher heran: Drei verschiedene Ausgaben der Meyerschen Enzyklopädie aus dem 19. Jahrhundert, eine Bibliothek des Wissens von 1900 usf. Das sind auch Dinge, die man im Netz schwer findet, wenngleich es auch im Netz so wunderbare Dinge wie das Grimmsche Wörterbuch gibt: Hier (http://woerterbuchnetz.de/DWB/?lemid=GA00001).

lg

orzifar

p. s.: Ein Problem ist tatsächlich das der Unterbringung. Wenn ich nicht demnächst den Dachboden ausbaue (was sich auch aus anderen Gründen aufdrängt), muss ich meine Bücher in Bananenschachteln unterbringen  >:(
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: Dostoevskij on 11. Januar 2012, 19.44 Uhr
Moin, Moin!

lese also zuerst das entliehene Exemplar und kaufe es mir ev. bei Gefallen. Bei neuer Belletristik ähnlich (auch wenn sie erschwinglich wäre).

Diese Vorgehenweise eigne ich mir auch mehr und mehr an.

Quote
Aber ich spüre mit dem Älterwerden ein Nachlassen des Interesses an Belletristik,

Bei mir im Gegenteil. Durch die Nutzung der Bibliothek probiere und viel mehr und lese auch mal Bücher, die ich mir sonst nicht gekäuft hätte. Bzw. lese sie an und bei Bedarf weiter oder eben nicht. Dieser Zugewinn gefällt mir sehr.

Quote
Das Internet dient mir ebenfalls als eine Art Lexikonersatz, wobei ich manche dennoch oft zurate ziehe:


Eine kluge Verquickung aller Quellen ist wohl das Beste, was man tun kann. ;-)
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: orzifar on 11. Januar 2012, 20.21 Uhr
Hallo!

Quote from: orzifar
Aber ich spüre mit dem Älterwerden ein Nachlassen des Interesses an Belletristik,

Bei mir im Gegenteil. Durch die Nutzung der Bibliothek probiere und viel mehr und lese auch mal Bücher, die ich mir sonst nicht gekäuft hätte. Bzw. lese sie an und bei Bedarf weiter oder eben nicht. Dieser Zugewinn gefällt mir sehr.


diese Unterschiedlichkeit ist - in Verbindung mit dem Internet - einer der großen Vorzüge dieses Mediums: So kann jeder für sich einen Gewinn daraus ziehen. Und wenn wir beide auch nicht den gleichen Geschmack unser eigen nennen, so kann ich aus deinen Zitaten oder kurzen Erwähnung oft zwischen den Zeilen (und wie sich im nachhinein oft herausgestellt hat - richtig zwischen den Zeilen) lesen, was denn von dieser Literatur auch ich einmal versuchen könnte.


Quote from: orzifar
Das Internet dient mir ebenfalls als eine Art Lexikonersatz, wobei ich manche dennoch oft zurate ziehe:


Eine kluge Verquickung aller Quellen ist wohl das Beste, was man tun kann. ;-)

Du hast im Klassikerforum von Menschen gesprochen, die sich dem Netz fast vollständig verweigern: Eine solche Verweigerungshaltung (prinzipieller Natur) ist m. E. eine Form der Dummheit und Ignoranz. Das Internet bietet so unglaublich viele Möglichkeiten, dass es für einen einigermaßen aufgeschlossenen Menschen eine Selbstverständlichkeit sein sollte, diese Möglichkeiten auch zu nutzen. Natürlich stecken hier auch Gefahren (wie bei jeder Technologie), das Abgleiten in eine Art Suchtverhalten gibt es beim Fernsehen ebenso wie im Netz. Und man kann natürlich auch zum Schluss kommen, dass es besser ist, auf das eine oder andere Medium Verzicht zu leisten. Sich aber aus Prinzip zu verweigern ist einfach engstirnig.

