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Lektüren, Rezensionen => Gerade am Lesen ... => Topic started by: orzifar on 14. Januar 2019, 23.16 Uhr
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Hallo!
Ich habe eben eine hochgelobte Essaysammlung von Siri Huvstedt weggelegt: Was daran so großartig und begeisternd sein soll hat sich mir in keinster Weise erschlossen. Mich erinnerte das Buch an pseudokluges Gerede auf Vernissagen, wo ein jeder mit den gerade eben erworbenen Kenntnissen aus irgendwelchen Fachbüchern hausieren geht und so das Bild eines Intellektuellen zu erzeugen sucht. Man kann noch nicht mal sagen, dass das Buch schlecht wäre, es ist einfach substanzloses Gerede; am besten sind noch jene Teile, wo sie ganz persönlich-anekdotisch erzählt. Andererseits ist Küchenpsychologie dort erwartbar, wo eine Autorin am Werk ist, die eine Gedenkvorlesung zu Freud hält. Mein Leben ist jedenfalls zu kurz für dieses Geseiere.
lg
orzifar
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Ich habe bisher - so genau weiss ich auch nicht, warum - immer einen Bogen um Siri Hustvedt gemacht. Diese Essay-Sammlung ist mir mal - wann, wo und warum, weiss ich auch nicht mehr - übern Weg gelaufen. Aber Titel, in denen das Wort "Schauen" vorkommt, sind mir suspekt. Es gibt zweifelsohne gute Künstler, die "schauen" und nicht "denken". Es gibt zweifelsohne gute Autoren, die mehr "schauen" als "denken". Vor allem Lyriker. Zusammen geht das irgendwie nicht.