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Lektüren, Rezensionen => Gerade am Lesen ... => Topic started by: sandhofer on 01. September 2010, 20.26 Uhr
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Hallo
Der nächste Lem also ....
Ich werde morgen oder übermorgen beginnen ... :)
Ich habe heute mit dem Vorwort begonnen - könnte zäh werden ;)
Habe auch begonnen. Ich fürchte, Du hast Recht. :o
Grüsse
sandhofer
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Hallo
Der nächste Lem also ....
Ich werde morgen oder übermorgen beginnen ... :)
Ich habe heute mit dem Vorwort begonnen - könnte zäh werden ;)
Habe auch begonnen. Ich fürchte, Du hast Recht. :o
Nix gegen de Saussure (immerhin ein Landsmann von mir und aus einer altehrwürdigen Gelehrtenfamilie), aber: Langue und Parole zur Untersuchung von literarischen Texten? Und das Sender-Empfänger-Modell noch dazu? Mir schwant Schlimmes. Ich meine: Das Evolutionsmodell auf die technische Entwicklung angewendet, halte ich schon für fragwürdig, aber das ist immerhin amüsant. Aber was ist das denn nun? Ich tendiere nachgerade zur Vermutung, Lem ist nur als "Schöngeist" geniessbar, als Theoretiker und Analytiker taugt er nichts. (Versteckt das aber hinter einer "gelehrten" Sprache.) Also das genaue Gegenteil von Eco.
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Lem irritiert mich. Zuerst dachte ich, ich lese lese ihn ganz langsam und sorgfältig, um seine Argumente nachvollziehen zu können. Irgendwie kam Langeweile auf. Also las ich schnell, in der Hoffnung, die Zusammenhänge besser erfassen zu können. Nun will mir wieder, wie schon beim ersten gemeinsam gelesenen Text, scheinen, dass er sich 5 Kapitel später widerspricht. Zuerst versucht er die Literatur informationstheoretisch zu erfassen, ein paar Seiten später erklärt er diesen Versuch für Unsinn ...
Liegt es vielleicht daran, dass ich die zweite Auflage lese, in der Lem nach eigener Aussage einiges korrigiert hat? (Ich sage nicht: verbessert.)
Nebenbei: Meine Ausgabe ist wieder eine vom Verlag "Volk und Welt" aus der DDR. © 1988. Entspricht der Insel-Ausgabe von 1983. Miserables Papier - so was hatte der Rowohlt Verlag 35 Jahre früher. Holzhaltig. Dunkelbraun vergilbt. Na ja - ein bisschen wie der Inhalt ... >:D
Jetzt bin ich frustriert. Ich werde mich mal mit Jean Pauls Unsichtbarer Loge trösten gehen ... :)
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Mich drückt schon das Gewissen bezüglich der Leserunde, aber die Lektüre quält mich allzu sehr. Die Idee in der Summa, die Bioevolution mit der technischen Entwicklung zu vergleichen, fand ich originell - und z. T. auch gut gelöst. Mit den dort ohnehin erwähnten Abstrichen.
Das hier - ich weiß nicht, was das wirklich soll. Irgendwas vermag man über ein Buch ja immer zu schreiben - hier aber?? Ich brauch eine Pause, dringend, und ich werde - wenn überhaupt - dann ganz neu beginnen. Literaturtheorien haben es bei mir ohnehin schwer und diese ist nicht dazu angetan, diese Abneigung zu kurieren. Vielleicht wäre Phantastik und Futurologie die bessere Lösung gewesen, wobei ich auch die Unkenntnis eingestehen muss, dass es sich bei der Philosophie des Zufalls um eine literaturtheoretische Auseinandersetzung handelt.
Die zweite Leserunde nach dem Groschenroman-Zola, bei dem ich um einen Dispens einkommen muss.
lg
orzifar
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Kein Problem. Ich weiss auch noch nicht, ob ich zu Ende lese. Ich werde bei Gelegenheit hier ein paar Worte hinterlassen. :hi:
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Ich habe ein bisschen weitergelesen. Und wahrscheinlich werde ich's zu Ende lesen, stur wie ich sein kann. Dennoch verursacht mir Lem als Theoretiker Unbehagen, aber nicht ein produktives. Er mantscht allerhand Theorien her, um Literatur von allen Seiten beleuchten zu können. Dabei ist sein Werk - unterm Strich, und so weit ich folgen kann - eine Auseinandersetzung mit dem Nouveau Roman seligen Angedenkens und mit dem Strukturalismus ebenso seligen Angedenkens. Ich schlage vor, dass wir Phantastik und Futurologie von der gemeinsamen Leseliste streichen; ich weiss nämlich nicht, ob ich noch den Mut aufbringe, das ebenfalls zu lesen. Ich werde mich bei Lem wieder an den Romancier halten.
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Der zweite Band wird ein bisschen besser. Was er zu Umberto Ecos Der Name der Rose sagt - nun gut; nicht besser und nicht schlechter als so vieles, das zu diesem Buch gesagt wurde. Dass man 50 Jahre später den Beginn der postmodernen Literatur mit dem Erscheinen dieses Buchs gleichsetzen würde, konnte auch Lem nicht ahnen. Seine Bemerkungen zu seiner eigenen Produktion hat immerhin den Human Interest; auch wenn ich es immer für problematisch halte, wenn ein Schriftsteller sich selber interpretiert.
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Was er zu Umberto Ecos Der Name der Rose sagt - nun gut; nicht besser und nicht schlechter als so vieles, das zu diesem Buch gesagt wurde. Dass man 50 Jahre später den Beginn der postmodernen Literatur mit dem Erscheinen dieses Buchs gleichsetzen würde, konnte auch Lem nicht ahnen.. .
Bin etwas irritiert. Meines Wissens erschien Ecos Der Name der Rose 1980 ... ;)
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Bin etwas irritiert. Meines Wissens erschien Ecos Der Name der Rose 1980 ... ;)
Irgendwann wirst auch Du feststellen, dass im Rückblick der Unterschied zwischen 50 Jahren und 30 Jahren minim ist ... :opa: ;D
Ich habe übrigens gestern abend noch etwas weitergelesen. (Ich lese so halb quer ...) Lem beschreibt, wie er unterm Lesen eines (im übrigen unbekannten) SF-Romans sich so nach und nach verschiedene Meinungen dazu gebildet hat. Auch hier gilt: Ein gewisser Human Interest ist dem nicht abzusprechen; er war vielleicht auch einer der ersten, die öffentlich zu dieser ständigen Revision einer Interpretation unterm Lesen standen, aber heutzutage, wo man solches tagtäglich in einem der vielen Foren zur Literatur nachlesen kann, bringt es uns auch nicht weiter. Lem ist kein aussergewöhnlicher Leser - das ist vielleicht auch alles, was er damit sagen will.
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Schade, im weiteren Verlauf des zweiten Buchs verliert sich Lem wieder in - meiner Meinung nach: irrelevanten - Theorien zu irgendwas. Ein guter Ansatz zu einer Analyse der Literaturkritik war vorhanden; doch Lem scheint nicht wirklich zu wissen, worüber er denn nun schreiben soll ... :(
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Hm ... gerade in Phantastik und Futurologie herumgeblättert. Weiss noch nicht, ob's besser wird ...