Mir selbst macht das Netz, die Informatik, das Programmieren (um seiner selbst willen) einfach Spaß, so wie ich ja auch Literatur ("schwere" Literatur), Philosophie aus reiner Freude lese - einfach weil Denken Spaß macht. Ich hatte Freude an meiner ersten Website, an meinem ersten Javascript, an einer richtig angesprochenen Datenbank - so wie Kinder Freude am Spielen mit Matador haben, wenn sich da etwas bewegt, die Dinge einigermaßen das tun, was man von ihnen verlangt. (Vor ein paar Tagen etwa ist mir die Idee zu einem rekursiven Algorithmus der Quadratwurzelberechnung gekommen, der wundersamer Weise auch perfekt funktionierte. Natürlich ist das so notwendig wie der sprichwörtliche Kropf, aber es macht einfach Spaß, etwas selbst zu machen. Das ist wohl eine Form der Kindlichkeit, aber eine, die das Leben interessant, schön macht.)

lg

orzifar
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: Dostoevskij on 11. Januar 2012, 21.38 Uhr
Moin, Moin!

Und wenn wir beide auch nicht den gleichen Geschmack unser eigen nennen, so kann ich aus deinen Zitaten oder kurzen Erwähnung oft zwischen den Zeilen (und wie sich im nachhinein oft herausgestellt hat - richtig zwischen den Zeilen) lesen, was denn von dieser Literatur auch ich einmal versuchen könnte.

Das ist schön, weil Sinn der Chose. Aber wenn du sagst "nicht den gleichen Geschmack" klingt das nach generellem und grundlegendem Unterschied zwischen unseren Lesevorlieben. SO verschieden hatte ich das nicht gedacht.

Quote
Du hast im Klassikerforum von Menschen gesprochen, die sich dem Netz fast vollständig verweigern: Eine solche Verweigerungshaltung (prinzipieller Natur) ist m. E. eine Form der Dummheit und Ignoranz.

Was mich ja verblüfft, ist die Vermutung, daß es keine bewußte Verweigerung ist, sondern daß diese Intellektuellen so gestrickt sind, daß sie nicht zu erkennen vermögen, daß und wie das Netz als Erweiterung dienen kann. Undf das spricht für ein Leben jenseits der Gegebenheiten. Ähnlich, dessen bin ich mir sicher, existieren Politiker ab einem gewissen Level in einer anderen Sphäre. Wulff läßt grüßen. Die erkennen einfach nicht mehr, was Phase ist.

Quote
Sich aber aus Prinzip zu verweigern ist einfach engstirnig.

Ich habe einen Freund, der sich dem Internet komplett verweigert. Er geht halt arbeiten und liest in seiner Freizeit Zeitung und Sachbücher, hört Radio, betätigt sich politisch und geht in die Kneipe. Das geht auch. Und ich kann nicht sagen, daß ihm Wesentliches abgeht. ER ist so zufrieden.

Quote
Ich hatte Freude an meiner ersten Website, an meinem ersten Javascript, an einer richtig angesprochenen Datenbank - so wie Kinder Freude am Spielen mit Matador haben, wenn sich da etwas bewegt, die Dinge einigermaßen das tun, was man von ihnen verlangt. (Vor ein paar Tagen etwa ist mir die Idee zu einem rekursiven Algorithmus der Quadratwurzelberechnung gekommen, der wundersamer Weise auch perfekt funktionierte.

Das bestaune ich immer wieder. Hätte ich die Fähigkeiten, hätte ich mein Bücherlei weitergeführt, unter professionelleren Prämissen, und wäre nicht eingeknickt, weil es mir an einem CMS mangelt.
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: orzifar on 12. Januar 2012, 00.00 Uhr
Das ist schön, weil Sinn der Chose. Aber wenn du sagst "nicht den gleichen Geschmack" klingt das nach generellem und grundlegendem Unterschied zwischen unseren Lesevorlieben. SO verschieden hatte ich das nicht gedacht.

nein, das scheint falsch angekommen zu sein. Ich glaube, dass unsere Schnittmenge wohl rund 80 % beträgt, dass wir also bei den meisten Schriftstellern in der Beurteilung konform gehen würden. Was uns sicher sehr viel stärker unterscheidet ist der Umgang mit Literatur: Mir ist es enorm wichtig, über Bücher zu schreiben, zu diskutieren, dir ist sehr viel mehr an einer Art tabellarischen Aufbereitung gelegen. Ich wünsche mir, dass ich keines der gelesenen Bücher vergesse (selbst wenn sie zu vergessen sind), möchte in irgendeiner Form eine Art "Erkenntnisgewinn" aus der Literatur, dem Lesen (Leben) erzielen. Du hast mal geschrieben, dass es dich nicht weiter stört, wenn du den Inhalt der gelesenen Bücher vergisst, ich möchte mir dies für mein Alter aufheben ;). Ich sage dabei nicht, dass das eine besser als das andere ist, aber es sind doch wohl unterschiedliche Herangehensweisen.

Das andere, in meinem Hinterkopf Spukende, ist natürlich deine Hesse-Liebe (die du aber einmal relativierend als eine nostalgische Beziehung bezeichnet hast: Dann würde ich sie sehr viel besser verstehen, da ich ja selbst jede Zeile von Hesse gelesen habe - das meiste mindestens zweimal). Ansonsten neige ich bei solchen Vorlieben dazu, ein kleines Esoterik-Schublädchen zu öffnen und den Betreffenden auf diese Weise zu katalogisieren. Nicht immer ganz redlich :).


Quote from: orzifar
Ich hatte Freude an meiner ersten Website, an meinem ersten Javascript, an einer richtig angesprochenen Datenbank - so wie Kinder Freude am Spielen mit Matador haben, wenn sich da etwas bewegt, die Dinge einigermaßen das tun, was man von ihnen verlangt. (Vor ein paar Tagen etwa ist mir die Idee zu einem rekursiven Algorithmus der Quadratwurzelberechnung gekommen, der wundersamer Weise auch perfekt funktionierte.

Das bestaune ich immer wieder. Hätte ich die Fähigkeiten, hätte ich mein Bücherlei weitergeführt, unter professionelleren Prämissen, und wäre nicht eingeknickt, weil es mir an einem CMS mangelt.

Das verstehe ich nun gar nicht. Warum sollte ein nachweislich intelligenter Mensch wie du nicht fähig sein, sich programmiertechnische Fertigkeiten anzueignen??? Allerdings ist's manchmal viel Arbeit, die ärgernde und alles zerstörende Code-Zeile zu finden, aber (wie erwähnt): Es macht einfach auch Spaß. Man muss vielleicht ein kindisch-kindlicher Typ sein, um sich auch an kleinen Erfolgen erfreuen zu können. Aber an den "Fähigkeiten" deinerseits kann es sicher nicht liegen, im Zweifelsfall nimmt man eben ein vorgefertigtes CMS und versucht sich dort einzuarbeiten. Braucht manchmal soviel Geduld wie selbst programmieren. Bei letzterem das Schöne: Der Weg ist das Ziel, was nun allerdings bedeuten kann, dass man dieses nicht wirklich erreicht :).

lg

orzifar
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: Dostoevskij on 12. Januar 2012, 07.29 Uhr
Hallo orzifar und die anderen!

@orzifar

Vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen. Ich sehe, daß meine Einschätzung durch sie gedeckt werden. Du hast recht. Meine Art der Rezeption ist wenig analytisch, vielmehr konsumptiv, sammelnd. Ich lese Bücher, erfreue mich an gelungenen Passagen, poste sie dann auch, lese diese "Fundstücke" darüber hinaus wieder und wieder, behalte von Büchern der Menge wegen oft nur einen Gefühlseindruck übrig. Es rauscht bei mir also im Gegensatz zu dir, der du in die Tiefe lotest. Ich weiß, daß ich mehr widerständige Literatur lesen müßte. Ab und zu beim Lesen auch schwitzen.

ad Hesse: Tja, was soll ich sagen. Erklär den anderen doch mal Liebe! Es ist ein existenzielles Zuhause- und Beheimatetsein. Warum sollte ich das aufgeben?

ad CMS: Alle Ansätze dahingehend scheiterten bisher. Es ist nicht so, daß ich nichts probiert hätte. Viel klügere Leute als ich, die ebensowenig Ahnung davon haben, beauftragten mit dieser Problematik einfach einen Dienstleister, bezahlten ihn und sind froh. Dem steht dann doch mein Geiz gegenüber und meine Unbeständigkeit. Die 16 Jahre, die meine Webseite nun besteht, waren ein einziges Auf und Ab, dazu und weg...

Quote
Du hast mal geschrieben, dass es dich nicht weiter stört, wenn du den Inhalt der gelesenen Bücher vergisst, ich möchte mir dies für mein Alter aufheben ;).

LOL
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: orzifar on 12. Januar 2012, 21.40 Uhr
Hallo!

@orzifar

Vielen Dank für deine ausführlichen Erläuterungen. Ich sehe, daß meine Einschätzung durch sie gedeckt werden. Du hast recht. Meine Art der Rezeption ist wenig analytisch, vielmehr konsumptiv, sammelnd. Ich lese Bücher, erfreue mich an gelungenen Passagen, poste sie dann auch, lese diese "Fundstücke" darüber hinaus wieder und wieder, behalte von Büchern der Menge wegen oft nur einen Gefühlseindruck übrig. Es rauscht bei mir also im Gegensatz zu dir, der du in die Tiefe lotest. Ich weiß, daß ich mehr widerständige Literatur lesen müßte. Ab und zu beim Lesen auch schwitzen.

Entscheidend für mich: Ich schwitze gern - und um wirkliche Freude am Lesen haben zu können, brauche ich ein Mindestmaß an Transpiration.

Aber: Keiner muss müssen, wie Lessing schon einem Derwisch zu erklären versuchte ;). Entscheidend ist ja, wie viel Zufriedenheit einem aus dem Lesen erwächst. Diese verhält sich bei mir direkt proportional zu den schon apostrophierten Schweißperlen.

ad Hesse: Tja, was soll ich sagen. Erklär den anderen doch mal Liebe! Es ist ein existenzielles Zuhause- und Beheimatetsein. Warum sollte ich das aufgeben?

Ich versteh das durchaus, da ich mit Siddartha und Goldmund lustgewandelt bin im zarten Alter von 16 Jahren. Aber Jugendlieben haben es häufig an sich, dass man sie aus einer gewissen Entfernung (zeitlicher Natur) mit mehr Skepsis betrachtet, etwas, das sich nicht ausschließlich auf Bücher beziehen muss. Beim letzten Besuch in meiner Heimatstadt habe ich ein solches nicht-literarisches Exemplar der Verehrung getroffen - und bin anschließend in mich gegangen, um zu ergründen, warum ich ausgerechnet dieser Dame so viele schlaflose Nächte gewidmet habe (nebst - ich war noch seeeehr jung - einigen lyrischen Ergüssen).


ad CMS: Alle Ansätze dahingehend scheiterten bisher. Es ist nicht so, daß ich nichts probiert hätte. Viel klügere Leute als ich, die ebensowenig Ahnung davon haben, beauftragten mit dieser Problematik einfach einen Dienstleister, bezahlten ihn und sind froh. Dem steht dann doch mein Geiz gegenüber und meine Unbeständigkeit. Die 16 Jahre, die meine Webseite nun besteht, waren ein einziges Auf und Ab, dazu und weg...

Es ist halt wirklich viel Arbeit. Oft mehr Arbeit als das Bereitstellen der Informationen. Nur an den "Fähigkeiten" liegt's sicher nicht.

Ich habe mich auch hier (bezüglich der Hauptseite) mit der Idee getragen, dies alles selbst zu machen. Sandhofer, älter und klüger als ich, hat schließlich pragmatisch gehandelt und WordPress installiert, womit er Recht hatte. Wenn's denn mehr sein soll als eine Spielerei ist's einfach viel, viel Arbeit.

Quote from: orzifar
Du hast mal geschrieben, dass es dich nicht weiter stört, wenn du den Inhalt der gelesenen Bücher vergisst, ich möchte mir dies für mein Alter aufheben ;).
LOL

:) - wobei: Die beste Ehefrau von allen ist immer öfter der Ansicht, dass ich durchaus an dieser Alterserscheinung partizipiere - auf pragmatisch-spezifische Art, indem ich vergesse (sie meint pejorativ: ignoriere), was ich denn für das allgemeine Familienwohl manchmal zu erledigen verpflichtet sei, während ich - bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten - Horaz im Original zu zitieren vermöchte. So gesehen (denn hier zu widersprechen würde ich keinesfalls wagen) habe ich schon heute (im ohnehin bereits fortgeschrittenen Alter) Anteil an der mir in Zukunft zukommenden Dosis Alzheimer, obschon mein Kleiner, an ein vor mehreren Tagen getanes Versprechen erinnert, durchaus gegenteiliger Ansicht zu sein pflegt: "Papaaaa, kannst du nicht irgendwann irgendwas mal vergessen?? Tu ich doch auch ..."

Aber dies sind Niederungen der Familienlebens, die du für dich (soweit ich weiß) bislang zu vermeiden wusstest. Und ich wüsste diesbezüglich nicht, ob man das ändern soll: Schon Doderer meinte, dass es unglaublich schwer sei, jemandem fundamental zu raten (der Stangeler dem Eichkater?? *glaub*).

lg

orzifar
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: Dostoevskij on 13. Januar 2012, 01.36 Uhr
Moin, Moin!

Entscheidend ist ja, wie viel Zufriedenheit einem aus dem Lesen erwächst. Diese verhält sich bei mir direkt proportional zu den schon apostrophierten Schweißperlen.

Bei mir ist es die Freude, den Stift zücken und eine Fundstelle anstreichen zu können. Dann schnurre ich wie eine Katze.

Quote
Aber Jugendlieben haben es häufig an sich, dass man sie aus einer gewissen Entfernung (zeitlicher Natur) mit mehr Skepsis betrachtet, etwas, das sich nicht ausschließlich auf Bücher beziehen muss.

In Sachen Hesse war ich nicht mehr Jugendlicher, als ich ihn schätzen lernte. Als Erwachsener begegnete ich seinem Eigensinn und seine Unzufriedenheit, die mich täglich noch belästigt und an ihn erinnert.

Quote
Ich habe mich auch hier (bezüglich der Hauptseite) mit der Idee getragen, dies alles selbst zu machen. Sandhofer, älter und klüger als ich, hat schließlich pragmatisch gehandelt und WordPress installiert, womit er Recht hatte. Wenn's denn mehr sein soll als eine Spielerei ist's einfach viel, viel Arbeit.


Aber das Forum selbst ist wieder eine eigene Software, oder?
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habe ich schon heute (im ohnehin bereits fortgeschrittenen Alter) Anteil an der mir in Zukunft zukommenden Dosis Alzheimer, obschon mein Kleiner, an ein vor mehreren Tagen getanes Versprechen erinnert, durchaus gegenteiliger Ansicht zu sein pflegt: "Papaaaa, kannst du nicht irgendwann irgendwas mal vergessen?? Tu ich doch auch ..."

 ;D
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 13. Januar 2012, 07.39 Uhr
Hallo zusammen!

Sandhofer, älter und klüger als ich,

"Fauler", hätte meine Frau gesagt ...  ;D

Eigentlich wollte ich keine Blogging-Software installieren; aber mir ging es ähnlich wie Dostojewskij: zu faul und zu wenig motiviert, um mich in ein CMS einzuarbeiten. Und meine html-Tage liegen auch schon weit zurück ... (Es gab mal Zeiten - aber da war html noch Pipifax - da konnte ich eine Seite html einfach so 'runterschreiben. Tempi passati ...)

Aber das Forum selbst ist wieder eine eigene Software, oder?

Ja. Was zu gewissen Koordinationsproblemen betr. Startseite führte. Und so ist die alte, provisorisch gemeinte, halt gleich die neue geblieben und man wird von dort aufs Blog weitergeleitet, wo dann der Link ins Forum steht.

Zu Hesse kann ich wenig sagen. Ich habe ihn relativ spät kennen gelernt, durch die Lektüre des "Peter Camenzind" im Gymnasium. Ich erinnere mich v.a. an ein lächerlich imitiertes Schweizerdeutsch. So war Hesse für mich schon so ziemlich unten durch, als ich dann in der Bibliothek meines Vaters den "Knulp" in die Hände bekam. Was interessieren einen Teenager die Eheprobleme seiner Grossväter? Wohl habe ich dann sehr vieles von ihm noch gelesen, den "Steppenwolf" und das "Glasperlenspiel" sogar zwei- oder dreimal. Aber im Moment drängt es mich nicht zu Hesse.

Meine literarische "Jugendliebe", meine erste Liebe überhaupt sozusagen, war Karl May. Den ich heute noch für einen besseren Autor halte, als es die meisten (inkl. MRR) wahr haben wollen. Er hätte, wäre er nicht ein armer, verwirrter Prolet gewesen, wie Bloch meinte, der deutsche Balzac werden können. Das ist zwar immer noch nicht viel, aber mehr als ein pseudologischer Trivialautor wäre dringelegen.

Grüsse

sandhofer
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: Dostoevskij on 13. Januar 2012, 09.53 Uhr
Moin, Moin!


Sandhofer, älter und klüger als ich,

"Fauler", hätte meine Frau gesagt ...  ;D

Synonyme.

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Eigentlich wollte ich keine Blogging-Software installieren; aber mir ging es ähnlich wie Dostojewskij: zu faul und zu wenig motiviert, um mich in ein CMS einzuarbeiten. Und meine html-Tage liegen auch schon weit zurück ... (Es gab mal Zeiten - aber da war html noch Pipifax - da konnte ich eine Seite html einfach so 'runterschreiben. Tempi passati ...)

Meine rudimentäre HTML-Kenntnisse stammen aus Zeiten, in denen ich mir einiges angelesen und durch die Quelletexte anderer Webseiten beigebracht hatte, was mich befähigte, meine kleine Webseite mit vorwiegend Textinhalt zu basteln. Heute muß ich mir mit Copy & Paste behelfen, wenn ich neue Seiten kreiere und bestimmte Codes benötige. Eine zeitlang war ich gänzlich in Wikis vernarrt. Schon beim Aufspielen der Wordpress-Software auf meinen Webspace bin ich dann gescheitert.

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Wohl habe ich dann sehr vieles von ihm noch gelesen, den "Steppenwolf" und das "Glasperlenspiel" sogar zwei- oder dreimal. Aber im Moment drängt es mich nicht zu Hesse.

Für mich spielen die Werke, die landläufig als "der Hesse" betrachtet werden, keine Rolle. Ich lese seine bibliomanen Sachen, seine essayistischen, betrachtenden Schriften und vor allem auch die Briefe - er war ja einer der großen Briefeschreiber des 20. Jahrhunderts.

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Meine literarische "Jugendliebe", meine erste Liebe überhaupt sozusagen, war Karl May. Den ich heute noch für einen besseren Autor halte, als es die meisten (inkl. MRR) wahr haben wollen. Er hätte, wäre er nicht ein armer, verwirrter Prolet gewesen, wie Bloch meinte, der deutsche Balzac werden können. Das ist zwar immer noch nicht viel, aber mehr als ein pseudologischer Trivialautor wäre dringelegen.

Karl May ist zu 100% an mir vorbeigegangen, obwohl er in meiner Jugend, die in den 80 Jahren stattfand, soweit ich weiß, schon wieder einigermaßen rehabilitiert gewesen sein muß, oder?

An typischen Kinder- und Jugendbüchern las ich sehr wenig, auch nicht, was in der DDR so "in" war, z.B. Die Söhne der Großen Bärin (http://de.wikipedia.org/wiki/Die_S%C3%B6hne_der_Gro%C3%9Fen_B%C3%A4rin). Auch die Digedags (http://de.wikipedia.org/wiki/Digedags) u.v.m. "Typische" erreichte mich nicht, einfach weil ich mit anderem blockiert war - siehe unten.

Mein Hinwendung zur Literatur erfolgte erst ab dem 17./18. Lebensjahr. Vorher las ich ausschließlich Religiöses: Hagiografien, Traktätchen, Mystiker (Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Seuse usw.) und vorrangig die Bücher meiner Sekte, in der ich lebte. Literatur initiiert wurde ich durch die Russen. Mit 20 Jahren, als ich als Theologieaspirant ins Seminar einzog, fing ich an, mehr und systematischer zu lesen, dank auch einer hervorragenden Bibliothek, die, weil wir sozusagen in einer westdeutschen Enklave innerhalb der DDR leben durften, komplett mit allem bestückt war, was uns in der DDR größtenteils verwehrt war: Frisch, Dürrenmatt, Böll, Walser, Grass, Bachmann usw. usf. Es war der Himmel auf Erden.
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: mombour on 13. Januar 2012, 13.55 Uhr
Aber ich spüre mit dem Älterwerden ein Nachlassen des Interesses an Belletristik,

Ich scheine auch allmählich in diese Spur zu rücken. Im Dezember habe ich keine Rezension zu Stande gebracht, irgendwie geht der Saft raus. Dafür schreibe ich lieber selbst und begeistere mich eben auch für so manches Sachbuch. Die Lektüre von António R.Damásio hat mich begeistert
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: Anita on 13. Januar 2012, 18.40 Uhr
Aber ich spüre mit dem Älterwerden ein Nachlassen des Interesses an Belletristik,

Ich scheine auch allmählich in diese Spur zu rücken. Im Dezember habe ich keine Rezension zu Stande gebracht, irgendwie geht der Saft raus. Dafür schreibe ich lieber selbst und begeistere mich eben auch für so manches Sachbuch. Die Lektüre von António R.Damásio hat mich begeistert

Bei mir ist auffallend, dass ich keine Biographien mehr zuende bringe. Das Interesse verliert sich mit den Seiten und irgendwann schlage ich das Buch zu und es landet im Regal. Ansonsten habe ich derzeit so eine triebhafte Lust mich durch die Neuerscheinungen der Belletristik zu wühlen, ohne Kosten abgesehen der Vorbestellungs-Kosten. Ich bin jetzt leidenschaftliche Bibliotheksbesucherin, wohl ein Nachholbedürfnis. Auch kann man bei Nichtgefallen prima den Buchdeckel schließen, und braucht sich nicht zu ärgern. Bewährte Klassiker lese ich mit Genuss und Muse, da lasse ich mir enorm viel Zeit. Auch so eine Entwicklung der letzten Jahre.

LG
Anita
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: Dostoevskij on 13. Januar 2012, 19.04 Uhr
Moin, Moin!

Ansonsten habe ich derzeit so eine triebhafte Lust mich durch die Neuerscheinungen der Belletristik zu wühlen, ohne Kosten abgesehen der Vorbestellungs-Kosten. Ich bin jetzt leidenschaftliche Bibliotheksbesucherin, wohl ein Nachholbedürfnis. Auch kann man bei Nichtgefallen prima den Buchdeckel schließen, und braucht sich nicht zu ärgern.

So do I. So bekomme ich Zugang zu Büchern, die ich früher erst viele Jahre später lesen konnte, wenn nämlich die Taschenbuchausgabe antiquarisch meinen Erwerbshorizont erreicht hatte (< 5.- inklusive Versand). Bin schon froh, so den nun berühmten Fallada (Jeder stirbt für sich allein)  gelesen zu haben, Schischkins "Venushaar", Tellkamps "Turm" oder zuletzt die fulminante Schalansky.
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 14. Januar 2012, 15.33 Uhr
Ansonsten habe ich derzeit so eine triebhafte Lust mich durch die Neuerscheinungen der Belletristik zu wühlen, ohne Kosten abgesehen der Vorbestellungs-Kosten.

Bekennender Nicht-Bibliotheken-Benutzer, der ich bin (als Student natürlich, ja - für Fachliteratur, die man nur für ein einziges Zitat benötigt, lohnt sich ja der Kauf nicht, abgesehen vom schmalen Budget eines Studenten), kann ich nicht nur den Bibliotheken-Teil nicht nachvollziehen ...  :D

Neuerscheinungen reizen mich seit mindestens anderthalb Jahrzehnten kaum mehr. Wenn ich dann doch mal etwas Aktuelles kaufe, endet es in den meisten Fällen mit der zu erwartenden Enttäuschung. Zuletzt Melinda Nadj Abonji mit "Tauben fliegen auf" ... Mich interessieren die Liebes- und Familiennöte spätpubertierender Autorinnen nicht (mehr). Genausowenig wie die Liebesnöte von in Teenager verliebten Greisen. Der alte Goethe wurde ja zu Recht von jenem jungen Mädel abgewiesen. Und er hat zu Recht keinen Roman darüber verfasst, sondern jene wunderschönen Gedichte, die "Marienbader Elegien".
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: wanderer on 01. März 2012, 10.58 Uhr
Seit meiner Kindheit habe ich immer viel gelesen. Eine wunderbare und einsame Sommer in meiner Heimatsstadt Turin erinnere ich immer gern: ich war 12jähriger und jeder Tag lies ich drei Bücher, damals war Emilio Salgari mein bevorzugte Autor und ich hörte dabei klassische Musik. Sicher war es ein bisschen seltsam: ein sehr angenehme Eindruck  ist trotzdem in Erinnerung geblieben. In jede Zeit habe ich auch mir auf verschiedenen Gründen ein Lesenverbot gegeben. Meine Familie hatte eine sehr bestimmte Vorstellung bezüglich die Note, die ich in der Schule erreichen sollte und die Widmung zur Lektüre sollte ich erst nach dem Lernen ausüben. Später an der Uni dachte ich, dass die Lektüren während des Studiums der Physik mich abgelenkt hätten. Zwei Jahre lang habe ich mich gezwungen, keine Literatur oder Philosophie zu lesen. Als ich zu arbeiten begann und in Philosophie an der Uni mich einschreiben konnte, habe ich viele Bücher wieder gelesen auch wenn mit Beschränkung an der Bereich Philosophie oder Fachbücher der bezüglich. Meine Hausbibliothek ist immer reicher geworden.

Gab es Periode mit langer Krankheit, in dem ich das Lesen sehr intensiv genossen habe. Einmal habe ich 83 Bücher in drei Monate lesen können und dabei war die ganze „Recherche“, die ich zwei male lies und aus der ich mir Notizen aufschrieb.

Mein Nachteil ist, nur in Einsamkeit kann ich mich am besten konzentrieren. Und wenn ich in Arbeit sehr tief versunken bin, die Probleme der Arbeit bleiben bei mir Tag und Nacht und keine Konzentration mehr möglich ist. Außerdem ich arbeite schon immer mit Bücher: ich forsche  und die Bücher sind meine Werkzeugen. Lesen als Genuss ist anders.

Intensität spüre ich noch immer: sicher seltener und nur bei Autoren, die ich mir sehr nahe fühle. Vor zwei Jahren habe ich Thomas Bernhard entdeckt und durch den Forum Heimito von Doderer.

Jetzt befinde ich mich in Zeit des Trauerns. Die Person, die mir am wichtigste war ist nicht mehr da. Alles hat sein Sinn verloren. Ich kann das Forschen nicht mehr ertragen und auch das Lesen wird leer von Bedeutung. Habt ihr auch wegen der Tod einer geliebten Mensch so reagiert oder habt ihr ein Trost bei Lesen euch gewinnen? Diese Frage und Euer Antwort liegen mir zurzeit sehr besonders am Herzen. Ich danke in voraus, wer sie beantworten wird.
LG
wanderer
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: sandhofer on 02. März 2012, 09.37 Uhr
Hallo!

Jetzt befinde ich mich in Zeit des Trauerns. Die Person, die mir am wichtigste war ist nicht mehr da. Alles hat sein Sinn verloren. Ich kann das Forschen nicht mehr ertragen und auch das Lesen wird leer von Bedeutung. Habt ihr auch wegen der Tod einer geliebten Mensch so reagiert oder habt ihr ein Trost bei Lesen euch gewinnen?

Das tut mir leid zu hören. Ich denke nicht, dass Lesen in der Zeit des Trauerns Trost bieten kann. Jedenfalls ging es mir so, dass in der ersten Phase der akuten Trauer dies nicht funktionierte. Da war Musik der bedeutend bessere Trost. Aber das Lesen ist wiedergekommen.
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: mombour on 02. März 2012, 14.49 Uhr
Hallo wanderer,

Es ist sehr schmerzhaft, einen lieben Menschen zu verlieren, denn das Leben ist ein kostbares Geschenk. Du hast mein Mitgefühl. In solch einer Situation ginge Lesen bei mir gar nicht, da die Konzentration erstmal dahin ist. Eine Hilfe ist, über die Trauer selbst zu schreiben. Ich meine jetzt keine großartige Literatur, sondern nur für sich selbst. Egal was dir da einfällt. Alle Emotionen auf das Papier, alle Gedanken, Assoziationen usw. Besser vielleicht  noch ist eine Aussprache mit einem  guten Freund o.ä. In solch einer Phase vertraute Menschen um sich zu haben, ist sehr unterstützend. REDEN darüber ist das wichtigste. Lesen in einer Trauersituation ist dann doch ein einsameres Geschäft. Ich würde, auch wenn lesen sonst ganz schön ist, eher damit pausieren. Ich wünsche dir viel Kraft, und du wirst die schönen Erinnerungen an diesen Menschen in Zukunft in dir tragen, diese Erinnerungen, das wünsche ich mir für dich, werden die Leere, die du jetzt spürst, vertreiben.

Liebe Grüße
mombour
Title: Re: Man wird sich offenbar ...
Post by: wanderer on 03. März 2012, 08.25 Uhr
Hallo sandhofer  und mombour.

Danke, dass ihr meine Frage beantwortet habt und auf mögliche Auswege mich hingewiesen habt. Lesen, Denken, in allgemein intellektuelle Tätigkeiten helfen also in solcher Situation niemandem. Es ist schon gut, um mich nicht zu seltsam und ohne Kraft zu fühlen.

LG
wanderer